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Handy konnte nicht repariert werden - nach 3. Versuch soll ich es zerstört haben!

01.09.2014 16:37 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


23:23

Zusammenfassung:

Es geht um Fragen fehlgeschlagener Nachbesserung / Nacherfüllung und die entsprechende Beweislastverteilung.

Hallo, ich habe aufgrund eines Defektes mein Handy zur Reperatur eingeschickt. Der Fehler wurde im Rahmen der Herstellergarantie behoben. Als ich das Handy zurückbekam existierte der Fehler allerdings weiterhin, erneutes Einschicken des Gerätes. Daraufhin wurde kein Fehler an dem Gerät festgestellt und zurück zu mir geschickt. Erneuter Versuch- derselbe Fehler weiterhin. Nun bekam ich seitens des Mobilfunkanbieters ein Tauschgerät zugesandt im Austausch zu dem defekten Gerät. Dies funktionierte ohne Einschränkung jedoch bekam ich nach 2 Wochen Post von der Reparaturfirma des Anbieters, dass mein Handy einen Totalschaden aufweise, der auf einen eigenverschuldeten Vorfall zurück zu führen sei und ich solle nun 430,- Euro für das Tauschgerät bezahlen oder das Defektgerät zurück bekommen. Der Zustand des Handy hat sich seit dem ersten Versenden nicht verändert und ich hatte das Gerät jeweils nur wenige Minuten in Betrieb, bis es zu dem erneuten Fehler kam! Nun wurde mir in einem langen Telefonat mitgeteilt, dass man ja nicht nachvollziehen könne, was ich in der Zeit mit dem Handy gemacht hätte, jetzt sei es in jedem Fall kaputt und ich wäre daran Schuld! Wie soll ich mich nun verhalten? Man kann doch nicht von mir erwarten, dass Handy zu filmen, während ich es nach einer "Reparatur" in Betrieb nehme, um nachzuweisen, dass kein Schaden meinerseits entstanden ist? Es gibt ja auch keine Garantie, dass das Handy in der Reparaturfirma zerstört wurde? Ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass ich nicht auf ein Neugerät oder ähnliches aus bin, sondern lediglich ein FUNKTIONIERENDES Gerät haben möchte! Das Gerät ist ca. 1 Jahr und 2 Monate alt und kostete damals 729,- Euro! Im Prinzip könnte die Firma dies mit allen Kunden so praktizieren, da kein Kunde sein Handy filmt während es wieder in Betrieb genommen wird!

01.09.2014 | 17:57

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Sie sprechen die Frage der Gefahrtragung und der sog. Beweislast bei Nachbesserung im Rahmen der Gewährleistungshaftung an.

Da das Gerät erst 1 Jahr und 2 Monate alt ist, hat man in der grundsätzliche 2 jährigen Gewährleistungszeit Ihr Gerät zu reparieren versucht.

Dabei hat der Händler die Beweislast, dass er das defekte Gerät ordnungsgemäß repariert hat. Sie hingegen, da Sie Gewährleistungsansprüche anmelden, dass das Geräte erneut defekt wurde.

Wenn dieser erneute/endgültige Defekt nunmehr vom Händler damit bestätigt wurde

„jetzt sei es in jedem Fall kaputt und ich wäre daran Schuld !"


hat er mit der ersten Behauptung Recht; mit dem 2. Halbsatz nicht, denn für den Nachweis dieser Schuld trägt er die Beweislast.


Gelingt ihm das nicht - etwa anhand noch herstellbarer Logfiles etc., muss er erneut reparieren oder kann ein Ersatzgerät liefern (hat er getan), und zwar kostenlos. Wenn er jetzt dafür das Geld zurück haben will, muss er den mangelnden Rechtsgrund beweisen…


…es sei denn, Ihr individueller Kaufvertrag oder die sog. AGB enthielten andere, wirksame Vereinbarungen.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

Rückfrage vom Fragesteller 01.09.2014 | 21:59

Vielen Dank für die schnelle Antwort vorab!
Der Händler behauptet ja aber eben nun, dass hier ein "Totalschaden" am Handy besteht, obwohl das Handy keinerlei Veränderung zu der zuerst durchgeführten Reparatur auf Garantiebasis hat. Er möchte nicht haften, weil er sich darauf beruft, dass das Handy zwischen 2.-3. einschicken eine Veränderung aufweisen würde, was aber definitiv nicht der Fall ist, da das Handy nur exakt 4 Minuten in Betrieb war! Ich müsse vorweisen, dass das Handy in exakt demselben Zustand wie zur ersten oder zweiten Reparatur sei und das kann ich, natürlich, nicht - wie auch? Er sieht somit jeden Vorgang seperat und sagt nun, dass es eigenverschuldet zerstört worden ist. Soll ich das Handy eventuell von einem Gutachter prüfen lassen oder einen Fachanwalt (eventuell Sie?!) einschalten?
Nochmals vielen Dank und viele Grüße
Robin Sachs

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.09.2014 | 23:23

Er muss für seine Behauptung des durch Sie verschuldeten Totalschadens Beweis antreten. Ggf. durch Sachverständigen. Das ist nicht Ihre Sache.

Kann er das nicht, müssen Sie nicht zahlen und das Austauschgerät auch nicht zurück geben. Wohl aber das mangelhafte Gerät.

Mfg

Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 01.09.2014 | 18:21

Der Händler kann natürlich das mangelhafte Handy zurückverlangen, wenn er Ihnen jetzt ein mangelfreies Handy (kostenlos) geliefert hat, § 439 Absatz 4 BGB .

Er kann aber nicht die Zahlung von € 430,- für das "Tauschgerät" verlangen, so war das oben gemeint, als ich versehentlich "zurück haben will" schrieb.

Denn Sie hatten ja noch gar nichts gezahlt und sollten das - nach bisherigem Sachstand - auch nicht tun.

Viel Erfolg wünscht,
Ihr
W. Burgmer, RA

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