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Reisebuchung, aber keine Rechnung erhalten

| 12.08.2014 11:06 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Zusammenfassung: Bei Buchung einer Reise im Internet kommt der Vertrag erst zustande, wenn die Reise durch das Reiseportal bestätigt wurde.

Hallo,
mein Tochter hat am 16. Juni für sich und ihre Freundin über das Internetportal Ab-in-den-Urlaub eine für 1. Juli 2014 geplante Reise nach Tunesien (Reiseunternehmen ITS) gebucht. Die Rechnung sollte innerhalb von 7 Tagen per Mail oder Post eintreffen. Das ist nicht passiert (bis heute nicht). Trotz täglicher telefonischer Nachfragen b. der Serviceline von A-i-d-U war dort nie jemand zu erreichen, auch auf dem Log-in-Bereich fanden sich keine Zahlungsangaben oder Kontaktmöglichkeiten.
Daraufhin stornierte meine Tochter am 25.6. 14die Reise, weil nach wie vor keine Zahlungsangaben oder endgültige Reiseinformationen vorlagen. Anschließend buchte ihre Freundin eine neue Reise zum gleichen Ort, wenige Tage später und deutlich teurer, abermals über das Portal A-i-d-U eine Reise mit ITS.Diese Reise traten die beiden an.

Seit 8. Juli erhält meine Tochter nun Rechnungen von ITS, in der sie 90% der Kosten der zuerst gebuchten, aber nicht stattgefundenen Reise tragen soll. Eine Kontaktaufnahme mit A-i-d-U war weiterhin nicht möglich.

Mehrmalige Rückfragen und Emails an ITS wurden negative beschieden. Die REchnung sei am 19. Juni rausgegangen (kein Nachweis), eine Stornierung nie eingetroffen. Obwohl die zweite Reise auf dem gleichen Portal und beim gleichen Reiseanbieter gebucht wurde, könne man keine Kulanz walten lassen, da die zweite Reise bei ITS INDIE, einer ANDEREN Gesellschaft von ITS gebucht worden sei. Eine Tatsache, die sich beim Buchen gar nicht feststellen lässt. Eine Rechnung für die erste Reisebuchung liegt uns bis heute nicht vor. ITS hat uns zur Klärung an A-i-d-U zurückverwiesen, dort werden jedoch weder Telefonanrufe noch Emails beantwortet.
Eine Bitte, wenigstens den Rechnungsvorgang bis zur Klärung anzuhalten, wurde abgelehnt.

Frage: Meine Tochter hatte zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit, die Reise zu bezahlen oder gar anzutreten. Trotz anderer Angaben in den AGB und auf den Log-in-Bereich wurde kein Kontakt mit ihr aufgenommen, um die Zahlungsmodalitäten zu klären oder Reiseunterlagen zu erhalten. Stattdessen erhält sie eine Rechnung nach der anderen. Gibt es irgendeine Möglichkeit, sich noch dagegen zu wehren?



Einsatz editiert am 12.08.2014 11:46:51

Sehr geehrter Fragesteller/in,

ich möchte Ihre Anfrage anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten:

Ihre Frage lautet, ob es eine Möglichkeit gibt, sich gegen die Übersendung der Rechnungen zu wehren, die übersandt werden, weil eine Reise gebucht wurde, für die es jedoch keine Bestätigung seitens des Reiseunternehmens gibt.

Grundsätzlich kommt ein Vertrag erst zustande, wenn es eine Einigung zwischen den Parteien gibt und ein abgegebenes Angebot angenommen wurde.

Das Angebot haben Sie abgegeben, als Sie die Reise auf dem Portal gebucht haben. Die Annahme wäre die Bestätigung des Reiseportals oder des Reiseunternehmens gewesen. Da eine Bestätigung nach Ihren Angaben nicht vorlag, ist also ein Vertrag nicht zustandegekommen.

Letztlich muss das Portal im Zweifel bei Gericht nachweisen, dass es die Reise bestätigt hat und das diese Bestätigung bei Ihnen angekommen ist. Kann es dies nicht, verliert es eine eventuelle Klage bereits deshalb.

Etwas anderes ergibt sich auch nicht aus den AGB auf der Internetseite A-i-d-U.

Hinsichtlich der unberechtigten Übersendung der Rechnungen haben Sie einen Unterlassungsanspruch, der gegebenenfalls nach außergerichtlicher Aufforderung und Abmahnung auch gerichtlich durchgesetzt werden kann.


--------------------------------------------
Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste Orientierung in der Sache geben konnte. Um eine rechtssichere Antwort geben zu können, müsste ich mir die Buchungsunterlagen und den E-Mailverkehr ansehen.


Sollte sich der Sachverhalt doch etwas anders darstellen, nutzen Sie bitte die Nachfrage.

Sie können mich jederzeit über die Kontaktdaten in meinem Profil erreichen und auch in anderen Angelegenheiten beauftragen.

Es sei noch der Hinweis erlaubt, dass die rechtliche Einschätzung ausschließlich auf den von Ihnen mitgeteilten Tatsachen beruht und dass durch das Hinzufügen oder Weglassen von weiteren tatsächlichen Angaben die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen kann.



Rechtsanwalt Andreas Tertel
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 12.08.2014 | 13:23

Sehr geehrter Herr T., danke für Ihre Ausführungen. Eine Klärung bräuchte ich hinsichtlich des Nicht-Zustandekommens des Vertrags.
Alles, was uns vorliegt, ist eine unmittelbar nach der Buchung eingegangene Email mit einer Bestätigungsnummer und dem Wortlaut: "Eine endgültige Reisebestätigung erfolgt per EMail innerhalb der nächsten 7 Tage von Ihrem Reiseveranstalter. ... Im Buchungsauftrag haben Sie die Zahlung per Rechnung ausgewählt, diese erhalten Sie nach Buchungsbestätigung innerhalb von 7 Tagen per Post oder Email."
Nichts davon ist passiert. Der nächste Posteingang war die 1. Rechnung.
Ist damit nach Ihrer Einschätzung der Sachverhalt des "Nicht-Zustandekommens" erfüllt?
Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.08.2014 | 13:44

Sehr geehrter Fragesteller/in,

da Sie, wie Sie nun selbst sagen doch eine Bestätigung mit einer Bestätigungsnummer bekommen zu haben, ist davon auszugehen, dass mit dieser Bestätigung ein Vertrag zustandegekommen ist.

Dass die Rechnung nicht innerhalb von 7 Tagen bei Ihnen einging, dürfte insoweit keine Rolle spielen, da diese Zeitangabe in der E-Mail nicht verbindlich ist.

Natürlich muss die Reise trotzdem möglich gewesen sein. Es muss also möglich gewesen sein, diese Reise tatsächlich anzutreten. Dies wäre der Fall, wenn Sie auch ohne die Reiseunterlagen den Flug hätten wahrnehmen können und das Hotel hätte bezogen werden können.

Ob dies möglich gewesen wäre kann ich von hier aus bei der derzeitigen Informationslage nicht beurteilen. Sollte dies nicht der Fall sein, wäre der Vertrag vielleicht zusatndegekommen, jedoch ein Schadensersatzanspruch in Höhe der Reisekosten entstanden.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Tertel
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Bewertung des Fragestellers 12.08.2014 | 14:01

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