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Fristlose Kündigung / Alkoholkrankheit

09.08.2014 16:00 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben im Februar diesen Jahres einen neuen Mitarbeiter eingestellt.

Mitte Mai fehlte er plötzlich 2 Tage unentschuldigt ohne jegliches Lebenszeichen. Am zweiten Tag riefen wir daher die Polizei um zu seiner Wohnung zu fahren. Es stellte sich heraus, daß er Probleme in seiner Beziehung hatte und desshalb zu Alkohol gegriffen hat, weswegen er die zwei Tage fehlte. Er erhielt eine mündliche Abmahnung mit Hinweis auf fristlose Kündigung und versprach, daß es nicht nochmal passiert.

Mitte Juni erschien der Mann erneut nicht zur Arbeit. Unsere Chefin und sein Vermieter fuhren zu Ihm nach Hause wo er betrunken auf dem Fußboden lag. In der Wohnung 3 Wäschekörbe voll Schnapsflaschen, wie sich später herausstellte. Sie sprach ihm die fristlose Kündigung aus, einen Tag später stellten wir ihm das auch schriftlich per Einschreiben zu, zusätzlich mit einer ordentlichen Kündigung, falls die fristlose Kündigung nicht wirksam sein sollte.

Seine Freundin brachte ihn am selben Tag noch in eine psychiatrische Klinik, wo er wegen eines Alkoholproblems und anderer psychischer Probleme krankgeschrieben wurde.

Für uns war die Sache damit erledigt.

Mitte Juli erhielten wir eine Vorladung zur Güteverhandlung vor Gericht die auf Anfang August angesetzt war. Unser Mitarbeiter ging offenbar gegen die fristlose Kündigung vor.

Vor kurzem war nun die Güteverhandlung mit negativem Ausgang. Der Richter sagte, daß "Alkoholismus eine Krankheit" sei und desshalb "eine fristlosen Kündigung nicht rechtfertigt".

Der Mitarbeiter sowie auch der Richter nahmen allerdings die ordentliche Kündigung an, die wir vorsorglich zur fristlosen Kündigung gleich mitgeschickt hatten. Natürlich fordert er für den Zeitraum dazwischen die Lohnfortzahlung.

Können Sie uns sagen ob und wie wir die fristlose Kündigung durchsetzen können?

Uns war zum Zeitpunkt der fristlosen Kündigung weder bekannt, daß der Mitarbeiter ein Alkoholproblem hat, noch daß er in der Vergangenheit an psychischen Problemen litt. Er hat desswegen einen Schwerbehindertenausweis mit immerhin 60%. Auch davon erfuhren wir erst in der Güteverhandlung.

Und nach unserem Rechtsverständnis dürfte man ihn mit dieser Begründung auch nicht ordentlich kündigen, was aber problemlos akzeptiert wurde.

09.08.2014 | 17:43

Antwort

von


(741)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zunächst einmal wäre wichtig zu wissen, ob die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht mit einem Vergleich geendet hat, mit welchem festgestellt wurde,dass das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist endet und der Rechtsstreit im übrigen erledigt ist.

Haben Sie einem solchen Vergleich zugestimmt, dann können Sie die fristlose Kündigung nicht mehr durchsetzen, da der Rechtsstreit ( Gegenstand: Wirksamkeit der fristlosen Kündigung ) dann bereits beendet wurde.

Liegt eine Beendigung des Rechtsstreits durch Vergleich nicht vor, so müssten weitere Auflagen erteilt worden sein,sowie ggf. Kammertermin bestimmt worden sein.

In diesem Fall sollten Sie sich anwaltich verteten lassen und die Vorgeschichte ( unentschuldigtes Fehlen Arbeitsplatz, Abmahnung etc. ) vortragen lassen. Dann haben Sie unter Umständen auch die Chance, mit der fristlosen Kündigung durchzukommen, was hier aber mangels Kenntnis der Gesamtumstände nicht abschliessend beurteilt werden kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

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