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Betrügt mich mein Vater um mein Erbe?

08.07.2014 15:07 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Auseinandersetzung unter Miterben; Unterschlagung durch Erbschaftsbesitzer

Meine Mutter ist im Jahr 2008 unerwartet verstorben. Ich (46 Jahre alt) bin Einzelkind. Ein Testament gibt es nicht. Meine Eltern hatten keine Gütertrennung oder etwas Ähnliches. Nach Ihrem Tod behauptete mein Vater, dass meine Mutter nichts hinterlassen habe. (Mein Vater war sein Leben lang selbständig, ihm gehört ein Einfamilienhaus. Nur er steht im Grundbuch. Heute ist er im Ruhestand). Meine Mutter hatte aber bis 2006 ein Mehrfamilienhaus, in dem u.a. das Geschäft meines Vaters lag. Meine Mutter war bei ihm angestellt. Dieses Haus wurde in 2006 verkauft für 240.000€ verkauft. Rd. 215.000€ wurden an eine Bank gezahlt. Ich vermute, dass es sich dabei um Verbindlichkeiten handelte, die mein Vater aus seiner Geschäftstätigkeit hatte). Vom Gewinn blieben 25.000 € übrig. Weil ich aber nicht glauben konnte, dass meine Mutter nichts zu vererben hat, habe ich noch einmal das Gespräch mit meinem Vater gesucht. Er hat mir dann das Guthaben aus einem Sparvertrag in Höhe von 20.000 € überlassen.
Nun ist es so, dass ich in finanzielle Schwierigkeiten geraten bin und zur Zeit keine Lösung weis, wie ich meine Verbindlichkeiten erfüllen soll. Ich habe also noch einmal in den alten Unterlagen nachgeforscht und eine Mitteilung der Bank an die Erbschaftssteuerstelle gefunden. Danach hatten meine Eltern zum Zeitpunkt des Todes meiner Mutter folgendes Barvermögen:
3 Gemeinschaftskonten mit einem Guthaben von rd. 40.000 € und Wertpapiere (Aktien) im Wert von rd. 280.000 €. Außerdem haben meine Mutter und mein Vater gemeinsam in dem Einfamilienhaus gelebt. Sie haben dort auch teure Gläser, Porzellan usw. Meine Eltern hatten auch immer 2 Autos (jetzt natürlich nicht mehr). Von diesen Gegenständen habe ich nichts bekommen, außer eine Münzsammlung im Wert von 2000 € und ein wenig Schmuck (Wert rd. 500 €).
Mein Vater hat nach dem Tod meiner Mutter alle Konten auf seinen Namen umschreiben lassen und später auch neue Konten eröffnet. Mich hat er über das damals vorhandene Vermögen nicht informiert.
Kann man in etwa abschätzen, wieviel mir aus dem hier gesagten zustehen würde? Falls ja, dann hätte ich eine Gesprächsgrundlage mit meinem Vater.
Hat mein Vater sich ggf. strafbar gemacht, weil er mir unter Umständen mein Erbe vorenthalten und für sich verwendet hat?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Sie haben als Miterbe gegenüber Ihrem Vater einen Auskunftsanspruch ausnahmsweise, da er Erbschaftsbesitzer war und ist.

§ 2027 BGB -
Auskunftspflicht des Erbschaftsbesitzers - regelt dazu:

"(1) Der Erbschaftsbesitzer ist verpflichtet, dem Erben über den Bestand der Erbschaft und über den Verbleib der Erbschaftsgegenstände Auskunft zu erteilen."

Ansonsten wäre die Erbengemeinschaft auseinanderzusetzen, auf nachstehender Basis:

Miterbe sind Sie aller Voraussicht nach mit folgendem Anteil:

Der überlebende Ehegatte des Erblassers ist neben Verwandten der ersten Ordnung (Sie als Abkömmling) zu einem Viertel als gesetzlicher Erbe berufen.

Wird jedoch der gesetzliche Güterstand (wie hier ohne Ehevertrag) durch den Tod eines Ehegatten beendet, so wird der Ausgleich des Zugewinns dadurch verwirklicht, dass sich der gesetzliche Erbteil des überlebenden Ehegatten um ein Viertel der Erbschaft erhöht - Ihr Vater hat dann 2/4 gleich 50 % neben Ihnen.

Eine Verjährungsproblematik sehe ich nicht (es kann vor allem eine dreijährige Verjährungsfrist in betracht kommen), da Sie bis jetzt wohl mit Ihrem Vater über die Erbaufteilung verhandelt haben, was die Verjährung hemmt.

2.
Eine Unterschlagung kann in der Tat in Betracht kommen und wäre zu prüfen, da Ihr Vater von Ihrem Miterbenanteil ausgehen konnte.

Ein relevanter Irrtum kann ich zu Gunsten Ihres Vaters nicht erkennen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.07.2014 | 16:02

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Um meine Frage abschließend zu klären, über welche "Höhe" ich mich mit meinem Vater zu streiten hätte. Ungeachtet der Sachgegenstände, die mein Vater aus der Ehe in Besitz genommen hat, gehe ich also von einem Betrag in Höhe von rd. 172.500€ aus (inkl. Gewinn aus dem Immobilienverkauf meiner Mutter)?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.07.2014 | 16:54

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Ja, das stimmt soweit - basierend auf den von Ihnen mir genannten und dem Sachverhalt zugrundegelegten Zahlen - und wäre eine Verhandlungsbasis.

Es kann sich aber zu Ihren Gunsten/Lasten verschieben, je nachdem, was bei der Auskunft herauskommt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

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