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Ebay, Käufer möchte Kauf Rückabwickeln

05.07.2014 14:45 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Zusammenfassung: Voraussetzungen des Rücktritts vom Kaufvertrag wegen eines Sachmangels.


Hallo,
Ich habe hier folgendes Problem :

ich fang mal mit der Geschichte von vorne an ....

Über Ebay bot ich Hifi Geräte per Sofortkauf / Preisvorschlag an.
Es handelt sich um eine Verstärkerkombi bestehend aus einer Vorstufe mit externem Netzteil und zwei Endverstärkern ( Monoblöcke ).

Ich hatte die Sachen am 02.05.14 morgens eingestellt für 1750 Euro und mittags bekam ich schon die freudige Nachricht das die Sachen verkauft worden sind.

Zum Zustand der Geräte :
Die Geräte taten ihren Dienst, funktionierten und waren optisch in einem sehr guten Zustand.
Das habe ich so angegeben.
Was ich Dummerchen nicht reingeschrieben hatte war, dass der Lautstärkeregler der Vorstufe beim Regeln der Lautstärke etwas kratzt ( man hört das dann im Lautsprecher ), während dem Betrieb ist hiervon aber nichts wahrzunehmen. Ich habe die Geräte selbst so gebraucht gekauft und mich hat es null gestört, deswegen vergaß ich das wohl zu erwähnen.
Beim Alter der Geräte habe ich mich auf die Aussagen des Vorbesitzers verlassen.
Also schrieb ich rein die Geräte wären ETWA 2,5 Jahre alt.

Der Käufer hat mich am Tag seines erfolgreichen Gebots schon angefangen zu nerven.
Er hat ZUERST gekauft, und dann angefangen Fragen zu stellen.
Normalerweise sollte es anders rum sein.

" Ist eine Originalverpackung vorhanden, wie werden sie das verpacken, locker 3 mal Email Kontakt und 2 Telefonate "

Eine OVP war nicht vorhanden, ich schrieb in der Auktion das ich gewissenhaft verpacken werde.

Bis der Käufer seine Sachen per Post bekommen hatte vergingen locker 10 - 15 Emails, Fragen über Fragen. Ob Geld schon angekommen sei usw, ob wir vielleicht nicht doch noch beim Hersteller die OVP besorgen sollten ....

Letztendlich bekam er die Geräte einwandfrei und sicher von der Post zugeliefert und dann gings auch schon los.

Natürlich fiel ihm das Kratzen der Lautstärkeregelung auf, er nahm Kontakt mit dem Hersteller auf und dort stellte sich heraus das die Geräte knapp 5 Jahre alt sind.

Letzendlich haben wir uns dann darauf geeinigt, dass ich ihm 250 Euro überweisen werde und er beim Hersteller dafür einen neuen Lautstärkeregler einbauen lässt.

Seit dem war zum Glück Ruhe.

Bis auf heute, knapp 2 Monate später ...

Er schrieb mir heute das der Regler jetzt ausgetauscht worden wäre und die Geräte auf dem Rückweg zu ihm sind.
Allerdings meinte der Hersteller das die Geräte im Inneren nicht wirklich dem Original entsprechen, bzw hier schon mal Hand angelegt wurde.
In der Vorstufe wurde eine Art Masse eingeklebt, vermutlich zur Resonanzoptimierung des Gehäuses und am externen Netzteil der Vorstufe ist die Rückplatte um 180 Grad verdreht eingebaut - warum, keine Ahnung meint der Hersteller.
Der Hersteller weigerte sich dann das Netzteil zu öffnen weil er nicht wusste was ihn erwarten würde.
Das ist daher schlecht, da das Netzteil mir Röhren arbeitet und falls diese mal verschleißen, muss es geöffnet werden um neue einzustecken.

Jedenfalls schreibt mir der Käufer heute das er den Kauf nun Rückabwickeln möchte.
Ich solle ihm 1750 Euro minus die 250 Euro die er von mir für die Reparatur bekam auf sein Konto überweisen soll und dann schickt er mir die Sachen zurück.

Was ist nun rechtens ? Was kann mich erwarten ?

Ich sehe ein das ich in meiner Ebay Auktionsbeschreibung das mit dem Regler erwähnen hätte sollen, das mit dem Alter der Sachen wusste ich nicht - hätte ich wohl vom Alter besser gar nix erwähnt.
Aber dafür hab ich ja schließlich schon gezahlt und die Sache galt als geklärt.

Das die Geräte allerdings im Inneren nicht so sind wie sie vom Hersteller aus sein sollten, dafür kann ich wohl wirklich nichts.Und aus diesem Grund möchte er das Ganze rückabwickeln.
Ich zerlege ja nicht erst ein Gerät bevor ich es verkaufe bzw als nicht Elektroniker kann sowas an Röhrengeräten sogar tödlich enden, da hier mehrere hundert Volt Spannung anliegen können.

Ich habe ihm heute geantwortet das ich ihm bereits die Reparatur erstattet habe, aber nichts für den inneren Zustand der Geräte kann und somit keinen Grund sehe hier noch weiter darauf einzugehen. Ein Kauf von gebrauchten Artikeln, insbesondere von Elektronik birgt eben immer ein gewisses Risiko. Wer das ausschließen will muss Geld drauflegen und neu kaufen.

Bezahlt wurde damals per Überweisung, kein Paypal.....

Was meint ihr ?

Ich würde mich sehr über hilfreiche Antworten freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
Christian Happernagl

Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe in der Annahme, dass Sie die gegenständlichen Hifi-Geräte als Privatverkäufer verkauft und keinen Gewährleistungsausschluss vorgenommen haben. Unter diesen Voraussetzungen möchte ich Ihre Frage gerne wie folgt beantworten.

Die Tatsache, dass der Lautstärkeregler der Vorstufe beim Regeln der Lautstärke etwas kratzt, was man Ihrer Schilderung zufolge dann auch im Lautsprecher hört, stellt einen Sachmangel gem. § 434 Abs. 1 BGB dar. Denn nach Ihren Äußerungen in der Verkaufsbeschreibung durfte der Käufer erwarten, dass der Lautstärkeregler in dem angegebenen funktionsfähigen Zustand gerade nicht "kratzt". Auch ohne eine technische Kenntnis zu besitzen, vermute ich jedoch, dass dieser Mangel nicht etwa unerheblich ist, gehe zumindest einmal davon aus, dass er erheblich ist. Das höhere Alter der Geräte stellt hingegen nur unter bestimmten Voraussetzungen einen Sachmangel dar. Dass Sie sich dabei auf die Aussagen des Vorbesitzers verlassen haben, ist dabei irrelevant und könnte allenfalls Regressansprüche Ihrerseits gegenüber diesem auslösen.

Folge dieses Sachmangels ist, dass Ihnen der Käufer im Rahmen seiner Gewährleistungsansprüche das sog. "Recht zur zweiten Andienung" geben muss (Nachbesserung gem. §§ 434 Nr. 1, 439 BGB), was mit der Überweisung der 250,00 EUR und der Aufforderung zur Reparatur geschehen sein dürfte. Vom Vertrag zurücktreten kann der Käufer gem. §§ 437 Nr. 2, 323 Abs. 1 BGB allerdings nicht sofort, sondern gem. § 440 BGB erst dann, wenn die Nachbesserung fehlgeschlagen ist. Eine Nachbesserung gilt grundsätzlich nach dem erfolglosen zweiten Versuch als fehlgeschlagen, so dass die Voraussetzungen des Rücktritts vom Vertrag noch nicht vorliegen. Auch eine Minderung des Kaufpreises kann der Käufer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verlangen, da dazu erforderlich ist, dass die vorgenannten Voraussetzungen des Rücktritts vorliegen. Kurzum: Sie können also nochmals nachbessern, beispielsweise indem Sie sich das defekte Gerät zusenden lassen und eine Reparatur selbst vornehmen oder in Auftrag geben. Dass die Geräte im Inneren nicht so sind wie sie vom Hersteller aus sein sollten, dürfte im Rahmen der Sachmangelthematik durchaus zu Ihren Lasten gehen, da der Käufer dies erwarten durfte. Dies gilt auch, wenn Sie es selbst tatsächlich nicht wussten.

Sie schreiben: "Ein Kauf von gebrauchten Artikeln, insbesondere von Elektronik, birgt eben immer ein gewisses Risiko. Wer das ausschließen will, muss Geld drauflegen und neu kaufen." Dies ist entgegen dem weit verbreiteten Irrglauben nicht der Fall, was sich bereits aus den Regelungen des Gewährleistungsrechts ergibt. Hätten Sie nicht haften wollen, so wäre Ihnen als Privatverkäufer die Möglichkeit eines Gewährleistungsausschlusses geblieben.

Ich empfehle Ihnen, sich mit dem Käufer insbesondere aus Kostengründen gütlich zu einigen. Wie eine solche Einigung aussehen sollte, können Sie am besten selbst beurteilen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben, auch wenn meine Antwort sicherlich nicht die erhoffte ist. Mit einem Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen

Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 05.07.2014 | 16:12

Vielen Dank Herr Özkara für ihre Ausführungen.

Ihre Antwort bezieht auf auf die Annahme das die Gewährleistung NICHT ausgeschlossen habe.


Hier ein Zitat meiner Artikelbeschreibung :

"Privatverkauf, keine Garantie oder Gewährleistung von meiner Seite !
Die Rücknahme Schließe ich aus.
Mit dem Erwerb kennen sie dies an."


Wie stellt sich der Sachverhalt nun dar, da ich die Gewährleistung eben schon ausgeschlossen habe ?

Freundliche Grüße zurück !


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.07.2014 | 17:00

Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich taten Sie gut daran, die Gewährleistung auszuschließen.

Allerdings hatten Sie im Zeitpunkt des Vertragsschlusses Kenntnis des Mangels, so dass Ihnen dies "zum Verhängnis" geworden ist.

Dennoch: der Käufer steht diesbezüglich in der Beweislast, d.h. soweit Sie Ihre Kenntnis des Mangels bestreiten sollten, wird der Käufer Ihnen das Gegenteil beweisen müssen. Selbstverständlich rate ich Ihnen als Anwalt und Organ der Rechtspflege NICHT dazu, die Unwahrheit in die Welt zu setzen!

Sollten noch Unklarheiten bestehen, so biete ich Ihnen gerne an, mich im Rahmen dieser Erstberatung per E-Mail zu kontaktieren, da eine weitere Nachfrage auf dieser Plattform nicht geschuldet und nicht möglich ist.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt

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