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Austausch einer Schließanlage nach Schlüsselverlust

05.07.2014 13:46 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Zusammenfassung: Haftung für Schlüsselverlust und Private Haftpflichtversicherung

Guten Tag,

mir wurde mein abgeschlossenes Auto (Range Rover 2014) aus der abgeschlossenen Tiefgarage in meinem Wohnkomplex gestohlen.

In dem Auto befand sich zum Tatzeitpunkt meine Aktentasche samt Papieren und dem Schlüssel zur Schließanlage im Handschuhfach verschlossen.

Gemäß den Vorschriften habe ich den Diebstahl nicht nur der Kriminalpolizei unverzüglich gemeldet, sondern auch der Hausverwaltung sowie meiner Versicherung. Ich bin bei der Asstel, einer Tochter der Gothaer versichert und habe dort auch zur Haftpflicht den Zusatz der sog. Schlüsselversicherung bis zu 15.000,- EUR abgeschlossen.

Aus vorherigen Fällen (meine Frau hat in die Wand gebohrt und die Leitung der Fußbodenheizung getroffen) weiß ich, dass sich meine Versicherung darauf beruft, dass wenn keine grobe Fahrlässigkeit vorliegt, die Gebäudehaftpflicht der Hausverwaltung aufkommen muss.
Was auch bei dem Vorfall mit der Wand dann nach langem Hin und Her erfolgte, obwohl man zuerst seitens der Hausverwaltung darauf beharrte das die keine Fall für die Gebäudehaftpflicht sei, aber nach Schreiben der Asstel es dann doch eingesehen hat.

Nun meine Frage(n)

Liegt hier eine grobe Fahrlässigkeit vor?
Ich sehe das nicht so, da sich der Schlüssel in einer Tasche in einem verschlossenen Auto in einer verschlossene Tiefgarage befand.

Wer muss für den Austausch der Schließanlage aufkommen?
Muss dies meine Versicherung zahlen und zahlt Sie überhaupt?
oder ist es erneut ein Fall für die Gebäudehaftpflicht des Vermieters?

Ich habe das Gefühl, dass die Hausverwaltung immer stets versucht solche Angelegenheiten von Ihrer Versicherung fernzuhalten, obwohl Sie eigentlich dazu verpflichtet ist.

Da es sich bei der kompletten Schließanlage um 75 Schlösser handelt, wäre ich sehr dankbar über die Beantwortung meiner Fragen sowie der bestmöglichen Positionierung in der Korrespondenz mit Versicherungen und Hausverwaltung.

Vielen Dank und Freundliche Grüße

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Ihre Frage möchte ich wie folgt beantworten:

1. Zunächst ist voranzuschicken, dass das „Hin und Her" zwischen Wohngebäude- und Haftpflichtversicherung bei dem früheren Versicherungsschaden daher gerührt haben dürfte, dass dort vom Grundsatz her eine Eintrittspflicht beider Versicherungen denkbar war.

Denn dort handelte es sich offensichtlich um einen Leitungswasserschaden.

Im hier vorliegenden Fall des Schlüsselverlustes ist eine Eintrittspflicht der Wohngebäudeversicherung jedoch nicht denkbar, da diese nur gegen die Gefahren Leitungswasser, Feuer, Sturm, ggf. Vandalismus absichert, nicht jedoch gegen Schlüsselverlust.

2. Vor diesem Hintergrund wird es auf die Frage der groben Fahrlässigkeit nicht ankommen.
Abgesehen davon, ist bei nicht sichtbar im abgeschlossenen PKW verstauten Wertsachen regelmäßig nicht von grober Fahrlässigkeit auszugehen.

3. Versichert ist nach den Bedingungen der Asstel der Schlüsselverlust unter folgenden Voraussetzungen:

Es muss sich um fremde Schlüsseln handeln, da Eigenschäden in der Haftpflicht nicht ersetzt werden. Ausreichend ist nach den Bedingungen, wenn es sich auch Generalhauptschlüssel für eine zentrale Schließanlage handelt.

Ersetzt werden die Kosten bis zur vereinbarten Höchstsumme für eine notwendige Auswechselung des Schlosses. Dies ist nach den Bedingungen dann der Fall dann, wenn aufgrund der Umstände des Abhandenkommens ein Missbrauch der Schlüssel zu befürchten ist (Verlust bzw. Diebstahl der Schlüssel in Verbindung mit Dokumenten aus denen die Wohnanschrift hervorgeht).

Ob das Erfordernis, dass aus mit entwendeten Dokumenten die Wohnanschrift ergeben muss, in allen Fällen haltbar ist, erscheint jedoch fraglich. Hier ergibt sich die Missbrauchsgefahr ersichtlich schon aus der Tatsache, dass der PKW aus einer zum privaten Wohnhaus gehörenden Garage gestohlen wurde.

Es wäre abzuwarten, ob der Versicherer im Rahmen der Schadensbearbeitung diesen Punkt anspricht.

4. Vorläufig bleibt Ihnen nur – soweit noch nicht geschehen – den Schaden beim Versicherer zu melden und die angeforderten Dokumente/Nachweise einzureichen.

Gegenüber der Hausverwaltung sollten sie darauf drängen, dass diese sie über Reparaturarbeiten usw. vorab in Kenntnis setzt, damit sie diese Information an den Versicherer weitergeben können.

Eine ohne Rücksprache mit dem Versicherer durchgeführte Reparatur erschwert häufig die Schadensbearbeitung, insbesondere wenn er die Meinung vertritt, die Arbeiten hätten auch günstiger erbracht werden können. Es empfiehlt sich insofern, stets Kostenvoranschläge einzureichen.

5. Zu beachten ist jedoch auch, dass es zu den vertraglichen Pflichten des Haftpflichtversicherers gehört, unberechtigte Ansprüche, erforderlichenfalls auch gerichtlich abzuwehren.

Hier wäre zunächst zu klären, ob Sie überhaupt ein Verschulden trifft. M.E. begründet das Verstauen des Schlüssels im Handschuhfach noch keine Pflichtverletzung.

Insbesondere dann, wenn die Deckungssumme von 15.000 € nicht für die Regulierung des Schadens ausreichen sollte, sollten Sie vor Ort einen Anwalt zu Rate ziehen, um das Vorgehen und die Abstimmung mit dem Versicherer zu klären.

Ich hoffe, Ihnen eine rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!


Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

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