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Kindesunterhalt, volljährig

| 23.04.2014 23:38 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte(r) Rechtsanwalt(in)

Der Sachverhalt ist wie folgt:
Eine 21 jährige Tochter studiert und lebt im eigen Haushalt, die zweite nun über 18 jährig lernt im Gymnasium und wohnt bei der Mutter. Die Mutter stellte sich die ganze Zeit als leistungsufähig an, so dass nur ich allein Barunterhalt leiste (480 € und 390€ entsprechend)

Nun hat sich herausgestellt dass die Mutter vor etwa zwei Jahren eine etwa 200 000€ Erbschaft gemacht hat, was sie verschwiegen hat. Ende 2012 hat sie von diesem Geld der älteren Tochter eine Eigentumswohnung geschenkt, am Anfang 2014 der jüngeren, jeweils im Wert von etwa 80 000€. Folglich lebt die ältere in eigener Wohnung seit 1.1.2013, die jüngere wird ihre Wohnung im kommenden September beziehen

Und jetzt meine Frage:
Besteht meinerseits weiterhin Unterhaltspflicht?
Welche Bedeutung hat die zeitlich unbegrenzter Titulierung des Unterhalts der jüngeren Tochter.

Vielen Dank im Voraus

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist bei der Bedürftigkeit schon von Bedeutung, ob Vermögen vorhanden ist. Allerdings ist eine selbstgenutzte Wohnung in der Regel nicht zu verwerten. Im Rahmen der Berechnung spielt das Vermögen aber eine Rolle.
Beim Unterhalt des volljährigen Kindes sind im Bedarf von 670 € für Wohnkosten 280 € enthalten. Bei Eigentum ist es gerechtfertigt den Bedarf entsprechend zu kürzen. Da auch das Kindergeld voll anzurechnen ist, bliebe bei der älteren Tochter lediglich ein Bedarf von 206 €. Man kann das mietfreie Wohnen in der Berechnung auch als Einkommen des Kindes einstellen, hier müsste man ermitteln, wie hoch der Wohnwertvorteil ist. Das mietfreie Wohnen wirkt dann wie eigenes Einkommen und senkt den Bedarf.

Der Titel Ihrer jüngeren Tochter läuft auch bei Volljährigkeit weiter, obwohl dann auch die Mutter barunterhaltspflichtig wird. Sie müssen ab dem 18. Geburtstag Herabsetzung verlangen und notfalls den Titel gerichtlich abändern lassen. Wenn Sie nicht reagieren, läuft der Titel weiter.

Sie sollten einen Anwalt beauftragen.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht


Nachfrage vom Fragesteller 01.05.2014 | 17:46

Sehr geehrter Herr Wöhler,

bezugnehmend auf Ihre Antwort möchte ich gwaserne nachfragen, wie in diesem Zusammenhang ihre Aussage "Grundsätzlich ist bei der Bedürftigkeit schon von Bedeutung, ob Vermögen vorhanden ist. Allerdings ist eine selbstgenutzte Wohnung in der Regel nicht zu verwerten" zu verstehen ist. Bedeutet es etwa, daß er genügt sein Vermögen "zu verbauen", um Unterhaltsbedarf zu generieren?

Für eine Erläuterung wäre ich dankbar.

mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.05.2014 | 18:12

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Es gibt hier keine klare Regelung für jeden Einzelfall, vielmehr kommt es auf die konkreten Umstände des Einzelfalles an. Wenn Ihre ältere Tochter Bargeld geschenkt bekommen hätte und dann davon eine Wohnung gekauft hätte, wäre de Sache klar. Vermögen ist generell zu verwerten.
Bei selbst genutzten Immobilien werden aber häufig die Grundsätze der Sozialhilfe zur Anwendung gebracht. Die Wohnung muss dann nicht verkauft werden, das mietfreie Wohnen wird dann als Wohnwertvorteil wie Einkommen bewertet. Das kann in Ihrem Fall ja schon zum Wegfall des Unterhalts führen. Wenn der Wohnwert etwa bei 500 € läge wäre der Bedarf zusammen mit dem Kindergeld gedeckt und Sie müssten nicht mehr zahlen.

Für die jüngere Tochter gilt sinngemäß das gleiche, weil auch diese die Wohnung nicht aber Geld erhalten hat.

Ich gehe davon aus, dass durch den Wohnwertvorteil und das Kindergeld der Bedarf, zumindest weites gehend, gedeckt ist.

Von daher kann man nicht einfach das Vermögen "verbauen". Es kommt im übrigen auch auf die Höhe des Vermögens an und was für eine Immobilie bewohnt wird. Bei einer "Luxuswohnung" liegt die Sachlage wieder anders, denn dann wäre es zumutbar eine günstigere Wohnung zu kaufen und den Rest des Geldes zum Leben einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familien- und Arbeitsrecht

Bewertung des Fragestellers 01.05.2014 | 18:17

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