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Aufbaustudium in USA: Werbungskosten in Deutschland

13.04.2014 18:52 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich werde vom 1. Mai 2014 bis 31. Juli 2016 einen Aufbaustudiengang (MBA) in den USA absolvieren, nachdem ich in Deutschland mein Erststudium (Wirtschaftsingenieurwesen) absolviert habe und seit einigen Jahren berufstätig bin. Ich werde meine aktuelle Berufstätigkeit zum 30. April 2014 aufgeben.

Die Kosten für den MBA sind sehr hoch und werden direkt durch mich über einen Kredit finanziert. Man liest nun viel, dass man die Studienkosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen kann:

1. Deutsche Steuerpflichtigkeit: da ich in den Jahren 2014, 2015, 2016 keine vollen 6 Monate in Deutschland lebe: bin ich in Deutschland überhaupt steuerpflichtig, bzw. kann ich die Studienkosten von der Steuer in diesen Jahren in Deutschland absetzen? (da keine Einnahmen gegenüberstehen ggf. in Form eines Verlustvor- oder Nachtrags)? Reicht es aus, z.B. zu diesem Zweck weiter in Deutschland gemeldet zu sein oder müssen weitere Aspekte erfüllt sein? Welche?

In anderen Worten kann ich nach meiner Rückkehr 2016 bzw. 2017 die Kosten voll für die vergangenen Jahre von der Steuer absetzen, obwohl nach meinem Verständnis das Finanzamt nur angefallene Kosten des jeweiligen Kalenderjahres akzeptiert. Kann ich Rechnungen für das Studium, die in 2015 angefallen sind, bereits 2014 auf die Steuerlast angerechnet werden (Verlustvor- bzw. Nachtrag) in dem ich 2015 trotz fehlender Einkünfte eine Steuererklärung abgebe?

3. falls ich die Kosten auch für das Jahr 2013 anrechnen konnte, und der Fall eintritt, dass ich aber anschließend eine Tätigkeit in den USA aufnehme: kann das Finanzamt eine Rückforderung stellen?

4. Ich lebe in einer langen Partnerschaft. Falls ich vor meinem Studium in die USA heiraten sollte, kann der dann (immer noch) in Deutschland lebende Partnerin nach meinem Verständnis die Studienkosten in den oben beschriebenen Jahren von der Steuer absetzen. Gibt es weiter (finanzielle) Vor- oder Nachteile einer Heirat in Bezug auf den obigen Sachverhalt. Kommt bei verheirateten z.B. auch eine doppelte Haushaltsführung zum Tragen, oder ist dies ohnehin über die „Werbungskosten" abgedeckt, wenn ich bei meiner Partnerin in Deutschland gemeldet bleibe?

Viele Grüße


-- Einsatz geändert am 13.04.2014 19:04:48

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

zu1.:

Grundsätzlich stehen Ihre Chancen, die Kosten für den Master als Werbungskosten geltend zu machen, sehr gut: Sie scheinen Ihrer Sachverhaltsdarstellung die wesentlichen Voraussetzungen zu erfüllen,

Für die steuerliche Absetzbarkeit entscheidend ist, dass die Fortbildungsmaßnahme die persönlichen beruflichen Perspektiven verbessert. Zudem muss die Fortbildung, in diesem Fall also der weiterführende Studiengang im Ausland, im direkten Zusammenhang mit einem bereits zuvor ausgeübtem Beruf stehen. Das scheint bei Innen der Fall zu sein.

Richtig ist, dass Sie die Kosten natürlich nur bei innländischer Steuerpflicht geltend machen können. Diese erhalten Sie einfach, in dem Sie in Deutschland einen Wohnsitz beibehalten, also einen Ort (Wohnung, Haus, Zimmer), über den Sie verfügungsberechtigt sind und an den Sie jederzeit zurückkehren können. Die reine Einwohnermeldung genügt hierfür nicht.

Die angefallenen Kosten müssen Sie dann vom Finanzamt in einer Steuererklärung für das jeweilige Jahr erklären und als Verlustvortrag festsetzen lassen. Dieser Verlustvortrag wird dann nach dem Studium vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, natürlich nur, wenn vorher keine Einkünfte vorlagen, auch nicht solche einer Ehefrau bei Zusammenveranlagung.

Auch ein Verlustrücktrag ist prinzipiell möglich, allerdings nur für ein Jahr. Sie können dabei wählen, wie hoch der Verlustrücktrag sein soll.

Dies alles ergibt sich übrigens aus § 10 EStG, nachzulesen hier:

http://www.gesetze-im-internet.de/estg/__10d.html

zu 3.:

Die Frage verstehe ich nicht so ganz. Entstandene Verluste sind zu berücksichtigen, sobald sie angefallen und festgestellt sind. Daran ändert eine anschließende Tätigkeitsaufnahme ja nichts. Auch die deutsche Steuerpflicht kann nicht rückwirkend entfallen.

zu 4.:

Heiraten Sie vorher und lassen sich zusammen zur Einkommensteuer veranlagen, fliessen die Werbungskosten quasi in einen gemeinsamen Topf. Hat Ihre Lebensgefährtin ein Einkommen, mindern die Werbungskosten dieses dann. Ein Verlustier- und Rücktrag findet dann nicht statt (Es sei denn, die Kosten sind höher als die Einkünfte)

Doppelte Haushaltsführung kommt nicht in Betracht. Diese liegt nur bei beruflich bedingtem doppeltem Hausstand. Sie müssten in Deutschland Ihren Lebensmittelpunkt beibehalten, also regelmäßig nach Deutschland kommen. Das ist so bei einem Masterstudium wohl nicht möglich bzw. geplant.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 13.04.2014 | 21:45

Sehr geehrter Herr Baur,

vielen Dank, das hat bereits sehr weitergeholfen. Die Frage, die Sie nicht so recht verstanden haben, betrifft den Verlustvortrag bzw. -nachtrag. Ich habe in 2011, 2012, 2013 ein volles Gehalt in Deutschland bezogen, 2014 ein halbes.

Anhand eines Beispiels: in 2015 werde ich MBA-Kosten in Höhe von z.B. 70.000 Euro haben. Einkommen 0. Ich habe dank Ihrer Auskunft verstanden, dass ich 2015 eine Steuererklärung in Deutschland abgeben muss, obwohl ich gerade in den USA studieren, um diesen Verlust von 70.000 festzustellen

Dann kann ich wählen ob ich einen Verlustvortrag oder -nachtrag geltend machen möchte. Wegen der Liquidität würde ich das gerne auf die Steuern aus 2014, 2013, 2012 anrechnen (Nachtrag?). ist das Ende 2015 (1.1. 2016) möglich und WIE VIELE Jahre zurück geht das (d.h. im Steuerjahr 2015 bis zum Steuerjahr???) Die Frage ist mit anderen Worten, wie kann ich die Ausgaben des MBAs auf bereits erfolgte Steuerjahre aus der Vergangenheit umlegen, um das Geld so früh wie möglich zu erhalten.

Besten DANK!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.04.2014 | 09:27

Danke für die Nachfrage!

Hierzu:

Als Verlustrücktrag ist der Verlustabzug nur für den unmittelbar dem Verlustjahr vorausgegangenen Veranlagungszeitraum möglich. Also:

Verlust in 2015, Verlustrücktrag für den Veranlagungszeitraum 2014. Das ergibt sich ebenfalls unmittelbar aus § 10d EStG Abs. 1.

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