1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Stromanbieter insolvent - Kundenguthaben nicht mehr anrechenbar?

03.02.2014 19:14 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Zusammenfassung: Zu Anspruchsschreiben des Insolvenzverwalters im Flexstrom-Verfahren RA Dr. Schulte-Kaubrügger.

Sehr geehrte Damen und Herren,

1. Ausgangslage:
am 16.11.2010 habe ich von der Flexstrom AG eine Stromabrechnung in Höhe von 1240,27 € erhalten. Diese Abrechnung bezieht sich auf die Daten vom Verbrauchsjahr 2007-2008, wobei der Zählerstand seitens der Flexstrom AG rechnerisch ermittelt wurde da scheinbar keine Zählerstände übermittelt wurden.

2. Beanstandungen und weitere Entwicklungen:
Die Abrechnung seitens der Flexstrom AG wurde meinerseits im November 2010 beanstandet, da keine Verrechnung des bei Vertragsabschlusses zugesicherten Bonuses erfolgte. Eine Lastschrift seitens Flexstrom wurde von mir daher zunächst zurückgebucht. Eine Verrechnung des Aktionsbonuses hatte Flexstrom trotz mehrmaliger Anschreiben meinerseits abgelehnt.

Nun erfolgten zahlreiche Mahnungen seitens der Flexstrom AG, eines Inkassobüros und nun seit Dez. 2013 auch seitens des Insolvenzverwalters und der beauftragten RA Winkelmann-Sheriff. Die Forderungen seitens der genannten Personen beziehen sich auf die Rechnung vom 16.11.2010, die mir mittlerweile nicht mehr vorliegt und wie sich im Nachhinein herrausstellte auch falsch ist (es wurde ein von mir geringerer bereits geleisteter Vorrauszahlungsbetrag ausgewiesen). Trotz mehrmaliger Anfragen an den Insolvenzverwalter und die Rechtsanwältinn wurde mir keine Rechnung bzgl. der Forderung vorgelegt. Anstatt dessen erfolgte ein gerichtliches Mahnverfahren (Einwurfeinschreiben am 04.01.2014 erhalten, ich war jedoch in Urlaub bis 24.01. und konnte erst am 29.01. gegen den Mahnbescheid Widerspruch einlegen). Mittlerweile ist ungeachtet dessen ein Vollstreckungsbescheid erlassen worden.

Anmerkung: Im Jahre 2011 wartete Flexstrom im Rahmen dieser Angelegenheit mit zahlreichen widersprüchlichen Rechnungsstellungen auf, die nicht nachvollziehbar waren (kein Zählerstand, kein Abrechnungszeitraum...). Da ich die Rechnungen nicht nachvollziehen konnte und somit auch zahlreiche Beschwerden einreichte (auch über den Verbraucherschutz, da es meiner Ansicht nach schon Irreführung des Verbrauchers war), bestätigte mir Flexstrom 2011 via Mail dass mein "Konto ausgeglichen sei und kein Guthaben aufweise." Anhand dieser Aussage betrachtete ich mein Konto nun eben als ausgeglichen und dachte es bestehen keine Forderungen mehr. Scheinbar war ich im Irrtum.


Meine Frage: Die Flexstrom AG ist mittlerweile insolvent. Schuldet mir aus anderen Verträgen jedoch noch Geld. Kann von mir nun noch (im Sinne eines Widerspruchs zum Mahnbescheid !) eine korrigierte Rechnungsstellung unter Anrechnung der von mir korrekten gezahlten Beträge, sowie geschuldeten Beträgen seitens Flexstrom (aus anderen Verträgen) und des Aktionsbonuses erfolgen ?. Zu einer Zahlung der Rechtsanwaltskosten sehe ich mich nicht gezwungen, da es sich aus meiner Sicht keineswegs um einen schuldhaften Zahlungsverzug handelt (Rechnungsstellungen sind nicht korrekt, trotz mehrfacher Anschreiben wurde mir keine transparente Rechnungsstellung zur Verfügung gestellt). Liege ich diesbzgl. falsch ? Besteht überhaupt noch ein Anspruch auf Zahlung, da ja schon die ursprüngliche Rechznung falsch ist ?

--> Der Insolvenzverwalter schliesst eine Anrechnung von bestehenden "Kundenguthaben"
aus. Ist dies tatsächlich so einfach möglich ?


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Angesichts des ausgelobten Einsatz ist eine eingehende Beratung, die angesichts des komplexen Themas angezeigt wäre, leider nicht möglich. Statt dessen gehe ich gerne auf die von Ihnen geschilderten sowie auch andernorts festgestellten Unzulänglichkeiten der Flexstrom-Abrechnungen ein:

Zunächst haben Sie insofern Recht, als eine unrichtige/fehlende Abrechnung an sich die Zahlungsklage unbegründet machen würde, da es ohne ordnungsgemäße Abrechnung bereits an der Fälligkeit der Forderung fehlt. Hierbei ist in Ihrem Fall noch dazu zu beachten, dass Ihnen Flexstrom 2011 (also nach der Abrechnung) nocch eine Generalquittung ausgestellt hat.

Ferner kann grds. selbstverständlich gegen Forderungen der Flexstrom mit eigenen Ansprüchen aufgerechnet werden. Soweit mir bekannt, bezieht sich der entsprechende Passus im Schreiben des Insolvenzverwalters aber - richtigerweise - nur auf Forderungen, die gegenüber anderen Unternehmen des Flexstrom-Konzerns (zB Löwenzahn) bestehen. Solche Gegenforderungen berechtigen in der Tat nicht zur Aufrechnung.

Im Übrigen stehen Flexstromkunden regelmäßig weitere Schadensersatzansprüche, zB aufgrund nicht erfüllten Vertrages, gegenüber der Flexstrom zu, die ebenfalls zur Aufrechnung berechtigen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 72033 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort, vielen Dank! Ich komme gerne auf Herrn RA Lembcke zurück ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Ich bin immer noch der Meinung, dass es damals die passende Rechtsgrundlage gab, aber diese Detektivarbeit sprengt vielleicht diese Fragestellung. Das Drumrum war sehr hilfreich. Danke ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Sehr schnelle Antwort auch auf Nachfragen ...
FRAGESTELLER