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Urheberrecht bei Reprints von Büchern

27.01.2014 11:13 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Zusammenfassung: Die urheberrechtliche Schutzdauer bei Büchern beträgt grundsätzlich 70 Jahre. Es muss auf den Beginn der Schutzdauer besonders geachtet werden. Der Beginn hängt davon ab, ob es einen oder mehrere Autoren gibt bzw. ob der Autor überhaupt bekannt ist.

Guten Tag,
ich möchte einige Bücher neu verlegen, die vor 1900 erschienen sind und demnach das Urheberrecht darauf erloschen sein müßte.

Meine Fragen dazu:
1. Sind Bücher grundsätzlich 70 Jahre nach dem Tod des Autors frei von Urheberrechten oder kann es sein, das die Rechte auf einen Verlag oder andere Person übergegangen sind?
2. Sollte es möglich sein, daß die Rechte auf Verlage oder andere Personen übergehen können, wie kann man erfahren, ob ein Buch frei ist oder jemand Rechte daran hat?
3. Gibt es sonstige "Stolperfallen" im Urheberrecht bezüglich des Reprints von Büchern?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Diese möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten.

1. Sind Bücher grundsätzlich 70 Jahre nach dem Tod des Autors frei von Urheberrechten oder kann es sein, das die Rechte auf einen Verlag oder andere Person übergegangen sind?

Sie sprechen die Frage nach der Schutzdauer des urheberrechtlich geschützten Werkes an. Wie lange diese Dauer ist, hängt von verschiedenen Faktoren, insbesondere von der Art des betreffenden Werkes ab.

Bei einem Buch beträgt die Schutzdauer grundsätzlich 70 Jahre, das ist richtig.

Genauso wichtig wie die Frage nach der Länge der Schutzdauer ist die Frage, wann die Schutzdauer bzw. die Frist von 70 Jahren zu laufen beginnt.

Hier kommt es auf verschiedene Fakten an. Es macht insoweit einen Unterschied, ob es lediglich einen Autor oder mehrere Autoren gibt beziehungsweise ob der Autor bekannt ist.

Ist der Autor bekannt und gibt es keine weiteren Mitautoren beginnt die Schutzdauer von 70 Jahren mit Ablauf des Kalenderjahres, in welchem der Tod des Alleinautors eingetreten ist.

Vorsicht: bei mehreren Autoren beginnt die Frist von 70 Jahre erst mit Ablauf des Kalenderjahres zu laufen, in welchem der letzte Autor verstorben ist.

Ist der Autor unbekannt oder wurde das Buch unter einem Pseudonym veröffentlicht, gilt die Schutzdauer von 70 Jahren nach der Veröffentlichung. Sie sehen also, dass konkret geprüft werden muss, wann die Schutzdauer beginnt.

Die Schutzdauer verlängert sich übrigens nicht dadurch, dass der Autor oder die Autoren die Rechte an dem Werk/Buch auf einen Verlag oder ähnlichen Rechteverwerter übertragen haben.

2. Sollte es möglich sein, daß die Rechte auf Verlage oder andere Personen übergehen können, wie kann man erfahren, ob ein Buch frei ist oder jemand Rechte daran hat?

Selbstständig ist es möglich, dass Urheberrechte auf Verlage oder andere Personen übergehen können. Dieses ist die tägliche Praxis.

Ob letztendlich Rechte Dritter bestehen, lässt sich relativ einfach durch einen Blick in das Buch erkennen. Dort ist der Verlag genannt. Der Verlag muss aber nicht unbedingt Rechteinhaber sein. Es könnte auch eine zusätzliche Verwertungsgesellschaft geben. Dieses könnte man über eine einfache Nachfrage bei dem Verlag erfahren.

3. Gibt es sonstige "Stolperfallen" im Urheberrecht bezüglich des Reprints von Büchern?

Diese Frage ist sehr pauschal. Es kommt auf den Einzelfall und insbesondere das betreffende Buch an. Viele Bücher enthalten grafische Darstellungen und Fotos, die ebenfalls urheberrechtlich geschützt sind. Dieses müsste beachtet werden.

Im Kern wird die Schutzdauer aber das Hautproblem sein, dass es zu überprüfen gilt.

Ob es noch weitere „Stolperfallen" geben kann, lässt sich leider nicht pauschal für alle Fälle beantworten. Hier wäre eine einzelfallbezogene Prüfung erforderlich.

Mein Rat wäre daher, vor einer eventuellen Veröffentlichung einen im Urheberrecht erfahrenen Kollegen mit der abschließenden Prüfung der Sach- und Rechtslage zu beauftragen. Sehr gerne können Sie sich bei Interesse auch an meine Kanzlei wenden.

Ich hoffe Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Montagnachmittag und einen guten Wochenstart!

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