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Aukunftspflicht Insolvenzschuldner einer insolventen GmbH an Insolvenzverwalter

| 26.01.2014 18:54 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von


21:35
Ich bin Kreditnehmer einer inzwischen insolventen GmbH im Rahmen eines Kreditvertrages. Bis zum Bekanntwerden der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hatte ich mehr als die Hälfte des Betrages zurückgezahlt.
Direkt nach der Eröffnung des Verfahrens telefonierte ich mit dem Büro des Verwalters und schilderte meinen Fall. Man sagte mir, dass zunächst alle Unterlagen gesichtet werden müssen und ich bekäme dann Nachricht.
Die Zahlungen an die GmbH stellte ich sofort ein, um Verluste zu vermeiden. Ich bekam dann ca. 8 Monate später eine Nachricht, in der die gesamte Summe gefordert wurde, und bemerkte sofort, dass diese Forderung nicht auf Dokumente und Belege des Insolvenzschuldners beruhen kann.
Daraufhin telefonierte ich mit dem Verwalter und man sagte mir, ich möge doch bitte die bisher geleisteten Zahlungen sowie den Eingang der Kreditsumme auf mein Konto anhand der Auszüge nachweisen.
Auf meine Frage, woher denn die Summe stamme und warum ich erst jetzt Bescheid bekomme, antwortete man mir, dass sei dem Insolvenzschuldner noch so eingefallen!?
Die von mir verlangten Dokumente ließ ich dem Verwalter zukommen, bestand aber weiterhin darauf, man möge bitte die fehlenden Dokumente einfordern, um die Sache rechtssicher zu gestalten und weitere Einfälle des Insolvenzschuldners aus heiterem Himmel auszuschließen.
Erst nach weiteren 7 Monaten bekam ich wieder Nachricht in Form eines Mahnbescheids, dem ich aber widersprochen habe und der auch nach einer Beschwerde meinerseits an den Verwalter von ihm zurückgezogen wurde.
Weiterhin bestand ich auf die rechtssichere Abwicklung meines Falles wie oben beschrieben. Der Verwalter erklärte mir, er werde mir neben den mir bekannten Forderungstatbeständen keine großartigen Erklärungen abgeben.
Jetzt, 1 1/4 Jahre danach, bekomme ich einen weiteren Mahnbescheid mit einer Summe, die nur ca. ein Drittel meines bisher zurückgezahlten Betrages berücksichtigt.
Offenbar duldet der Verwalter, dass hier Dokumente fehlen, und somit die Verletzung der Auskunftspflicht des Insolvenzschuldners, die meiner Meinung nach besteht.
Das wäre jetzt auch meine Frage, ob ich diese Art der Abwicklung, die meiner Meinung nach unsauber ist, akzeptieren muss.
Anscheinend werden hier die Fakten auf Zuruf ausgetauscht, denn eine ehemalige Kollegin von mir soll auch was zurückzahlen, was sie längst erledigt hatte. Sie war dort angestellt und ich war dort freier Mitarbeiter.
26.01.2014 | 19:51

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Da Sie keine konkrete Frage formuliert haben, vermute ich, dass Gegenstand Ihrer Anfrage eine kurze Würdigung des geschilderten Sachverhaltes verbunden mit einem Rat, wie Sie sich verhalten sollten, ist.

Der Sachverhalt läßt auf eine ebenso desolate Buchhaltung der insolventen GmbH schließen, wie auf eine nicht sonderlich strukturierte Insolvenzverwaltung. In der Regel begründet der Insolvenzverwalter seine Ansprüche auf Unterlagen, die ihm der Schuldner vorlegt, und nicht auf Zuruf. Weiter lässt der Insolvenzverwalter bei Unklarheiten über den Umfang zurückgezahlter Darlehen einen entsprechenden Nachweis des Kreditnehmers genügen, ohne dann kostenauslösende Mahnverfahren anzustrengen. Dass sich in Ihrem Fall der Verwalter seiner Sache selbst höchst unsicher ist, zeigt der Umstand, dass der erste Mahnantrag zurückgenommen wurde.

Da Sie dem Verwalter nicht auskunftspflichtig sind, empfehle ich, dem Verwalter außergerichtlich keine entsprechenden Unterlagen mehr zur Verfügung zu stellen, und die Abgabe des Mahnverfahrens an das zuständige Streitgericht abzuwarten. Sobald Ihnen dann die Anspruchsbegründung zugestellt wird, sollten Sie sich - gleich, ob das Verfahren vor dem Amts- oder Landgericht geführt wird - anwaltlich vertreten lassen. Parallel hierzu empfiehlt es sich, dem zuständigen Insolvenzgericht Mitteilung über das Verhalten des Verwalters, insbesondere über die offensichtliche Verschwendung von Insolvenzmasse für dann zurückgenommene Mahnanträge (für die der Verwalter der Masse sicher auch noch Anwaltskosten berechnet), zu machen.

Die vorstehenden Vorschläge bedeuten jedoch nicht, dass die Masse keine einklagbaren Ansprüche Ihnen gegenüber hätte. So schulden Sie die ausstehende Kreditvaluta zzgl. Verzugszinsen. Um keine weiteren Verzugszinsen auflaufen zu lassen, sollten Sie die bislang rückständigen Tilgungsraten an den Verwalter zahlen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Thomas Henning, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Thomas Henning

Rückfrage vom Fragesteller 01.02.2014 | 10:01

Sehr geehrter Herr Henning,

vielen Dank für Ihre Antwort. Damit haben Sie mir sehr weitergeholfen.

Wenn ich mich an das Insolvenzgericht wende, um den Sachverhalt zu beschreiben, kann ich dann mit Strafanzeige gegen den Insolvenzschuldner drohen, um die Herausgabe der Dokumente an den Verwalter zu erzwingen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.02.2014 | 21:35

Hallo

und danke für die Nachfrage. Da das VErhalten des Schuldners strafrechtlich nicht sanktioniert ist, sondern nur nach den Vorschriften der InsO erzwungen werden kann, wäre eine Drohung mit Strafanzeige nur eine leere Drohung und dahe nicht zu empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 28.01.2014 | 07:39

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