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An- und Abmeldung des Kindes. Wo besteht die Hauptwohnung?

26.01.2014 17:54 |
Preis: ***,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von


09:45

Zusammenfassung: Haupt- und Nebenwohnsitz von Studenten

Ich bin alleinerziehend Mutter,bekomme 1 Freibetrag,da ich echt alleinerziehend bin.Mein Sohn studiert seit Oktober 2011 in Hof-Bayern,hat sich nicht wissend in Hof als Hauptwohnung angemeldet und in Nürnberg wo ich lebe abgemeldet.Das habe ich jetzt erst bemerkt,da mir das Finanzamt nun die steuerklasse 1 gegeben hat.Mein Sohn kommt ja wochenende usw. nach hause.Kann ich meinen Sohn nach dieser Zeit wieder bei mir als Hauptwohnung anmelden und den studienort als Nebenwohnung,wegen steuerklasse 2?Bekomme ich da Probleme mit den Einwohnermeldeamt?
26.01.2014 | 18:50

Antwort

von


(1707)
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70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Nach dem bayerischen (und denjenigen anderer Bundesländer) Meldegesetz gilt:

"Art. 15
Mehrere Wohnungen

(1) Hat ein Einwohner mehrere Wohnungen im Inland, so ist eine dieser Wohnungen seine Hauptwohnung.

(2) 1 Hauptwohnung ist die vorwiegend benutzte Wohnung des Einwohners. 2 Hauptwohnung eines verheirateten oder eine Lebenspartnerschaft führenden Einwohners, der nicht dauernd getrennt von seiner Familie oder seinem Lebenspartner lebt, ist die benutzte Wohnung der Familie oder der Lebenspartner [...]
In Zweifelsfällen ist die vorwiegend benutzte Wohnung dort, wo der Schwerpunkt der Lebensbeziehungen des Einwohners liegt."

Hier gilt nach dem Vollzugsgesetz des Meldegesetzes (VollzBekMeldeG) Bayern jedoch eventuell zu Ihrem Nachteil tatsächlich folgendes:

"16.2.2: Haben ledige (verwitwete, geschiedene oder dauernd getrennt lebende) Einwohner neben ihrer Wohnung, von der aus sie einer Erwerbstätigkeit oder Ausbildung nachgehen, eine weitere Wohnung, in die sie an den Wochenenden oder an sonstigen arbeitsfreien Tagen zurückkehren, so ist darauf abzustellen, welche Wohnung vorwiegend benutzt wird. Hierbei ist das Kalenderjahr maßgebend.

Legt z. B ein Student der Meldebehörde plausibel dar, dass er sich zeitlich überwiegend in der Wohnung seiner Eltern aufhält, ist diese seine Hauptwohnung - und eben umgekehrt. Bei der Plausibilitätsprüfung haben die Entfernung zwischen beiden Wohnungen und die Häufigkeit der Heimfahrten wesentliche Bedeutung."

Entscheidend ist die Dauer des Aufenthalts, also an welchem Ort sich Ihr Sohn mehr als ein halbes Jahr aufhalten, dieses wird wahrscheinlich in Hof sein.

Danach - nach dem Studium - kann aber anderes gelten.

Ansonsten kann aber aus steuerlichen Gründen der Hauptwohnsitz weiterhin in Nürnberg sein, wenn Ihr Sohn an den Wochenenden oder an sonstigen vorlesungsfreien Tagen nach Nürnberg zurückkehrt und diese Zeit in Nürnberg über ein halbes Jahr ausmacht.

Oft bieten aber auch die Studentenstädte finanzielle Anreize für Studenten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Rückfrage vom Fragesteller 26.01.2014 | 20:56

Kann ich nun meinen Sohn jetzt mit Hauptwohnung bei mir wieder beim Einwohneramt in nürnberg anmelden und Hof als nebenwohnung,dies also nach 2,5 jahren,da er sich ja unwissend bei mir abgemeldet hat ich wusste es ja auch nicht, ich von anfang an es so gehalten,ich brauch ja jeden cent,da ich ja keinen Unterhalt erhalte.Machtt das Einwohneramt dann evtl.Probleme?Vielen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27.01.2014 | 09:45

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Ja, das ginge jedenfalls ab sofort - unter der Voraussetzung, dass Ihr Sohn an den Wochenenden oder an sonstigen vorlesungsfreien Tagen nach Nürnberg zurückkehrt(e) und diese Zeit in Nürnberg über ein halbes Jahr ausmacht(e).

So ließe sich auch mit dem Finanzamt darüber reden, wenn es eine insoweit falsche Ummeldung Ihrer Sohnes war, die irrtümlich erfolgte.

Es muss dann aber genau schriftlich und unter Beweisvorlage dargelegt werden können, dass über die Hälfte der Zeit in Nürnberg verbracht wurde (Zeugen, Urkunden etc.).

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

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