1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Müssen Steuern gezahlt werden für Mieteinahmen wenn ich im Ausland lebe

| 25.01.2014 12:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Zusammenfassung: Versteuerung von Mieteinnahmen eines im Ausland lebenden und arbeitenden Deutschen

Hallo

Ich habe eine Frage zum Thema Haus vermieten.
Meine Angaben sind aber wie folgt, ich wohne und arbeite in Afrika bin über eine Schweizer Firma angestellt die hier in Afrika einen Betrieb hat.
Somit zahle ich keine Steuern in Deutschland da ich über die 183 Tage komme( bin aber noch gemeldet in Deutschland).
Jetzt bin ich am überlegen mein Haus zu vermieten da ich zu selten in DE bin.
Muss ich jetzt steuern Zahlen für die Mieteinahmen wenn ich unter der Einkommensteuer Grenze von 8000 Euro / a bleibe.( auf dem Haus ist noch ein Kredit offen fals das von Interesse ist).
Von Interesse wäre für mich auch, kann ich das Haus nach 5 Jahren Vermietung einfach verkaufen ohne das ich für den erlöss Steuern zahlen muss?

MfG

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


1.

Natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind nach § 1 EStG unbeschränkt einkommensteuerpflichtig.

Im steuerrechtlichen Sinne hat jemand einen Wohnsitz nach § 8 AO dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die darauf schließen lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird.

Innehaben bedeutet in diesem Zusammenhang die tatsächliche Verfügungsmöglichkeit.
Dies ist gegeben, wenn die Umstände des Einzelfalls den Schluss zulassen, dass der Steuerpflichtige die Wohnung beibehalten und entweder ständig oder doch mit einer gewissen Regelmäßigkeit benutzen wird, wobei die Wohnung nicht dauernd genutzt werden muss.

Auch bei einem Wegzug ins Ausland kann der Steuerpflichtige sowohl im Inland als auch im Ausland einen Wohnsitz im Sinne der Abgabenordnung haben.
Für diese Annahme kann insbesondere sprechen, dass die inländische Wohnung in einem sog. nutzungsbereiten Zustand gehalten wird.

Nach der Rechtsprechung des BFH reicht hierfür aus,

"wenn der Steuerpflichtige die Wohnung jährlich mit einer gewissen Regelmäßigkeit auf die Dauer von zwischen drei bis acht Wochen nutzt." (vgl. BFH Urt. v. 19.03.1997, Az.: I R 69/96).

Da Sie in Afrika einen Wohnsitz begründet haben und Ihre Wohnung im Inland (Deutschland) beibehalten haben, haben Sie auch im Geltungsbereich der Abgabenordnung einen Wohnsitz im Sinne des § 8 AO. Allerdings wäre noch zu prüfen, welchen Zeitraum Sie in Deutschland in Ihrer Wohnung verbringen.

Das könnte letztlich aber bedeuten, dass Sie mit Ihrem gesamten Einkommen der Einkommensteuer in Deutschland unterlägen (unbeschränkte Steuerpflicht).
Es kommt insoweit nicht nur auf die ominösen 183 Tage an.

Wenn Sie keinen Wohnsitz in Deutschland haben, besteht eine beschränkte Einkommensteuerpflicht für die Einkunftsarten des § 49 EStG. Hierzu zählen auch Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung in Deutschland.

In diesem Fall wären Sie also mit den Mieteinnahmen in Deutschland steuerpflichtig.


2.

Der Verkauf Ihrer Immobilie/Wohnung wäre dann nicht zu versteuern, wenn zwischen Anschaffung/Herstellung der Immobilie und deren Veräußerung mindestens zehn Jahre liegen, vgl. § 23 EStG. Abzustellen wäre in diesem Zusammenhang auf das Datum der notariellen Beurkundung des Kaufvertrages.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
http://www.kanzlei-roth.de/kontakt.php
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

Nachfrage vom Fragesteller 25.01.2014 | 15:15

Ich danke ihnen für ihre Antwort,

Ich würde dies jetzt nur noch mal kurz zusammen fassen:

Es spielt also keine Rolle in Welchen Land ich angestellt bin und wo ich lebe und arbeite, wenn ich einen Wohnsitz in Deutschland habe den ich länger als 3 Wochen nutze, müsste ich für mein Einkommen Steuern zahlen, auch wenn ein Doppelsteuerabkommen mit Deutschland besteht in dem Land wo ich arbeite.
Ich selbst bin nur auf Urlaub in Deutschland, und das max für 3 Wochen, den rest bin ich im Ausland.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.01.2014 | 16:56

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Meine Ausführungen haben Sie grundsätzlich richtig wiedergegeben.

Der Zweck eines Doppelbesteuerungsabkommens besteht darin zu vermeiden, dass ua eine natürliche Person, die in beiden Vertragsstaaten Einkünfte erzielt, in beiden Staaten besteuert wird.



Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

Bewertung des Fragestellers 25.01.2014 | 15:20

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
Jetzt Frage stellen