1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Betriebshaftpflichtversicherung- hier Mängelbeseitigungsnebenkosten

| 24.10.2013 10:31 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Guten Tag,
ich habe folgende Frage:
Eine Dachdecker GmbH dichtet ein großes Flachdach (Neubau) ab.Kompletter Aufbau einschl. mehrlagige Dachpappen,Dämmung usw.Gewährleistung 5 Jahre.
Nach einem Jahr stellt sich heraus, dass das Dach komplett undicht ist und sich unter der Dämmung 100er Liter Wasser angesammelt haben, die nun in den unteren Etagen zu Wasserschäden führen.
Man stellt einen Mangel an der Abdichtung fest.
In der Betriebshaftpflichtversicherung gibt es die Klausel der Mängelbeseitigungsnebenkosten.
Diese Klausel ist mir soweit unverständlich.
Was bedeutet das in diesem Fall ganz konkret?
Um den Mangel zu beseitigen und den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen, müsste das komplette Dach einschl. Wärmedämmung usw. abgerissen und neu aufgebaut werden, um den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen.
Inwieweit wäre das über die o.g. Klausel gedeckelt bzw. was würde die Versicherung hier bezahlen? Würde die Versicherung hier nur den Abriss und die Entsorgung und das Material bezahlen und müsste die Firma die Herstellungskosten dann selber bezahlen?
Mir ist der Begriff bzw. die konkrete Aussage in diesem Fall nicht klar.
(Dass ein Installateur, der beispielsweise ein defektes Abwasserrohr in einen Gipskasten einbaut und dieser Kasten -Öffnen, um an das Rohr zu gelangen und danach wieder zu schliessen, ist mir klar.Hier müsste der Installateur nur sein defektes Rohr einschl. der Arbeit selbst bezahlen)
Aber wie sieht es in diesem konkreten Fall aus?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


In diesem Fall ist es leider nicht möglich eine konkrete rechtsverbindliche Aussage zu treffen welche Schäden von der Versicherung übernommen werden, da dies eine Prüfung Ihres Betriebshaftpflichtversicherungsvertrages bedürfte. Dies ist im Wege einer juristischen Erstberatung nicht zu leisten.

Aus diesem Grund beantworte ich Ihre Frage etwas verallgemeinert wie folgt:

Bei marktüblichen Deckungserweiterungen bezüglich so genannter Mangelbeseitigungsnebenkosten erstreckt sich der Versicherungsschutz auch auf Schäden, die als Folge eines mangelhaften Werkes auftreten. Erfasst sind insoweit auch die Kosten, die erforderlich sind, um die mangelhafte Leistung zum Zwecke der Schadensbeseitigung zugänglich zu machen und um den vorherigen Zustand wiederherzustellen.

Die Kosten sind allerdings nicht gedeckt, wenn sie nur zur Nachbesserung aufgewendet werden, ohne dass ein Folgeschaden aufgetreten ist. Dies trifft für Sie vorliegend jedoch nicht zu, weil es bereits in den unteren Etagen zu Wasserschäden gekommen ist.

Damit bestünde Versicherungsschutz für die Beseitigung der Wasserschäden in den unteren Etagen.

Nicht gedeckt sind in jedem Fall die Kosten, die dem Dachdecker für die Beseitigung des Mangels an der Werkleistung selbst entstehen.
Es besteht also kein Versicherungsschutz, wenn die Sachen die zur Durchführung der Nachbesserung beschädigt werden müssen, vom Versicherungsnehmer selbst (oder in seinem Auftrag) verlegt oder angebracht worden sind.

Schauen Sie in Ihrem Versicherungsvertrag noch einmal nach, ob es dort auch eine Nachbesserungsbegleitschaden-Klausel gibt. Eventuell können sich aus dieser weitere Deckungserweiterungen ergeben. So zum Beispiel den Ersatz der Kosten für das Aufsuchen und Freilegen von Schäden und Mängeln (etwa Abreißarbeiten und das Aufschlagen von Wänden) und das Wiederherstellen des Zustandes der freigelegten Sache, der bestehen würde, wenn die Schäden und Mängel nicht aufgetreten wären (etwa das Verputzen von Wänden oder Verlegearbeiten).

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen und bedanke mich für das mir entgegen gebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Jan Philipp Bergmann
-Rechtsanwalt-

Rückfrage vom Fragesteller 24.10.2013 | 14:17

Vielen Dank erstmal für die Beantwortung der Frage.
Mir ist es aber leider immer noch nicht klar.
In dem Versicherungsvertrag gibt es tatsächlich die Klausel "Mängelbesitigungsnebenkosten",
die sich auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes vor Wassereintritt beziehen.
In diesem Fall ist ja das verbaute Material durchnässt (Dämmung usw.) und somit ist durch den Mangel diese Durchfeuchtung erst eingetreten.

Wenn z.B. die obere Abdichtung auf der Dämmung Mängel aufweist ist es dann nicht so, dass die Kosten für den Abriss, die Entsorgung und die Lieferung neuer Dämmung von der Versicherung bezahlt werden muss und dass der Dachdecker dann die obere Abdichtungslage, die mangelhaft war, auf seine Kosten neu kaufen und verarbeiten muss?

Schliesslich wurde ja die Dämmung, die der Hauseigentümergemeinschaft gehört, beschädigt bzw. durch die Durchfeuchtung unbrauchbar gemacht.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 24.10.2013 | 15:12

Gerne beantworte ich Ihnen die Nachfrage und hoffe, einige verbliebene Unklarheiten ausräumen zu können.

Es ist grds. so, dass die Versicherung die Kosten für Schäden und deren Ausgleich übernimmt, die an anderen als den vom Versicherungsnehmer eingebrachten Sachen einstanden sind. Hat der Dachdecker also die Dämmung nicht selbst eingebracht, sollte dieser Schaden regulierungsfähig sein, sein eigenes Material und sein Werklohn hingegen nicht.

Dies ist jedoch lediglich eine grobe Einschätzung der Lage aufgrund Ihrer hier gemachten Angaben. Leider kann ich Ihrer Frage nicht konkreter beantworten ohne den Versicherungsvertrag geprüft zu haben, hoffe aber, dass ich zumindest etwas Lichts ins Dunkle bringen konnte.

Freundlich grüßt Sie
Jan Philipp Bergmann
-Rechtsanwalt-

Bewertung des Fragestellers 24.10.2013 | 22:13

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?