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Testament gültig oder Pflichtteil?

19.03.2007 02:39 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Werter Rechtsanwalt, werte Rechtsanwältin!

Kurze Beschreibung des Sachverhaltes: Mein Vater ist vor ca. 3 Wochen verstorben. Ich und meine Schwester sind die ihm immer nahe gestandenen Kinder erster Ehe. Außerdem gibt es 6 Enkelkinder. Sein Vermögen beträgt insgesamt ca. 135.000 Euro. (Auto, Konto, Ferienwohnung in Kroatien)
Nun konfrontiert uns die Ehefrau (2.Ehe) meines verstorbenen Vaters mit einem angeblichen Anspruch auf 50 % des Erbes.
Laut seinem Testament (vor 1 Jahr erstellt) hat mein Vater aber die Ehefrau aber mit 20 % sämtlicher Güter berücksichtigt und uns Geschwister mit den restlichen 80 % zu jeweils einer Hälfte. (40/40)
Die Ehefrau setzt uns etwas unter Druck und sagt, Sie hätte das Recht dazu. Beide waren 4 Jahre verheiratet. Ob es eine Gütertrennung gab, wissen wir nicht.
Nun suchen wir Rat, da wir eigentlich davon ausgingen, dass hierbei das Testament Vorrang hat? Gibt es Vorraussetzungen dass die Ehefrau doch mehr bekommt als ihr durch den Teil von 20% im Testament zusteht?

Ich danke ihnen schön jetzt für Ihre Antwort

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Bevor ich mit der Bearbeitung beginne möchte ich Ihnen noch mein Beileid hinsichtlich des Todes Ihres Vaters vor drei Wochen aussprechen.
Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung würde sich bei der gesetzlichen Erbfolge nach Ihrem Vater eine Erbengemeinschaft aus der aktuellen Ehefrau und den beiden Kindern ergeben. Weitere Kinder sind wohl nicht vorhanden.
An dieser Erbengemeinschaft wäre zu 50 % die Ehefrau, wobei 25 % aus dem Erbrecht und weitere 25 % aus dem Familienrecht, als so genannte „Zugewinnausgleichsabfindung“ herrühren beteiligt.
Sollten die beiden Ehegatten jedoch nicht im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelebt haben, würde die Beteiligung von 25 % an der Erbengemeinschaft aus dem Familienrecht wegfallen.
Die übrige Beteiligung an dieser Erbengemeinschaft würden sich die beiden Kinder teilen.

Diese Erbfolge nach dem Vater würde eintreten, wenn der Erblasser nicht von seiner Testierfreiheit Gebrauch gemacht hätte, indem er eine Verfügung von Todes wegen errichtet hätte.
Da sich Ihr Vater jedoch dazu entschlossen hat, ein Testament zu verfassen, wird dieses die gesetzliche Erbfolge in Ganzen verdrängen.
Somit ist hinsichtlich der Erbfolge das Testament maßgebend, in dem der Erblasser nunmehr eine andere Aufteilung der Beteiligung hinsichtlich der dem Grunde nach sich bereits aus der gesetzlichen Erbfolge vorhandenen Erbengemeinschaft vorgenommen hat.
Durch diese Regelung im Testament wäre die aktuelle Ehefrau auch nicht als Angehörige von der Erbschaft ausgeschlossen, so dass bereits dem Grunde nach kein Raum für etwaige Pflichtteilsansprüche besteht.
Somit ergibt sich nach Heranziehung des Testamentes eine Beteiligung von 20 % an der Erbengemeinschaft zugunsten der aktuellen Ehefrau und die übrigen 80 % der Beteiligung an dieser würden sich die Geschwister zu je 40 % teilen.


Ich hoffe, Ihnen im Rahmen Ihres Einsatzes weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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