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Erheblicher versteckter Mangel am Neuwagen nach drei Jahren entdeckt

12.08.2013 21:06 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Zusammenfassung: Mängelansprüche verjähren bei beweglichen Sachen in zwei Jahren ab Übergabe. Das gilt nicht, wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen hat.

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor etwa drei Jahren haben wir uns einen Neuwagen für ca. 21.000€ gekauft. Hinzu kam noch eine LPG- (Autogas) Anlage sowie eine Garantieverlängerung um weitere zwei Jahre zusätzlich zur Werksgarantie, Gesamtpreis war somit knapp 24.000€. Das Fahrzeug hat jetzt noch ein knappes Jahr Garantie, in den drei Jahren wurde der Wagen 62.000km bewegt. Inspektionen wurden immer in der Vertragswerkstatt ausgeführt.

Vor zwei Wochen fiel mir ein in meinen Augen erheblicher Mangel an dem Fahrzeug auf. Nach einer Gefahrenbremsung auf der Autobahn sind die Bremsbeläge "verbrannt" und die Scheiben ausgeglüht. Dies kann nach dieser Fahrleistung vorkommen und ist nichts ungewöhnliches. Die Bremsen sollten dann in einer freien Werkstatt erneuert werden, hier hat man schließlich festgestellt, dass an unserem Wagen werksseitig die Bremsanlage vom Modell mit 120PS verbaut wurde. Unser Wagen hat 150PS.

Unser Händler (Vertragshändler des Herstellers) stellt sich quer diesen Mangel zu beseitigen und möchte uns wieder die selben Bremsen andrehen. Die zweite Möglichkeit wäre, die betroffenen Teile an der Bremsanlage (Bremssattel sowie Sattelhalter) mit einem erheblichen Eigenanteil zu tauschen (Materialkosten ca. 1200€, Eigenanteil von uns 800€).

Zwischenzeitlich haben wir auf Rat von einem TÜV-Techniker unseren Wagen stehen gelassen, da der Wagen die ganzen drei Jahre keine Betriebserlaubnis hatte und wir somit ohne Versicherungsschutz unterwegs waren, da ja werksseitig die falsche Bremsanlage verbaut war. Auch dies wird von unserem Händler ignoriert.

Welche Möglichkeiten haben wir, den Mangel beseitigen zu lassen? Die Zusatzgarantie sieht einen Eigenanteil bei Ersatzteilen erst ab einer Laufleistung von 100.000km vor, aber auch nur, wenn ein Defekt wirklich vorliegt. Werksmängel werden nicht explizit erwähnt. Auf Kulanz können wir vom Hersteller ebenfalls nicht hoffen, obwohl für unseren Wagen ausdrücklich keine Betriebserlaubnis vorliegt.

Vielen Dank für jeden hilfreichen Tipp und Ratschlag.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Grundsätzlich verjähren Mängelansprüche nach <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/438.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 438 BGB: Verjährung der Mängelansprüche">§ 438 I Nr. 3 BGB</a> in zwei Jahren ab Übergabe der Sache. Diese Frist wäre abgelaufen. Anders ist das nach <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/438.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 438 BGB: Verjährung der Mängelansprüche">§ 438 III BGB</a> , wenn der Verkäufer den Mangel arglistig verschwiegen hat. Sie müssten nachweisen, dass der Verkäufer wusste das die falsche Bremsanlage verbaut ist und das diese zum Erlöschen der Betriebserlaubnis führt. Hierfür sehe ich aber durchaus Ansätze, weil ein so wichtiger Punkt dem Vertragshändler bekannt sein muss. Entscheidend ist natürlich, dass der TÜV objektiv feststellt, dass der Wagen mit diesen Bremsen nicht betrieben werden darf. Es würde dann die regelmäßige Verjährung von 3 Jahren gelten, die immer am Jahresende beginnt. Wenn Sie den Wagen nicht 2010 oder später gekauft haben, wäre keine Verjährung eingetreten.

Der Verkäufer müsste dann auf eigene Kosten die Bremsen tauschen und dabei die korrekte Anlage einbauen.

Ob wirklich ein arglistiges Verschweigen vorliegt, müsste man natürlich genauer prüfen.

Zu den Garantien kann man ohne Kenntnis des Wortlauts der Bedigungen leider wenig sagen.

Vom Sinn und Zweck würde ich generell dazu tendieren, die Garantie greifen zu lassen, da es ja gerade nicht um Verschleißteile geht, sondern um einen Produktfehler.

Ich würde zunächst gegen den Händler als Verkäufer vorgehen. Sie sollten hierzu anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.







Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

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