1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Beruflich bedingter Umzug - Doppelte Haushaltsführung oder nicht?

30.07.2013 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: doppelte Haushaltsführung einer unverheirateten bzw. ledigen Person

Ich, alleinstehend, wohne und arbeite seit 4 Jahren in NRW.

Beruflich verändere ich mich zum 1.10. und habe bereits jetzt zum 1.08. eine Wohnung in der Nähe der zukünftigen Arbeitsstelle gemietet, (400km weit von NRW entfernt).

Mein neuer Arbeitgeber beteiligt sich pauschal an den Umzugskosten.

Nun meine Frage: Kann ich steuerlich die neue Wohnung ab 1.8. als Lebensmittelpunkt angeben, da ich mich dort einleben muss und damit die bisherige Wohnung in NRW als Zweitwohnung nutzen. Damit auch eine doppelte Haushaltsführung plus Verpflegungsmehraufwand für die Zeit von 1.8.-31.09. geltend machen? Ich weiß, dass der Lebensmittelpunkt normalerweise am Arbeitsort ist, doch in meinem Fall mit dem Umzug in eine neue Stadt, sowie der Arbeitsaufnahme im Oktober dort, habe ich vor, bereits ab sofort dort jedes Wochenende zu verbringen. Mit diesem Schritt ändert sich mein Lebensmittelpunkt auch ab sofort. Kann ich das so steuerlich für mich günstig begründen?

Oder kann ich ausschließlich die doppelte Miete für die Zeit vom 1.8.-31.09. in der neuen Stadt im Rahmen der Umzugskosten geltend machen und den Zweitwohnsitz dort melden? Bzw. welche anderen steuerlich günstigere Möglichkeiten stehen mir offen?

Ich verfahre mit meiner Vorgehensweise gegenverkehrt und finde hierzu keine Informationen. Die meisten behalten vorerst ihre Wohnung am alten Standort und wechseln erst später.

Zusatzinfo: Eingerichtet wird die (neue größere) Wohnung mit neu zu beschaffenden Möbeln, die Möbel aus der Altwohnung <60m² werden ca. Mitte September mit einem Umzugsunternehmen geliefert.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
Da Sie dort zukünftig arbeiten, können Sie ab sofort die Kosten für die doppelte Haushaltsführung samt Verpflegungsmehraufwand geltend machen.
Wenn Sie alleinstehend sind, haben Sie grundsätzlich Ihren Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt dort wo Sie arbeiten. Hier müssen Sie zusätzliche Begründungen anführen, warum Sie in ihrem alten Ort Ihren Lebensmittelpunkt inne haben.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 30.07.2013 | 15:38

Konkret zu diesem Sachverhalt nachgefragt: Ich arbeite noch bei meinem alten Arbeitgeber in NRW bis Ende September, ziehe aber bereits zum 1.8. schon an den Ort meines künftigen Lebensmittelpunktes. D.h. meine bisherige Wohnung in NRW behalte ich bis Ende September bei, habe sozusagen eine Wohnung am alten und eine Wohnung am neuen Lebensmittelpunkt und ich möchte wissen, ob ich die doppelte Haushaltsführung und den Verpflegungsaufwand für die Zeit bis Ende September an meinem bisherigen Standort ansetzen kann.

Für mich bedeutet das ja, dass ich vor der Arbeitsaufnahme am neuen Standort schon meinen Lebensmittelpunkt dort wahrnehme. Kann ich das so begründen?
Verstehe ich Sie richtig, dass es, wenn ich eine neue Arbeitsstelle antrete - in meinem Fall ja erst im Oktober -,klar ersichtlich ist, dass ich, sobald ich dort also eine Wohnung beziehe, davon ausgegangen werden kann, dass dies ab diesem Zeitpunkt mein Lebensmittelpunkt ist, und nicht erst zu dem Zeitpunkt der Arbeitsaufnahme.

Ihre Ausage, dass grundsätzlich für einen Alleinstehenden der Hauptwohnsitz und Lebensmittelpunkt dort ist, wo er arbeitet, das wäre dann ja noch mein jetziger Standort in NRW bis Ende September, ist widersprüchlich zu der Aussage, dass ich ab sofort die Kosten für die doppelte Haushaltsführung ansetzen kann.

Bitte helfen Sie mir noch einmal, den genauen Sachverhalt zu verstehen.
Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.07.2013 | 15:49

Nun sieht die Sache anders aus, wenn Sie noch bis Ende September 2013 in NRW arbeiten. Ihren Lebensmittelpunkt bezüglich der neu angemieteten Wohnung werden Sie kaum nachvollziehbar und glaubhaft gegenüber dem Finanzamt belegen können, dass Sie diesen bereits ab 01.08. in der neuen Wohnung haben, obwohl Sie weiterhin in NRW arbeiten. Dies müssen Sie auch nicht unbedingt. Sie können immer nur einen Lebensmittelpunkt haben, aber natürlich mehrere Wohnungen bzw. Wohnsitze. Es reicht aus, dass Sie die neue Wohnung aufgrund des Jobwechsels im Oktober, also aus beruflichen Gründen angemietet haben. Die zeitliche Verknüpfung ist wohl gegeben. Sie können also für die Monate August und September 2013 die Miete für die neue Wohnung als Werbungskosten ansetzen, also nicht für die Wohnung in NRW und keine Verpflegungsmehraufwendungen für August und September 2013. Dass Sie sodann Ihre Wohnung in NRW aufgeben, spielt keine Rolle (mehr), da die doppelte Haushaltsführung beruflich begründet war. Etwas anderes gilt natürlich dann, wenn Sie Ihre Wohnung in NRW endgültig aufgeben. Dann beendet dies auch die doppelte Haushaltsführung.
Gerne können Sie mich nochmals per pm benachrichtigen oder kontaktieren, falls noch Rückfragen erforderlich sind.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69672 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnell, präzise, sachlich - perfekt. Ganz herzlichen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Frage ausführlich beantwortet keine weitere Nachfrage. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
vielen Dank für die rasche und gründliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen