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Wer hat das Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht?

28.05.2013 12:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

aus meiner geschiedener Ehe (Trennung vor 12 Jahren) gibt es zwei gemeinsames Kind. Bei der Scheidung wurde gemeinsames Sorgerecht vereinbart. Die Kinder leben seit der Trennung bei mir (Ausland) und ich habe mich bisher um alle Belange wie Schule, Gesundheit, Freizeitaktivitäten, Entwicklungsförderung und alle in der Erziehung anfallenden Themen allein gekümmert.

Mein geschiedener Mann wohnt etwa 100 Kilometer entfernt und ist wieder verheiratet (5). Seine Frau hatte Kinder mit in die Verbindung gebracht, welche sehr jedoch wieder zu Ihren Vätern zurück gezogen sind.

Es bestand immer uneingeschränkte Umgang zu seinen Kindern, diese habe ich Ihm nie vorenthalten. In der Anfangszeit habe ich auch versucht Ihn bewusst in die Erziehung einzubinden, damit die Kinder nicht zu stark unter der Entscheidung leiden mussten.
Teilweise pflegte er den Umgang einige Jahre nur unregelmäßig, oder zeitweise gar nicht. Oft begründete er es mit beruflichen Terminen.

Obwohl der Unterhalt oft fehlte und bis heute noch offene Zahlungen sind, und ich momentan noch keinen Gewinn / Einkommen habe und meine Rücklagen alle sind, war ich immer bemüht den Kinder alles zu ermöglichen und Sie diese Situation nicht spüren zu lassen.

Bis heute gibt es Unregelmäßigkeiten. Daher war ich bisher nicht böse, wenn er sich aus allen Erziehungsdingen raus hielt.

Leider keine vernünftige Kommunikation führen. Immer wenn ich Ihn bat, oder bitte mich in der Erziehung und Entwicklung der Kinder zu unterstützen, wurde diese Bitte es als eine Schwäche (Unfähigkeit) von mir hingestellt, was er auch den Kindern gegenüber so äußerte.

Vor einigen Jahren hatte ich große Schwierigkeiten mit der Entwicklung meines ältesten Kindes und brachte diesen dann Hilfe suchend zu seinem Vater mit der Bitte die Erziehung zu übernehmen. Das war für mich ein schwerer Schritt und ich habe bestimmt damals überreagiert, aber ich sah damals keinen anderen Ausweg, da die Aggressionen des Kindes zu groß waren.

Das Kind war nur ein paar Wochen bei seinem Vater, dann wollte es wieder zurück. Schon damals konnten wir nicht einmal zum Wohle des Kindes vernünftig kommunizieren. So erkundigte ich mich in der Schule beim Direktor, ob ich etwas für das Wohl des Kindes tun kann.

Mein geschiedener Mann gab mir keinerlei Auskunft, da er der Meinung war, ich habe ja das Kind abgeschoben und nun kümmere er sich darum. Er forderte mich auf das Aufenthaltsbestimmungsrecht ändern zu lassen.
Dafür sah ich keine Notwendigkeit, da wir gemeinsames Sorgerecht haben und ich den Umzug und dem Ummelden ja nicht im Wege stand. Auch bat ich Ihn damals zum Wohle des Kindes erst einmal abzuwarten und zu beobachten welche Entwicklung das Kind nimmt.

Das hat Ihm nicht gelangt und er schaltete das Jugendamt ein und stellte abermals jegliche Unterhaltszahlung ein.

Nun stehe ich wieder vor diesem Aggressionsproblem, welches sich jetzt nicht mehr nur verbal und in Tobsuchtsanfällen äußert, sondern auch in körperlichen Handlungen.

Obwohl ich nach dem letzten Vorfall mit dem Kind Untersuchungen machen lassen habe und ein Ansatz von hoher Intelligenz und ADHS bestätigt wurde, bin ich ratlos. Auch wenn die Pubertät eine zusätzliche Rolle spielt und dies Veränderungen hervorbringt, habe ich keine Kraft mehr.

Ich sehe nur noch eine Chance für uns. Wenn ich mein Kind nicht ganz verlieren möchte ist es besser, wenn wir nicht mehr täglich zusammen kommen. Der Respekt, die Achtsamkeit, der freundliche höfliche Umgang, welches mein Kind für Andere hat, bringt es mir zur Zeit ganz selten entgegnen.

Nach einem Gespräch zwischen meinem Kind und mir, sind wir uns auch einig vorerst einen getrennten Weg zu gehen.
Auch wenn in absehbarer Zeit einer Internatsaufenthalt als Lösung möglich ist, bleiben tägliche Reibungen nicht aus. Die verbalen Aggressionen werden immer massiver und die Abstände zwischen verbal und körperlich immer kürzer.

Deshalb habe ich mich an den Vater meiner Kinder gewandt und Ihn gebeten, dass Kind nach diesem Schuljahr bei sich aufzunehmen.

Der Vater hat diesem zugestimmt, jedoch unter folgenden Voraussetzungen.
- Änderung des Aufenthaltsbestimmungsrechts,
- eine polizeiliche Ummeldung
- Anmeldung auf einer entsprechenden Schule

und nur wenn das Kind auf Dauer zu Ihnen zieht ( sein Wortlaut, "ganz oder gar nicht").


Meine Fragen:

1. Mus das Aufenthaltsbestimmungsrecht geändert werden?

2. Wir haben gemeinsames Sorgerecht, ändert sich das?

3. Das Kind ist 14 J. kann es allein entscheiden? Und kann es wieder zurück?

4. Kann die Schule/Internat auch im Ausland bleiben, wenn der Wunsch des Kindes besteht?

5. Was für Folgen hat das für den Unterhalt und das Kindergeld?

6. Habe ich trotzdem noch Anspruch auf den noch offenen nicht gezahlten Unterhalt?

4. Das zweite Kind bleibt bei mir, wie verhält sich das für dessen Unterhalt und Kindergeld?

Vielen Dank vorab, W.


Sehr geehrte Ratsuchende,

gern nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen - unter Beachtung des von Ihnen gebotenen Einsatzes - wie folgt Stellung:

1. Muss das Aufenthaltsbestimmungsrecht geändert werden?

Nein! Wenn sich beide Elternteile einig sind, Bedarf es einer Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrechtes als Teil des Sorgerechtes auf eines der Elternteile nicht. Da bei ihnen kein Streit besteht und Sie den Wechsel des Kindes in den anderen Haushalt sogar ausdrücklich wünschen, wird auch kein Familiengericht bereit sein, Ihnen das Aufenthaltbestimmungsrecht zu entziehen.

2. Wir haben gemeinsames Sorgerecht, ändert sich das?

Nein! Das Sorgerecht der Eltern wird nicht davon beeinflusst, wo das Kind lebt. Aber selbstverständlich ist es möglich, trotz weiterbestehender gemeinsamer elterlicher Sorge speziell das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf einen Elternteil zu übertragen.

3. Das Kind ist 14 Jahre alt. Kann es allein entscheiden? Und kann es wieder zurück?

Im Grunde können erst volljährige Kinder frei entscheiden, wo sie leben möchten. Bei minderjährigen Kindern entscheiden die sorgeberchtigten Eltern unabhängig vom jeweiligen Alter des Kindes allein. Sollte insoweit Streit aufkommen, entscheidet das Familiengericht unter Beachtung des Kindeswohls. Hier hat dann ein älteres minderjähriges Kind, welches vom Gericht anzuhören ist, ein je nach Einzelfall gewichtiges Mitspracherecht.

4. Kann die Schule/Internat auch im Ausland bleiben, wenn der Wunsch des Kindes besteht?

Bei gemeinsamer Sorge - unabhängig vom Aufenthalt des Kindes - entscheiden beide Elternteile gemeinsam über die schulische Entwicklung des Kindes. Bei Streit sind wiederum Jugendamt oder Gericht hinzuzuziehen.

5. Was für Folgen hat das für den Unterhalt und das Kindergeld?

Sobald das Kind in den Haushalt des Kindesvaters wechselt, ist die Kindergeldstelle zu informieren. Der Vater ist dann kindergeldbezugsberechtigt. Unterhaltspflichtig ist immer derjenige, bei dem das Kind nicht lebt. Bestehende Unterhaltstitel sind bei Wechsel des Aufenthaltes abzuändern.

6. Habe ich trotzdem noch Anspruch auf den noch offenen, nicht gezahlten Unterhalt?

Auf rückständigen Unterhalt aus der Vergangehheit, als das Kind noch bei Ihnen lebte, haben Sie dennoch Anspruch. Voraussetzung ist natürlich, dass dieser Unterhalt tituliert ist.

4. Das zweite Kind bleibt bei mir. Wie verhält sich das für dessen Unterhalt und Kindergeld?

Für das bei Ihnen lebende Kind sind selbstverständlich Sie weiter kindergeldbezugsberechtigt. Da bei Wechsel des ersten Kindes in den Haushalt des Vaters Geschistertrennung eintritt und jedes Elternteil ein Kind in seinem Haushalt versorgt, heben sich die beiderseitigen Unterhaltspflichten gegeneinander auf.

Mit freundlichen Grüßen

Wundke
Rechtsanwalt

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