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Kann ich den nicht auf mich entfallenden Erbanteil kaufen, bevor Erbe eintritt?

| 08.05.2013 17:14 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Winkler


Zusammenfassung: Die Stellung als Nacherbe ist schon vor dem Eintritt des Nacherbfalles vererblich, sofern der Erblasser nichts anderes angeordnet hat. Grundsätzlich kann der Nacherbe auch über seine Anwartschaft frei verfügen. Wenn die Nacherbenstellung nicht vererblich ist, gilt dies jedoch nicht.

Hallo,
meine Vater verstarb im Februar. Es besteht ein Testament in dem er meine Schwester Laura, seine Lebensgefährtin sowie mich , je zu einem 1/3 einsetzte.
bis dahin ist alles ok.
Mein Großvater ( der Vater meines Vaters) hat ein Haus von einer Tante als nicht befreiter Erbe geerbt. festgehalten ist in dem Testament, das die Nacherbein dieses Hauses die Schwester meines Vaters werden sollte. Vom meinem Großvater wurde nach dem Erbe der Tante ein notarieller Vertrag aufgesetzt in dem die Schwester meines Vater , meinem Vater die Hälfte des Miethauses schenkte ( 3 Wohnungen) . Mein Großvater mochte jetzt das Haus verkaufen und bat uns um die Unterschrift dafür. Meine Frage ist jetzt, und da haben wir schon zwei Anwälte gefragt und zwei unterschiedliche Antworten bekommen, ist da auch die Lebensgefährtin mit dabei , oder gehört alles dann nur dem Opa. Das Haus hat einen Schätzwert von 290000 Euro. Meine Schwster und ich möchten das Haus abzüglich unseres Anteil für 160000 Euro kaufen. Kann man das überhaupt schon als Erbe sehen wenn der Opa es verkauft?
Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworten möchte:

"Meine Frage ist jetzt, und da haben wir schon zwei Anwälte gefragt und zwei unterschiedliche Antworten bekommen, ist da auch die Lebensgefährtin mit dabei, oder gehört alles dann nur dem Opa."

Ihre Frage ist leider nicht ganz leicht verständlich formuliert. Wahrscheinlich möchten Sie erstens wissen, wer derzeit Eigentümer ist und zweitens erfahren, ob die Nacherbenstellung Ihres Vaters auf die Erbengemeinschaft aus drei Personen übergegangen ist.

Eigentümer ist derzeit nach Ihren Angaben noch Ihr Großvater. Allerdings ist er als nicht befreiter Vorerbe gemäß § 2113 BGB daran gehindert das Grundstück zu verkaufen, weil dies die Rechte des oder der Nacherben beeinträchtigen würde. Mit dem Einverständnis der Nacherben wäre eine solche Verfügung über das Haus allerdings endgültig wirksam.

Die Nacherbenstellung kann - entsprechenden Willen des Erblassers (hier der Tante) vorausgesetzt - sowohl gemäß § 2108 Abs. 2 BGB vererblich sein als auch durch Vertrag übertragen werden. Wenn also aus dem Testament der Tante nichts anderes hervorgeht, dann konnte die Schwester Ihres Vaters die Hälfte ihres Anwartschaftsrechts an dem Haus(nicht aber die Hälfte des Hauses, darauf hatte sie als Nacherbin noch keinen Zugriff!) als Nacherbin an Ihren Vater verschenken. Dieses Anwartschaftsrecht ging unter den oben genannten Voraussetzungen auch gemäß § 2108 BGB auf die Erbengemeinschaft nach Ihrem Vater über. Die Lebensgefährtin Ihres Vaters würde somit im Fall des Todes Ihres Großvaters Miterbin an dem Haus zu einem Sechstel.

Sofern Ihr Großvater das Haus schon zu Lebzeiten veräußern möchte, muss also unter Umständen die Lebensgefährtin - genau wie Ihre Schwester und Sie - gefragt werden. Andernfalls müsste - theoretisch - der Kauf gegebenenfalls nach dem Tode Ihres Großvaters rückabgewickelt werden. In der Praxis würde ein solcher Verkauf allerdings höchstwahrscheinlich schon deshalb nicht stattfinden, weil Ihr Großvater lediglich als nicht befreiter Vorerbe im Grundbuch steht.

"Kann man das überhaupt schon als Erbe sehen wenn der Opa es verkauft?"

Nein, ein Verkauf zu Lebzeiten des Vorerben an die Nacherben ist keine Erbschaft sondern ein Geschäft unter Lebenden, eben ein Grundstückskauf. Wegen der Beschränkung des Vorerben betreffend Grundstücksgeschäfte aus § 2113 BGB wäre ein Verkauf ohne Zustimmung der Nacherben diesen gegenüber unwirksam. Die Unwirksamkeit würde erst mit dem Eintritt der Nacherbschaft, hier wahrscheinlich also mit dem Tode des Großvaters, eintreten.

Abschließend weise ich darauf hin dass zusätzliche Angaben zum Sachverhalt die rechtliche Bewertung u.U. völlig ändern können.

BITTE BETRACHTEN SIE MEINE AUSKUNFT IN DIESEM FALL NUR ALS ERSTE STELLUNGNAHME. FÜR BELASTBARE AUSKÜNFTE MÜSSTEN ALLE RELEVANTEN TESTAMENTE UND VERTRÄGE EINGESEHEN WERDEN!

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen. Falls Sie in der Sache weiteren Vertretungs- und Beratungsbedarf haben, können Sie mich gern über die Kontaktdaten in meinem Profil benachrichtigen. Die räumliche Entfernung spielt dabei aufgrund der Kommunikationsmöglichkeiten keine Rolle.

Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Winkler
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 08.05.2013 | 23:07

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"wenn 40,00 Euro für eine kurz frage nicht ausreichen ist das sehr schlecht . viele menschen arbeiten für einen euro die stunde"
Stellungnahme vom Anwalt:
Abzüge bei Ausführlichkeit und Verständlichkeit sind nicht nachvollziehbar, wenn die Nachfragefunktion nicht genutzt wird! Zudem war die Fragestellung recht unklar, wenn der Mandant mehr wissen will, muss er nachhaken. Mit den Angaben des Mandanten war eine tiefergehende Antwort nicht möglich.
FRAGESTELLER 08.05.2013 4/5,0
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