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Wohnung vor Tod verkauft - Gilt weiterhin Testament zur Wohnung für das Geld?

| 27.04.2013 16:13 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Meine Großmutter ist verstorben. Nach gesetzlicher Erbfolge sind meine Onkel und ich die alleinigen Erben. Meine Großmutter war in Besitz einer Wohnung. Im Testament wurde vermerkt, dass diese Wohnung zu je einem Drittel an meinen Onkel, meine Cousine und mich gehen soll. Zu Barvermögen wurde im Testament keine Aussage getroffen. Mein Onkel hat im Namen meiner Großmutter die Wohnung vor 4 Jahren verkauft und das Geld auf einem Konto angelegt. Gilt nun weiterhin das Vermächtnis für die Wohnung (also je ein Drittel), wenn nachweisbar ist, dass das Geld aus dem Verkauf der Wohnung entstanden ist oder gilt nun für das gesamte Geld die gesetzliche Erbfolge (also die Hälfte Onkel und ich)? Kann auf dem Konto ein Passus vermerkt worden sein, der das Vermächtnis zur Wohnung weiterhin aufrecht erhält?
Die Formulierung im Testament ist: "Wir bestimmen, dass nach unserem Ableben ... jeder bzw. jede 1/3 Teil der Eigentumswohnung erhält".
Mein Onkel hat Verfügungsrecht über die Konten und kann daher das Geld ohne Erbschein abheben, was er in Kürze tun möchte (und dieses dann in 3 Teile aufteilen). Daher würde ich gerne wissen, welcher Anteil mir rechtlich gesehen zusteht.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Wenn Ihre Großmutter ein Testament hinterlassen hat, hat sie damit die gesetzliche Erbfolge außer Kraft gesetzt.

Aufgrund Ihrer Schilderung sollen wohl Sie, Ihr Onkel und Ihre Cousine jeweils zu 1/3 Erbe nach der Großmutter werden.

Anders wäre dies nur dann, wenn die Großmutter im Testament verfügt hätte, dass Sie und Ihr Onkel die Erben sind und die Wohnung aber lediglich durch die 3 benannten Personen geteilt werden soll.

Es ist aber davon auszugehen, dass das Nachlassgericht eine Auslegung des Testamentes Ihrer Großmutter vornehmen muss, wenn der Wortlaut nicht konkret gefasst worden ist.

Wenn von einem Vermächtnis auszugehen wäre, was nur anhand der konkreten Prüfung des Testaments möglich ist, dann wäre das Vermächtnis unter Umständen unwirksam, weil die Wohnung zum Zeitpunkt des Todes nicht mehr im Nachlass der Großmutter gewesen ist. § 2169 BGB

Auf dem Konto kann kein Passus im Hinblick auf das Vermächtnis getroffen worden sein. Hier hätte die Großmutter dann testamentarisch anders vosorgen müssen.

Sie sollten daher beim Nachlassgericht einen Erbschein beantragen. Das Nachlassgericht wird dann mittels der Auslegung des Testamentes bestimmen, wer zu welcher Quote Erbe nach der Großmutter geworden ist.

Wenn Sie verhindern wollen, dass der Onkel das Geld vor Erteilung des Erbscheines von der Bank abholt, dann müssten Sie der Bankvollmacht als Erbe widersprechen. Dann kann der Onkel nur zusammen mit Ihnen über das Bankguthaben verfügen.





Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 28.04.2013 | 11:04

Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Verstehe ich es richtig, dass mit dieser einen (und einzigen) Formulierung (die als Nachsatz zu einem Berliner Testament verfasst wurde, in dem sich meine (beide verstorbenen) Großeltern gegenseitig als Erben eingesetzt haben), gleichzeitig die gesetzliche Erbfolge für Barvermögen, Konten, Schmuck.... außer Kraft gesetzt wurde und damit (im Falle dass der Nachsatz nicht als Vermächtnis ausgelegt wird) mir von allem nur 1/3 zusteht, obwohl nur zu der Wohnung eine Aussage getroffen wurde?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.04.2013 | 11:18

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Durch ein Testament wird grundsätzlich die gesetzliche Erbfolge außer Kraft gesetzt.

In Ihrem Fall haben die Großeltern hier wohl eine sog. Schlusserbenbestimmung vorgenommen und damit Sie, den Onkel und Ihre Cousine zu Erben zu gleichen Teilen eingesetzt.

Da Sie dann mit 1/3 aber weniger als Ihren gesetzlichen Pflichtteil erhalten, der nach Ihrer Schilderung 1/4 beträgt, können Sie neben dem Erbe von 1/3 die Pflichtteilsergänzung verlangen, so dass Sie wenigstens 1/4 des gesamten Nachlass erhalten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 28.04.2013 | 11:35

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"Sehr schnelle Reaktion. Leider ist mir nich ganz klar, weshalb sein Rat, den Pflichtteil des Erbes zu verlangen (1/4) mehr sein soll als das Testament vorsieht (1/3)."
FRAGESTELLER 28.04.2013 3,4/5,0
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