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Anerkennung Umzugskosten als Werbungskosten beim Finanzamt

20.02.2013 21:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Hallo,
mein Mann und ich führten eine Wochenendehe (Entfernung ca. 380 km). Jeder hatte seinen Job und seine Wohnung, da wir uns 2009 erst kennengelernt hatten. Bei mir wohnte noch mein Sohn aus 1. Ehe. Ich bewarb mich in der Nähe des Wohnortes meines Mannes und erhielt eine Einstellungszusage im Jahr 2010 für einen neuen Job nach meiner Elternzeit (02/2011 – 02/2012) für mein 2. Kind. Noch während des Mutterschutzes (01/2011) vor der Geburt zogen wir mit den nötigsten Sachen zu meinem Mann, da ja auch der Schulwechsel meines 1. Kindes berücksichtigt werden musste.
Den kompletten Umzug vollzogen wir dann als das 2. Kind auf der Welt war, Mitte 2011. Dafür fielen fast alle Kosten an, die wir gegenüber dem FA geltend machen wollten.

Nun will das Finanzamt „die Umzugskosten der Ehefrau" nicht als Werbungskosten anerkennen, „da der Umzug nicht aus rein beruflichen Gründen erfolgte, dies allerdings Voraussetzung für den Werbungskosten Abzug ist. Außerdem befinden/befanden Sie sich in Elternzeit. Für diesen Zeitraum ist eine berufliche Absicht nicht gegeben."
Ohne den neuen Job, der fast nahtlos (Abgeltung von Resturlaub beim alten Arbeitgeber) an meine Elternzeit angrenzte, wäre ich doch aber nicht umgezogen. Ich hätte in meinem alten Job weiter gearbeitet, bis sich etwas beruflich ergeben hätte.
Außerdem stand ich zum Zeitpunkt in einem Arbeitsverhältnis bei meinem alten Arbeitgeber, ging wegen der Elternzeit aber keiner Beschäftigung nach. Wann hätte ich denn umziehen „dürfen"?! ;)
Ein Umzug nach Antritt der neuen Arbeit ist aus 380 km sehr schwierig zu händeln, noch dazu mit einem Baby und einem schulpflichtigem Kind (Schulwechsel).
Ich bitte um Hilfe, wie dem Finanzamt der berufliche Hintergrund so dargelegt werden kann, dass eine Anerkennung der Umzugskosten erfolgt.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworten möchte:

Ich verstehe Ihre Frage dahingehend, dass Sie bereits einen Steuerbescheid erhalten haben und Ihnen die Umzugskosten also nicht erstattet worden sind.

Daher rate ich Ihnen, hiergegen Einsoruch einzulegen und genau die von Ihnen in der Frage geschilderten Erwägungen noch einmal gegenüber dem Finanzamt darzulegen. Mehr können Sie alleine nicht tun, denn aus dem juristischen Blickwinkel heraus handelt es sich bei dem von Ihnen geschilderten Fall um eine schwierige juristische Grundsatzfrage, die eben auch als solche umfassend und sehr ausführlich zu behandeln ist.

Sollte also das Finanzamt Ihren Einspruch verwerfen, dann bleibt Ihnen nur noch der Weg einer Klage vor dem Finanzgericht, wozu ich Ihnen dringend die Beauftragung eines Rechtsanwaltes (und deutlich nicht die Beauftragung eines Steuerberaters) anrate. Nur ein Rechtsanwalt ist in der Lage, den von Ihnen geschilderten Sachverhalt aus allen denkbaren Aspekten heraus zu würdigen und vor dem Finanzgericht überzeugend darzustellen. Neben dem reinen Steuerrecht wäre meines Erachtens auch Verfassungsrecht zu beachten. Urteile oder Rechtsnormen kann ich Ihnen leider nicht liefern, was eben an der Grundsätzlichkeit Ihres Anliegens liegt. Ohne verständige Beamte auf seiten des Finanzamtes wird letztlich kein Weg am Rechtsanwalt vorbei führen.

Ich hoffe Ihre Frage ausreichend beantwortet zu haben. Sollten nocht Unklarheiten bestehen, so benutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass diese Webseite lediglich dazu dient, Ihnen einen erste Einschätzung zur Rechtslage zu liefern. Eine ausführliche und persönliche Beratung soll und kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht Jan-Torben Callsen, Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 22.02.2013 | 13:32

Wir haben noch keinen Steuerbescheid erhalten, aber die Ankündigung einer Entscheidung. Gibt es aus Ihrer Sicht einen der vielen Punkte, auf den Sie gegenüber dem Finanzamt besonders eingehen würden, der besonders wichtig ist? Oder macht es hier evtl. mehr Sinn auf den "Veranlassungsgrundsatz Vermietung" abzuzielen und hierüber die Kosten abzurechnen, da die Eigentumswohnung der Ehefrau anschließend vermietet wurde?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.02.2013 | 11:31

Nein, alle diese Punkte sind gleichermaßen wichtig und zu be- bzw.- erarbeiten.
Leider kann ich nicht vollständig nachvollziehen, worauf Ihre Erwägung "Veranlassungsgrundsatz Vermietung" abzielt, so dass ich Ihnen hierzu leider keinen sinnvollen Hinweis geben kann. Gleichwohl wäre aber diese Vermietung aus meiner Sicht lediglich ein Reflex des tatsächlichen Vorganges, nicht jedoch eine rechtlich tragende Begründung.
Ich wünsche Ihnen eine angenehme Woche.

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