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Hausfriedensbruch, Körperverletzung

| 20.02.2013 20:22 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Wir haben mit einem ehemals befreundetem Ehepaar abgeschlossen und wollen mit ihnen nichts mehr zu tun haben, was mein Mann leider Nachts per Sms schrieb.
Zur Sache: Vormittags gegen 10 Uhr klingelte der Mann bei uns Sturm, woraufhin mein Mann ans Badfenster ging und ihn mehrfach aufforderte zu verschwinden, wofür es auch mehrere Zeugen gibt, als er dies trotzdem nicht tat ist mein Mann nach unten und raus gegangen und hat ihn wieder mehrfach angebrüllt das er das Grundstück verlassen soll, als ich hinter her bin habe ich das brüllen gehört, aber noch nichts gesehen.Ich habe meinen Mann aufgefordert ins Haus zu kommen, was dieser dann auch tat und der andere dann endlich mit seinem Pkw vom Grundstück fuhr.
2 Tage später hatten wir dann die Anzeige von dem besagtem Herren im Briefkasten, wegen Körperverletzung, er will von meinem Mann einen Kopfstoß bekommen haben. Wir haben beide die schriftliche Aussage bei der Polizei abgegeben das es zwar gebrülle gab aber keine Körperverletzung.Nun sagte mein Bruder das wir eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch machen sollen, ersten weil er sich nach mehrfacher Aufforderung nicht entfernt hat und 2tens es ohne seinen Hausfriedensbruch ja gar nicht zu der angeblichen Körperverletzung kommen können.
Ich möchte eigentlich meine Ruhe haben, ich will keinen Anzeigen und auch nicht Angezeigt werden, wenn es aber für unsere Situation besser ist mache ich diese Anzeige.
Dafür das er sich nicht entfernt hat gibt es mehrere Zeugen die es hörten, nicht sahen, in der Zeit der angeblichen Körperverletzung war er allerdings mit meinem Mann leider alleine.
Was sollen wir tun ?

Sehr geehrte(r) Ratsuchend(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer rechtlichen Ersteinschätzung beantworten möchte. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine tiefergehende anwaltliche Prüfung nicht ersetzen kann oder soll. Durch das Hinzufügen oder Weglassen von Details kann sich die rechtliche Beurteilung zudem noch erheblich verändern.

Nach Ihrer Schilderung könnte sich der Bekannte tatsächlich des Hausfriedensbruchs nach § 123 StGB schuldig gemacht haben, indem er trotz eindeutiger Aufforderung Ihr Grundstück nicht verließ. Wenn dieser Vorfall auch noch durch einen Zeugen ausreichend bestätigt werden könnte, hätte eine Strafanzeige wohl gute Erfolgsaussichten. Beim Hausfriedensbruch handelt es sich um ein sogenanntes Antragsdelikt, so dass die Behörden nur dann weiter ermitteln, wenn Sie oder Ihr Mann oder Sie beide als Inhaber des Hausrechts eine Strafanzeige gegen den Bekannten erstatten. Die Erstattung der Anzeige würde dann ggf. auch in dem Verfahren gegen Ihren Mann mit zu berücksichtigen sein.

Allerdings rechtfertigt ein vorangegangener Hausfriedensbruch noch keine Tätlichkeiten gegen den Eindringling, so dass die vorgeworfene Körperverletzung damit weiterhin grundsätzlich strafbar bleibt. Auch ein Notstand im Sinne des § 34 StGB dürfte nach Ihrer Schilderung zu verneinen sein, da Sie und Ihr Mann die Möglichkeit gehabt hätten, den Eindringling mit Hilfe der Polizei vom Grundstück entfernen zu lassen.

Andererseits macht der mögliche vorangegangene Hausfriedensbruch die vorgeworfene Tathandlung Ihres Mannes nachvollziehbar. Wenn ein Streit vorausgeht und die Emotionen hochkochen, kommt es erfahrungsgemäß auch eher zu (gegenseitigen) Tätlichkeiten. Da die besonderen Tatumstände sowie die "kriminelle Energie" im Falle einer Verurteilung im Rahmen der Strafzumessung ausdrücklich zu berücksichtigen sind, könnte sich eine vorausgegangene Straftat des Bekannten möglicherweise zugunsten Ihres Mannes auswirken und ihn in gewisser Weise sogar entlasten. Vor diesem Hintergrund wäre also eine Strafanzeige gegen den Bekannten grundsätzlich sinnvoll. Auch die Zeugen, die zumindest den Streit gehört haben, sollten Sie angeben, und zwar sowohl wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs als auch als Zeugen dafür, dass der angeblichen Körperverletzung wohl ein lauter Streit vorangegangen ist.

In Strafsachen ist es grundsätzlich ratsam, so früh wie möglich alle denkbaren Entlastungsmöglichkeiten auszuschöpfen. Dazu gehören u. U. auch Gegenanzeigen. Auch dies spricht eher für als gegen eine Strafanzeige gegen den Bekannten.

Sofern sich Ihr Mann durch einen Rechtsanwalt verteidigen lässt, was bei Strafsachen stets anzuraten ist, sollte mit diesem auch die Möglichkeit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruch gegen den Bekannten besprochen werden. Ein Verteidiger kann nach Akteneinsicht in die Ermittlungsakte Ihres Mannes am besten beurteilen, ob dies eine sinnvolle Möglichkeit der Entlastung ist oder nicht. Darüber hinaus kann ein Rechtsanwalt eine evtl. Strafanzeige für Sie formulieren und einreichen.

Nach erster Einschätzung würde sich eine Strafanzeige gegen den Bekannten wohl eher positiv als negativ für Ihren Mann auswirken, so dass Sie diese Möglichkeit durchaus in Betracht ziehen sollten, am besten nach Rücksprache mit einem Verteidiger vor Ort.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin



Bewertung des Fragestellers 20.02.2013 | 22:14

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super hilfe, hoffe das ich es nie wieder brauche, aber falls stell ich hier wieder die frage

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