1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Behandlungsbeginn beim Zahnarzt vor Genehmigung des Heil- und Kostenplans

| 05.02.2013 13:07 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Frage aus dem Bereich Medizinrecht, die ich Ihnen gern zur Beurteilung vorlegen würde.

Meine Frage kompakt:

Darf ein Zahnarzt Zahnersatz bereits anfertigen lassen, während der Heil- und Kostenplan noch beim privaten Krankenversicherer zur Prüfung liegt, und diesen Zahnersatz dann auch berechnen?

Etwas detaillierter zum Sachverhalt:

Der Zahnarzt meiner Frau hat Zahnersatz (hier: eine Brücke) bereits anfertigen lassen, während der für privat Versicherte obligatorische Heil- und Kostenplan noch zur Prüfung und Mitteilung der Höhe der dafür zu übernehmenden Kosten beim Krankenversicherer lag, meine Frau ihn also auch noch nicht als Zeichen ihres Einverständnisses unterschrieben zurückgegeben hatte.

Außerdem hatte meine Frau den geplanten Termin zur Festlegung der Farbe der Brücke gar nicht wahrnehmen können. Allerdings hat der Zahnarzt auch schon die Farbbestimmung berechnet, obwohl sie definitiv nicht stattgefunden hat, wobei ich einräume, dass hier Aussage gegen Aussage stehen würde.

Jedenfalls hat der Zahnarzt die – wohlgemerkt noch nicht eingesetzte - Brücke schon in Rechnung gestellt.

Durch dieses für sie überrumpelungsgleiche Vorgehen des Zahnarztes hat meine Frau das Vertrauen in diesen Zahnarzt verloren und wird die Behandlung dort nicht fortsetzen.

Muss sie die Brücke dennoch bezahlen?

Für Hinweise auf einschlägige Rechtsprechung wäre ich ebenfalls sehr dankbar.

Schon jetzt vielen Dank für Ihre Bemühungen!



05.02.2013 | 15:18

Antwort

von


(143)
Mühltorstr. 9/1
71364 Winnenden
Tel: 07195/589260
Web: http://www.rems-murr-kanzlei.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Ihrer Sachverhaltsschilderung ist zu entnehmen, dass Ihre Frau zunächst einen Vertrag mit dem Zahnarzt über eine zahnärztliche Behandlung abgeschlossen hat. In Ihrem Fall kommt es erheblich darauf an, welchen Inhalt der zwischen Ihrer Frau und dem Zahnarzt geschlossene Vertrag hatte. Ohne Kenntnis der vertraglich vereinbarten Inhalte ist die Einschätzung der Rechtslage nur bedingt möglich.

Zu prüfen wäre, ob im Rahmen des Behandlungsvertrags der Heil- bzw. Kostenplan Grundlage für das Tätigwerden des Zahnarztes wurde. Ist dem so, kann Ihnen keine Leistung von ihm in Rechnung gestellt werden, da von Ihrer Frau noch kein derartiger Plan als Zeichen des Einverständnisses vorgelegt wurde.

Allerdins geht aus Ihrer Schilderung nicht genau hervor, ob es sich bei dem Heil- bzw. Kostenplan lediglich um einen bezüglich der Behandlung unverbindlichen Kostenvoranschlag oder bereits um ein verbindliches Kostenangebot handelte, das Ihre Frau angenommen hat.

Andererseits kann eine Vereinbarung jedoch auch zustande gekommen sein, wenn Ihre Frau den Heil- und Kostenplan nicht unterzeichnet hat, nämlich dann, wenn sie die Leistungen bereits zum Teil durch Ausführung der zahnärztlichen Behandlung in Anspruch genommen hat. Damit hätte sie zum Ausdruck gebracht, dass sie mit den Angeboten des Zahnarztes einverstanden ist. Ein konkreter Auftrag wäre in diesem nicht erforderlich gewesen.

Ebenso verhält es sich bei der Berechnung der Farbbestimmmung. Hier gehe ich aber davon aus, dass die Abbrechnung nicht wirksam ist, da noch nicht einmal ein Termin stattfand, in dem über diese Farbe gesprochen wurde.

Eine abschließende Beurteilung kann sich jedoch nur aus der Prüfung des Behandlungsvertrages ergeben.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen hinsichtlich einer ersten Einschätzung weitergeholfen. Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Philipp Wendel


Bewertung des Fragestellers 07.02.2013 | 08:45

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Gute, ausführliche und substantiierte Beantwortung meiner Frage.War bei der eigenen Beurteilung des Falles sehr hilfreich. Danke!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Philipp Wendel »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 07.02.2013
5/5,0

Gute, ausführliche und substantiierte Beantwortung meiner Frage.War bei der eigenen Beurteilung des Falles sehr hilfreich. Danke!


ANTWORT VON

(143)

Mühltorstr. 9/1
71364 Winnenden
Tel: 07195/589260
Web: http://www.rems-murr-kanzlei.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Medizinrecht, Verkehrsrecht, Miet und Pachtrecht