1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Auktion abgebrochen und neu eingestellt

03.02.2013 13:00 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Sehr geehrte Anwältin, sehr geehrter Anwalt,

ich habe bei Ebay auf einen Artikel geboten und war bis zu letzt Höchstbieter. Die Auktion startete bei 1EUR, mein Höchstgebot lag bei 252EUR.
Der Verkäufer brach die Aktion jedoch nach knapp 2 Tagen wieder ab und stellte der Artikel 4 Minuten nach Abbruch als reine Sofortkauf-Auktion zu einem Preis von 2190EUR wieder ein. Dabei wurden die Artikelbeschreibung und die Bilder 1:1 übernommen.

Mir ist bewusst, dass eine Auktion unter bestimmten Voraussetzungen abgebrochen werden darf. Berechtigte Gründe dürften in diesem Fall jedoch nicht vorgelegen haben, da er die Auktion ja unmittelbar wieder eingestellt hat.
Ich gehe daher eher davon aus, dass dem Verkäufer die Höhe der Gebote bis zum Auktionsabbruch nicht zugesagt hat.

In diesem Fall dürfte ja durch den unberechtigten Abbruch ein gültiger Kaufvertrag mit dem Verkäufer zustande gekommen sein.

Mir stellt sich jetzt die Frage, ob rechtlich etwas dagegen spricht, den Artikel nun per Sofortkauf zu erwerben und dem Verkäufer nur die meinem Höchstgebot aus der ersten Auktion entsprechenden 252EUR zu überweisen. Oder gehe ich dann wiederum einen Kaufvertrag mit dem Verkäufer über die geforderten 2190EUR ein?

Viele Grüße und vielen Dank im Vorraus.


Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes und der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt:

Wenn Sie den gewünschten Artikel nun per Sofortkauf erwerben, kommt ein rechtlich bindender Kaufvertrag gemäß § 433 BGB zustande.

Hiernach haben Sie Anspruch auf Übergabe des Artikels, der Verkäufer hat dagegen Anspruch auf Zahlung des Kaufpreises in Höhe der 2.190,00 €.

Es reicht diesbezüglich deshalb leider nicht aus, wenn Sie lediglich den Betrag des von Ihnen getätigten Höchstgebots über 252€ überweisen. Der Verkäufer könnte Sie hier gegebenenfalls auf Zahlung des Restbetrags verklagen.

Darüber hinaus möchte ich Sie allerdings gerne noch darauf hinweisen - obwohl dies nicht Ihre eigentliche Frage betrifft - , dass auch Sie unter Umständen einen Anspruch auf Erfüllung, bzw. Anspruch auf Schadensersatz gegenüber dem Verkäufer wegen der abgebrochenen Versteigerung haben könnten. Dies sollten Sie gegebenenfalls rechtlich überprüfen lasse.

Bezüglich Ihrer eigentlichen Frage tut es mir Leid, dass ich Ihnen keine positivere Auskunft geben kann; ich hoffe aber dennoch, Ihnen weiter geholfen zu haben.

Abschließend möchte ich Sie noch bitten zu berücksichtigen, dass meine Antwort nur eine erste Einschätzung liefern soll. Das persönliche Gespräch mit einem Rechtsanwalt kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Sonntag und verbleibe mit freundlichen Grüßen aus Mainz,

Nino Jakovac
- Rechtsanwalt -

Rückfrage vom Fragesteller 03.02.2013 | 14:05

Hallo Herr Jakovac,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Vielleicht muss ich meine Frage etwas konkreter stellen.

Wenn ich die aktuelle Rechtsprechnung richtig verfolgt habe, ist durch den unberechtigten Abbruch der Auktion ein Kaufvertrag zwischen mir und dem Verkäufer zustande gekommen. Denn die unmittelbare Wiedereinstellung des Artikels schließt ja einen Untergang, Verlust, Diebstahl oder einen Eigenschaftsirrtum aus.

Demnach hätte ich ja einen Anspruch auf Übereignung des Artikels gegen Zahlung des Höchstgebotes in Höhe von 252EUR.
Kaufe ich den Artikel nun sofort für 2190EUR würde der Verkäufer den selben Artikel ja zweimal verkaufen. Einmal für 252EUR, einmal für 2190EUR.

Wären in diesem Fall beide Kaufverträge rechtsgültig oder nur der erste?

Viele Grüße und vielen Dank für die Möglichkeit der Nachfrage.



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.02.2013 | 14:47

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich zur Klärung Ihre Nachfrage wie folgt:

Beide Rechtsgeschäfte (Ersteigerung und Sofortkauf) sind juristisch unabhängig voneinander zu betrachten.

Erwerben Sie den Artikel nochmals per Sofortkauf sind Sie - unabhängig von einem Anspruch auf Übereignung des Artikels aus der abgebrochenen Ersteigerung - zur Zahlung der 2.190,00 € verpflichtet. Sie würden hier einen separaten Kaufvertrag eingehen, den Sie auch erfüllen müssten (mit der Zahlung). Dahingehend hatte ich auch Ihre Frage verstanden.

Hiervon unabhängig ist, dass Sie einen eigenständigen Anspruch auf Erfüllung, bzw. Übergabe des Artikels aus der abgebrochenen Versteigerung haben. Diesen Anspruch können Sie selbstverständlich auch verfolgen.

Rechtsgültig wäre allerdings auch der zweite Vertrag.

Beide Kaufverträge können also grundsätzlich nebeneinander wirksam sein; man kann also eine einzige Sache durchaus zweimal verkaufen. Lediglich die Übereignung der Sache ist natürlich nur einmal möglich, so dass man dann Schadensersatz von dem Verkäufer aus dem Kaufvertrag verlangen kann, der nicht erfüllt worden ist (sog. Abstraktionsprinzip).

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit Beantwortung der Nachfrage helfen konnte.

Ich wünsche Ihnen nochmals einen schönen Sonntag und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Nino Jakovac
- Rechtsanwalt -



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.02.2013 | 15:13

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich zur Klärung Ihre Nachfrage wie folgt:

Beide Rechtsgeschäfte (Ersteigerung und Sofortkauf) sind juristisch unabhängig voneinander zu betrachten.

Erwerben Sie den Artikel nochmals per Sofortkauf sind Sie - unabhängig von einem Anspruch auf Übereignung des Artikels aus der abgebrochenen Ersteigerung - zur Zahlung der 2.190,00 € verpflichtet. Sie würden hier einen separaten Kaufvertrag eingehen, den Sie auch erfüllen müssten (mit der Zahlung). Dahingehend hatte ich auch Ihre Frage verstanden.

Hiervon unabhängig ist, dass Sie einen eigenständigen Anspruch auf Erfüllung, bzw. Übergabe des Artikels aus der abgebrochenen Versteigerung haben. Diesen Anspruch können Sie selbstverständlich auch verfolgen.

Rechtsgültig wäre allerdings auch der zweite Vertrag.

Beide Kaufverträge können also grundsätzlich nebeneinander wirksam sein; man kann also eine einzige Sache durchaus zweimal verkaufen. Lediglich die Übereignung der Sache ist natürlich nur einmal möglich, so dass man dann Schadensersatz von dem Verkäufer aus dem Kaufvertrag verlangen kann, der nicht erfüllt worden ist (sog. Abstraktionsprinzip).

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit Beantwortung der Nachfrage helfen konnte.

Ich wünsche Ihnen nochmals einen schönen Sonntag und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Nino Jakovac
- Rechtsanwalt -



FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89398 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Dankeschön! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage zum berüchtigt komplexen Erbrecht wurde sehr kompetent beantwortet – untermauert mit den relevanten §§ - hat der RA uns den Weg zum Vorgehen in der Lösung des Problems aufgezeigt und uns so die nächsten rechtssicheren ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Eine Antwort, die keine Erklärung braucht. Bin bereits heute dabei Ihre Ratschläge zu befolgen. Ich bedanke mich sehr für Ihre Antwort., Natürlich werde ich mich auf dem anderen Weg bei Ihnen melden. Es ist für mich eine schwere ... ...
FRAGESTELLER