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Insolvenzbetrug - Rechtsanwalt Vertritt Gläubiger und Schuldner

27.10.2012 17:14 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Der Schuldner eröffnete eine Privatinsolvenz u. gab mich zwar als Gläubiger an, gab aber, sicherlich nicht ausversehen, seinen eigenen Anwalt, als meinen Anwalt an u. dieser wurde vom Inso-Verwalter angeschrieben.
Meine Forderungen beliefen sich damals 2007 auf 25000€ u. ich war der Gläubiger mit der höchsten Forderung.
Ich habe 2 Urteile LG & OLG inkl. einer Verurteilung wegen vorsätzl. Betruges, gegen diesen Schuldner.
Konnte aber meine Forderung nicht anmelden.
Kurios ist noch, dass ausgerechnet die Kanzlei, die mich über 3Jahre gegen diesen Schuldner vertrat, jetzt der Insolvenzanwalt des Schuldners ist.
Was ist zu tun?
Momentan schon Wohlfühlphase!
Danke!

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage .
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

Die Frage nach dem Betrug sowie den Forderungen von Ihnen gegenüber dem Schuldner sind nach Ihrer Schilderung also schon rechtskräftig geklärt.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, geht es Ihnen im Kern um eine grobe rechtliche Gesamtbetrachtung der Situation sowie gegebenenfalls weiteren Handlungsempfehlungen.

Zunächst zu dem Anwalt von Ihnen:

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, hat der Rechtsanwalt zunächst Sie vertreten und vertritt nun den Insolvenzschuldner. Dieses ist grundsätzlich berufsrechtlich nicht zulässig, da ein Interessenkonflikt besteht.

Sofern der Kollege nämlich einmal für Sie tätig geworden ist, darf er nun nicht (zumindest indirekt) gegen Sie tätig werden und schon gar nicht in der gleichen Angelegenheit ( meiner Einschätzung nach würde ich hier von einer gleichen Angelegenheit ausgehen, da die Parteien, nämlich Sie und der Insolvenzschuldner, die selben sind.

Der Kollege dürfte hier also grundsätzlich nicht für den Insolvenzschuldner tätig werden. Dieses ist aber gar nicht das Kernproblem, zumal der Insolvenzschuldner grundsätzlich jederzeit einen anderen Rechtsanwalt mit der Fortführung des Mandats beauftragen könnte.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, beruhen Ihre Forderungen auf einem betrügerischen Verhalten des Insolvenzschuldners. Sofern dieses so ist, wären es Forderungen aus unerlaubter Handlung.

Mit einer solchen Forderung wären Sie vorrangig zu befriedigen und wären kein normaler Insolvenzschuldner, der lediglich eine Quote/Bruchteile erhält. Falls noch nicht geschehen, sollten Sie sich also bitte schnellstmöglich an den zuständige Insolvenzverwalter wenden und die Forderung als Forderung aus unerlaubter Handlung anmelden.

Grundsätzlich unterliegt eine solche Forderung aus unerlaubter Handlung auch nicht der Restschuldbefreiung, so dass Sie diese grundsätzlich auch noch nach Ablauf des Insolvenzverfahrens geltend machen könnten, zumal Sie in Form des Urteils einen Vollstreckungstitel haben, der grundsätzlich 30 Jahre lang vollstreckbar ist.

Sie sollten sich also bitte schnellstmöglich mit dem zuständigen Insolvenzverwalter wegen der Forderungsanmeldung beziehungsweise dem Nachtrag, dass es sich um eine unerlaubte Handlung gehandelt hat, in Verbindung setzen. Gegebenenfalls sollten Sie sich hierbei von einem im Insolvenzrecht tätigen Kollegen vor Ort unterstützen lassen.

Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen.

Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagnachmittag!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.10.2012 | 09:37

Danke für Ihre schnelle Antwort,
daher muss ich nochmals nachhaken. Trotz der momentanen Wohlbehaltensphase u. der Tatsache, dass ich kein Gläubiger bin, der seine Forderung anmelden konnte, darf ich jetzt noch die Forderung auf unerlaubte Handlung anmelden?Wichtig! Dringlich!
Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.10.2012 | 12:31

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für den Nachtrag.

GELTEND machen können Sie die Forderung sogar noch über die Insolvenz hinaus (s.o.).

Die Anmeldefrist ist hier wohl verstrichen, aber ohne Ihr Verschulden, so dass Sie über eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand grundsätzlich die Forderung noch anmelden könnten.



Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

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