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HD bei Hundewelpen

| 05.10.2012 19:50 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Bei meinem 14 alten Hundewelpen aus HD freier Zucht (eingetragene Züchterin im Verein) wurde eine einseitige HD festgestellt, die in der 15 Lebenswoche zufriedenstellend operiert werden konnte. Der Hund ist derzeit 21 Wochen alt und wurde in dieser Woche erneut dem Arzt vorgestellt.
Ich habe die HD der Züchterin sofort nach meiner eigenen Kenntnisnahme gemeldet.
Aus ihrer Sicht ist eine HD immer zu mindestens 60% eine Geburtsterkrankung, die gentechnisch begründet ist.
Ich habe eine Röntgenkaution bei der Zühterin hinterlegt, die ich nach erfolgter HD Röntgenprüfung im 12 Lebensmonat zurückerstattet bekommen sollte.
Meine Frage: Kann ich die Züchterin an den Kosten der OP beteiligen, muss sie sie vielleicht sogar übernehmen, oder den Kaufpreis zurückerstatten ( die Kosten der Op und deren nachfolgende Untersuchungen übersteigen bereits jetzt den Kaufpreis)?
Vielen Dank und beste Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,

besten Dank für die Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes gerne wie folgt beantworten möchte.

Eine Beteiligung an den Kosten oder eine Rückerstattung des Kaufpreises kommt nur in Betracht, wenn ein Mangel vorliegt.

Das Landgericht Kleve hat zu einer solchen Krankheit geurteilt:"Weist der unter Gewährleistungsausschluss gekaufte Hund einen angeborenen, erst nach Übergabe erkennbar gewordenen unbehebbaren Hüftschaden auf, der den Kaufpreis übersteigende Tierarztkosten verursacht, so kann eine vollständige Minderung des Kaufpreises auf Null gerechtfertigt sein."( LG Kleve, Urteil vom 21. 11. 2003 - 5 S 99/03).

Das Landgericht Mosbach hingegen hat bei einer genetisch angeborenen HD eine Erstattung von Kosten und Gewährleistungsansprüche verneint. (LG Mosbach: Beschluss vom 01.10.2007 - 1 T 45/07).

Andererseits könnte die HD-Freiheit eine Beschaffenheitsvereinbarung sein.

Gem. § 434 Abs 1 S 1 BGB ist eine Sache frei von Sachmängeln, wenn sie die vereinbarte Beschaffenheit hat. Umgekehrt ist sie mangelhaft, wenn sie diese Beschaffenheit nicht hat. Art und Ausmaß der Abweichung sind dabei unerheblich.

Hierzu tragen Sie lediglich vor, dass der Hund aus einer HD freien Zucht stammt, was aber keine Beschaffenheitsvereinbarung zwischen Ihnen und dem Züchter darstellt.

Vor diesem Hintergrund komme ich, da ich die weiteren Vertragsinhalte nicht kenne, zu dem Ergebnis, dass Ihnen leider keine weiteren Ansprüche zustehen.

Ich hoffe, hnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben haben zu können.

Bitte bedenken Sie, dass meine Einschätzung ausschließlich auf Ihren Angaben beruht.

Nachfrage vom Fragesteller 05.10.2012 | 20:38

Zunächst herzlichen Dank für die Antwort.
Natürlich fiel sie nicht aus, wie erhofft. Deshalb hier der genaue Text des Kaufvertrages :"Die Paarung der Elterteile erfolgte mit der Zielsetzung, möglichst typische und gesunde Welpen zu züchten. Beim Welpenkauf kann hierfür naturgemäß keine Gewährleistung übernommen werden....Der Verkäufer erklärt, dass ihm zum Zeitpunkt der Übergabe keine Krankheiten und Mängel des Tiers bekannt sind."
Darüber hinaus findet sich im Kaufvertrag kein Passus, der hier relevant sein könnte.
Ich fürchte, diese Aussage ist auch nicht zielführend in meine Richtung.
Bekomme ich wenigstens die Kaution erstattet?
Oder bin ich jetzt verpflichtet,einen dann ja HD freien Hund mit 12 Monaten nochmals röntgen zu lassen, und der Zwinger kann weiterhin mit HD Freiheit werben?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.10.2012 | 20:52

Sehr geehrte Ratsuchende,

leider geben Sie keine Auskunft darüber, was der VErtrag zu der Röntgenkaution sagt. Wenn die Rückerstattung nur davon abhängig ist, dass der Hund geröngt wird, dann bekommen Sie diese Kaution erstattet. Sollte dies anders geregelt sein, kann ich Ihnen mangels Kenntnis des Vertrages hierzu nicht sagen.

Ob der Züchter mit HD-Freiheit werben darf ist eine wettbewerbsrechtliche Frage und weicht von Ihrer ursprünglichen Fragestellung ab, so dass es mir nach den AGB des Plattformbetreibers verwehrt ist, hierzu Stellung zu beziehen.

Ich habe volles Verständnis dafür, wenn man für einen Rassehund einen Menge Geld ausgibt, und dieser dann krank ist und man sich hierüber ärgert. Nichts desto trotz hat man dieses Lebewesen dann ja nicht weniger gern.

Für die Zukunft sollten Sie vielleicht in Erwägung ziehen, keinen Rassehund zu kaufen, da Mischlinge häufig weniger anfällig sind und kaum zur Überzüchtung neigen.

Einen schönen Abend wünschend

Michael Grübnau-Rieken LL.M.; M.A.
Rechtsanwalt
Sie

Bewertung des Fragestellers 07.10.2012 | 08:56

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"Ich hatte mich zuvor selbst durch diverse Urteile gequält und sehr viele sehr unterschiedliche Antworten gefunden. Die Aussage, dass ich keinen Anspruch habe, hat mich also nicht weiter verwundert. Verwundert hat mich entgegen der Nachsatz, dass mich Falle eines Rechtsstreites der Anwalt gerne vertritt.
Warum, wenn für ihn der Fall klar ist, und ich keinen Anspruch habe?
Trotzdem vielen Dank für die Auskunft."
Stellungnahme vom Anwalt:
Der Schlussabsatz ist standartmäßig in der Signatur vorgegeben.