1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sachbeschädigung an KFZ (recht viele Fragen)

| 1. August 2012 02:16 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


08:51

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe mich strafbar gemacht indem ich alle vier Reifen eines PKWs zerstochen habe. Dabei handelt es sich um einen Wagen der unteren Klassen („Kleinwagen" gemäß der Fahrzeugklassenterminologie des Kraftfahrt-Bundesamtes).

Vorgeschichte:

Der Eigentümer des PKWs hat vor etwa 6 Monaten sexuelle Annäherungsversuche zu meiner Lebensgefährtin unternommen und versucht sie zu „überreden" sich von mir zu trennen. Als mir dies bekannt wurde habe ich beim zuständigen Amt eine einfache Melderegisterauskunft beantragt und erfahren, dass betreffende Person etwa 150 km von mir entfernt wohnt. Daraufhin habe ich ihm in etwa 3 Briefe per Post zugestellt in denen ich ihn extrem beleidigt habe und gesagt habe er werde sich eines Tages dafür rechtfertigen müssen; habe aber ausdrücklich betont, dass mir Gewalt jeglicher Art fremd ist.

Tathergang:

Ich bin – nachdem ich weitere Einzelheiten des „Vorfalls" mit meiner Lebensgefährtin erfahren haben – wutentbrannt zu seinem Wohnort gefahren (ich weiss nicht ob es relevant ist, aber es war ein Mietwagen, der um einige Klassen höher ist als mein eigenes Fahrzeug) und habe nach seinem PKW gesucht (Kennzeichen war mir bekannt). Dort habe ich vorsätzlich alle 4 Reifen seines PKWs zerstochen. Es war etwa 3 Uhr morgens, stockdunkel und nebelig. Ich gehe nicht davon aus, dass jemand mich dabei beobachtet hat. Ich bin von dort aus dann in eine entfernte Stadt gefahren, wo ich zwecks Wochenendurlaub ein Hotel gemietet habe (betreffende Stadt ist 3 Autostunden von meinem Wohnort entfernt).

Dass ich, falls ich „erwischt werde" den Schaden zu ersetzen haben war mir bewusst, mir ist aber erst später bewusst geworden, dass die Tat auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Da ich der Meinung bin, dass der Sachschaden ausreicht um zu einer Strafe >90 Tagessätzen zu führen möchte ich dies um jeden Preis verhindern, da ich nicht als vorbestraft gelten möchte. Ich weiss allerdings nicht, ob der Eigentümer Anzeige erstatten wird.

Meine Fragen lauten nun konkret:

1) Reichen o.g. Briefe und „Umstände" aus, dass ein eventueller Indizienprozess negativ für mich ausgehen würde?
1.1) Gelten diese Briefe überhaupt „nur" als Indizien und nicht als Beweise?
1.2) Kommen Indizienprozesse bei Vergehen überhaupt in Frage?

2) Soll ich einen Anwalt beauftragen und wenn ja ab welchem Zeitpunkt? Sobald ich Kenntnis davon habe, dass der Eigentümer Anzeige erstattet hat oder erst ab Erhalt des Strafbefehls?

3) „Wie stehen meine Chancen?"


Ich entschuldige mich für die evtl. überflüssigen Details und bedanke mich im Voraus für ihre Mühen.

1. August 2012 | 02:43

Antwort

von


(841)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst denke ich, dass wenn Sie nicht vorbestraft sind, wird es - wenn überhaupt - einen Strafbefehl geben. Dann wird es nur eine Gerichtsverhandlung geben, wenn dieser nicht akzeptabel ist und gegen diesen Widerspruch eingelegt wurde.

Unter den von Ihnen geschilderten Umständen könnte man auch versuchen, das Verfahren (notfalls gegen Zahlung des Schadensersatzes) ganz einzustellen. Hier sollte dies aber unbedingt ein Rechtsanwalt für Sie erledigen. Ich habe in mehreren ähnlichen Fällen bereits solche Ergebnisse erzielen können (oft Hintergrund Eifersucht, Attacken des später Geschädigten in welcher Form auch immer).

Die Briefe würden natürlich einen Verdacht auf Sie leiten, jedoch denke ich nicht, dass diese für den Nachweis ausreichen würden. Sie haben ja geschrieben, dass Sie Gewalt ablehnen.

Die Briefe würden einen Beweis Ihres Verhältnisses zueinander belegen, ob sie aber für den konkreten Beweis der Tat ausreichen würden, sozusagen, wie Sie schreiben, als Indizien ausreichen würden für die Tat, mag bezweifelt werden.

Sie sollten einen Anwalt frühzeitig einschalten und nicht erst mit Erhalt des Strafbefehls, da Ihnen somit die Chancen einer Einstellung ohne direktes gerichtliches Verfahren verwehrt bleiben.

Sie sollten ab dem Zeitpunkt einen Rechtsanwalt einschalten, ab dem Sie Post von der Polizei zu einer Anhörung als Beschuldigter erhalten.

Zu diesem Termin sollten Sie dann auch nicht erscheinen (Pflicht zum Erscheinen ist nur bei Gericht, nicht bei der Polizei) und den Grundsatz befolgen: Ich sage nichts ohne meinen Anwalt!

Sodann kann über den Anwalt Akteneinsichtnahme erfolgen. Danach werden dann die Gespräche mit der Staatsanwaltschaft geführt.

Um das noch einmal zusammenfassend zu erläutern: Es gibt unzählige ähnliche Fälle, mehrere, die wir vertreten haben und von denen bislang wir alle einstellen konnten.

Daher sollten Sie sich um einen Prozess ersteinmal keine Sorgen machen.

Wenn die Polizei Sie wie gesagt lädt, können Sie sich gerne im Rahmen eines gesonderten Auftrages an uns wenden.

Ich hoffe, dass Sie das Geschriebene beruhigen konnte und Ihre Fragen beantwortet wurden. Ich wünsche eine gute Nacht!


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Verkehrsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 1. August 2012 | 02:56

Sehr geehrte Frau Dr. Corina Seiter,

Vielen Dank für ihre umfassende Antwort!

Bitte erlauben sie mir folgende Rückfrage(n):

Wenn der eventuell erfolgende Strafbefehl eine Strafe vorsehen würde, nach der ich nicht als vorbestraft gelten würde - wäre dieser dann, wie sie schreiben, "akzeptabel"?

Auf ihr Angebot mich im Falle von "Post" von der Polizei zu vertreten würde ich gerne - in anbetracht ihrer umfassenden Antwort- eingehen. Ist dies, bedingt durch große örtlicher Distanzen überhaupt möglich?

Nochmals vielen Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 1. August 2012 | 08:51

Sehr geehrter Fragender,

vielen Dank für die Bewertung! Wir vertreten Mandanten bundesweit, sodass die Entfernung kein Problem darstellt. Gerne helfen wir weiter!

Inwieweit der Strafbefehl akzeptabel ist, müsste dann geprüft werden. Wie gesagt, ich glaube nicht, dass überhaupt etwas kommt. Und wenn, kriegen wir das schon hin!

Viele Grüße Dr. C. Seiter

Bewertung des Fragestellers 1. August 2012 | 02:58

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"

Umfassende Antwort, vielen Dank!

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 1. August 2012
5/5,0

Umfassende Antwort, vielen Dank!


ANTWORT VON

(841)

Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Internet und Computerrecht, Fachanwalt Familienrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Tierrecht, Ordnungswidrigkeiten, Zivilrecht, Vertragsrecht, Strafrecht, Fachanwalt Verkehrsrecht