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Trennung und ins Ausland ziehen

| 11.07.2012 15:09 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


16:12

Sehr geehrte/r Frau/Herr Anwaeltin/Anwalt,
in meiner Beziehung laeuft es zur Zeit ueberhaupt nicht. Meinem Freund wuerde den Fuehrerschien entzogen wegen Trunkeheit am Steuer (Verhandlung steht noch vor aber, da auch Drogen im Blut festgestellt wurden, musste er seinen Fuehrerschein abgebenen). Dazu kommt demnaechst eine Verhandlung wegen dem Besitz von 0,4g. Haschisch. Ich denke, dass er deswegen kein gutes Vorbild fuer unser gemeinsames Kind ist (er ist 11 Monate alt und bekommt zum Glueck noch nichts mit) und moechte mich von ihm trennen, wenn er sein Verhalten nicht bald aendert. Wir sind nicht verheiratet, haben aber das gemeinsame Sorgerecht. Sollten wir uns trennen, wuerde ich nach Italien auswandern, da ich dort meine Familie habe, die mich unterstuetzen wurde. Er sagt, er wuerde den Umzug zustimmen, wenn es so weit kommen wuerde. Aber wie kann ich sicher sein, dass er dann seine Meinung nicht aendert und mich zwingt, zueruck nach Deutschland zu ziehen? Kann man beim Anwalt oder Notar sowas offiziell festlegen lassen? Weil im Fall einer Trennung wuerde ich nicht jahrelang an einem Ort leben wollen, wo ich nur wegen ihm gezogen bin und den ich ueberhaupt nicht mag (hier kann ich auch meinen Beruf nicht ausueben, weil es eine Kleinstadt ist und ich Dolmetscherin bin). Ich habe ueberlegt, das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht oder sogar das alleinige Sorgerecht zu beantragen, weiss aber nicht, wie ich das begruenden soll, da ich Angst habe, dass wenn ich sage, er hat eine Suchtproblematik, dass er vielleicht dann wieder wegen seiner Sucht vor Gericht muss. Ich will einfach nur auswandern koennen ohne dass es dann heisst, ich habe mein Kind "entfuehrt". Wie stehen meine Chancen? Was kann ich konkret machen, um in Trennungsfalls gleich auswandern zu duerfen?
Mit freundlichen Gruessen
C.A.

11.07.2012 | 15:53

Antwort

von


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31515 Wunstorf
Tel: 05031/951013
Web: http://www.anwaeltin-holzapfel.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

unter Berücksichtigung des von Ihnen dargestellten Sachverhalts und Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Da Sie gemeinsam mit dem Kindesvater das Sorgerecht ausüben, müssen alle wesentlichen Entscheidungen gemeinsam getroffen werden. Dazu gehört auch die Frage, bei wem und wo das Kind nach einer Trennung seiner Eltern lebt. Wenn Ihr Freund damit einverstanden ist, dass Sie mit dem Kind nach Italien ziehen, muss das Sorgerecht nicht neu geregelt werden. Wegen der räumlichen Entfernung wäre es aber möglicherweise hilfreich, wenn er Sie schriftlich bevollmächtigt, bestimmte Entscheidungen allein treffen zu können, zum Beispiel bzgl. der Gesundheit und des späteren Schulbesuches. Damit vermeiden Sie, dass Sie für jede Entscheidung seine Unterschrift einholen müssen.

Sinnvoll wäre, das Einverständnis über den Umzug zumindest schriftlich festzuhalten. Sollte es zu irgendeinem Zeitpunkt Auseinandersetzungen geben, können Sie damit nachweisen, dass Sie ihm nicht gegen seinen Willen das Kind entzogen und ins Ausland verbracht haben.

Es besteht auch die Möglichkeit, das Sorgerecht auf Sie allein übertragen zu lassen. Wenn beide Eltern dies wünschen, wird das Gericht dem Antrag stattgeben, es sei denn, diese Entscheidung wäre nicht zum Wohl des Kindes. Wenn der Vater Ihrem Sorgerechtsantrag zustimmt, könnten Sie dies dem Gericht einfach mit der Entfernung nach Italien begründen und der Tatsache, dass die gemeinsame elterliche Sorge zwischen zwei Staaten umständlich zu handhaben ist. Sie müssen in diesem Fall nichts über die Drogenprobleme mitteilen.

Sollte Ihr Freund einem Umzug des Kindes nach Italien nicht zustimmen, müssten Sie vorab eine gerichtliche Entscheidung herbeiführen. Sie könnten das Aufenthaltsbestimmungsrecht für sich beantragen. Damit hätten Sie das Recht, über den Aufenthalt des Kindes allein zu entscheiden. Das Gericht entscheidet bei einem streitigen Antrag nach dem Wohl des Kindes. Wenn Sie also bisher das Kind überwiegend betreut haben und damit seine Hauptbezugsperson sind, wird das Gericht zu Ihren Gunsten entscheiden. Ob Sie zusätzlich die Drogendelikte erwähnen sollten, lässt sich vorab nicht beurteilen. Aus meiner Sicht kann dies durchaus sinnvoll sein, weil die Frage der persönlichen Eignung neben der Bindung zum Kind eine erhebliche Rolle spielt.

Niemand kann Sie daran hindern, ins Ausland zu gehen. Auch das Gericht kann Ihnen den Umzug nicht verbieten. Die Frage wird nur sein, ob Sie Ihr Kind mitnehmen dürfen. Aus meiner Sicht sind Ihre Chancen jedoch insbesondere im Hinblick auf die familiäre Unterstützung in Italien, das Alter des Kindes und den Drogenkonsum Ihres Freundes sehr gut.

Eine Möglichkeit, vorab eine verbindliche Regelung beim Anwalt oder Notar zu treffen, sehe ich nicht: Das Sorgerecht kann nur vom Gericht übertragen werden. Dasselbe gilt für das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Wenn der Vater Ihrem Antrag auf Übertragung zustimmt, ist ein solches Verfahren aber in aller Regel nur eine "Formsache".

Jedenfalls für den Fall einer streitigen Auseinandersetzung über das Sorgerecht sollten Sie einen ortsansässigen und im Familienrecht erfahrenen Kollegen beauftragen, um Ihre Position gut vertreten zu können.

Bitte beachten Sie, dass dieses Forum nur eine erste Orientierung bieten, nicht aber die persönliche Beratung ersetzen kann. Dennoch hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort weiterhilft.
Abschließend möchte ich Sie auf die Berwertungsmöglichkeit hinweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel


Rückfrage vom Fragesteller 11.07.2012 | 16:02

"Wegen der räumlichen Entfernung wäre es aber möglicherweise hilfreich, wenn er Sie schriftlich bevollmächtigt, bestimmte Entscheidungen allein treffen zu können, zum Beispiel bzgl. der Gesundheit und des späteren Schulbesuches." Damit

"Sinnvoll wäre, das Einverständnis über den Umzug zumindest schriftlich festzuhalten."

Kann man eine solche schriftliche Bevollmaechtigung bzw. Einverstaendnis zum Umzug einfach formlos schreiben und dieses den Vater unterschreiben lassen oder muss man das beim Jugendamt oder bei einem anderen Amt machen?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.07.2012 | 16:12

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Hinsichtlich des Einverständnisses zum Umzug genügt eine schriftliche und unterschriebene Erklärung des Vaters. In diesem Punkt geht es nur darum, den Vorwurf widerlegen zu können, Sie wären ohne sein Wissen mit dem Kind ins Ausland gefahren.

Für eine Vollmacht genügt - jedenfalls in Deutschland - in aller Regel ebenfalls Schriftform. Ob und wie solche Dokumente in Italien anerkannt werden, sollten Sie dort klären. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, eine Vollmacht von einem Notar beurkunden zu lassen. Zumindest wäre eine Übersetzung bzw. eine Abfassung in italienischer Sprache sinnvoll.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 11.07.2012 | 16:18

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