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Bereinigtes Nettoeinkommen (Kindesunterhalt)

13.06.2012 09:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


11:15

Guten Tag,

kann mein bereinigtes Nettoeinkommen wie folgt berechnet werden:

- Jahresnetto nichtselbstst. Arbeit:
36000€

- Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung (gem. Steuerbescheid):
2400€

Monatsnetto: (36000+2400) / 12 = €3200

Bereinigung:
€3200
-200€ priv. Krankenversicherung
-300€ priv. Rentenversicherung
-12€ Lebensversicherung
-160€ berufsbedingte Aufwendungen (5%)
--------
€2528 bereinigtes Monatsnetto

Ich habe zusätzlich noch einen Weg zur Arbeit von 80km (einfache Strecke); kann dieser auch noch angesetzt werden ?

Welche anderen Kosten können angesetzt werden, um dan Netto weiter zu bereinigen ?

Ist die Ansetzung der Mieteinnahmen wie im Steuerbescheid ausgewiesen korrekt ?

Vielen Dank für eine Antwort.



13.06.2012 | 10:44

Antwort

von


(78)
Marktstraße 17 / 19,
70372 Stuttgart
Tel: 0711-7223-6737
Web: http://www.hsv-rechtsanwaelte.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich bei Ihnen für die Nutzung dieses Forums und möchte Ihnen nachfolgend Ihre Fragen beantworten.
Bitte erlauben Sie den Hinweis, dass die Charakteristik dieses Forums lediglich eine erste Einschätzung und erste Beantwortung Ihrer Fragen zulässt. Insbesondere ist zu beachten, dass beim Hinzutreten weiterer, noch nicht bekannter Informationen oder Umstände die Beantwortung der Fragen anders ausfallen könnte.

Nunmehr möchte ich Ihnen Ihre Fragen beantworten.

Hinsichtlich der Einnahmen aus der Vermietung und der Verpachtung gehe ich davon aus, dass Sie den Gewinn, welcher sich aus dem Steuerbescheid ergibt, meinen.
Bei der Vermietung und der Verpachtung können von den Einnahmen die Aufwendungen wie Steuern, Hypothekenzinsen und Werbungskosten (Grundsteuer, Müllabfuhr, Hausverwaltungskosten und Kosten, welche nicht auf die Mieter umgelegt werden können) abgezogen werden. Der sich daraus ergebende Betrag ist das für die Unterhaltsberechnung maßgebende Einkommen.

Hinsichtlich der Absetzung der weiteren privaten Aufwendungen für die private Krankenversicherung und Pflegeversicherung ist der von Ihnen vorgenommene Abzug korrekt.

Hinsichtlich der Lebensversicherung dürfte der Abzug von 12,00 Euro monatlich auch korrekt sein.
Hierzu möchte ich Sie jedoch darauf aufmerksam machen, dass der Abzug für eine zusätzliche Altersvorsorge, wie zum Beispiel einer Lebensversicherung, begrenzt wird. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes ist der Abzug von zusätzlichen Altersvorsorgen nur bis zu einem Betrag von 4 % des Vorjahresbruttoeinkommens zulässig. Insofern sollte man prüfen wie hoch das Bruttoeinkommen des Vorjahres war und hiervon den Betrag von 4 % errechnen. Dieser Betrag kann entsprechend im aktuellen Jahr insgesamt, beziehungsweise verteilt auf 12 Monate, für die zusätzliche Altersvorsorge abgezogen werden.

Der Abzug der 5 % Pauschale bedeutet, dass beim Vorliegen berufsbedingter Aufwendungen, wie zum Beispiel der Fahrtweg zur Arbeit, dies abgezogen werden können. Voraussetzung hierfür ist, dass diese Ausgaben sich eindeutig nach objektiven Maßstäben von den privaten Lebenshaltungskosten abgrenzen lassen, daher eindeutig nur der Abreit zuzurechnen sind.
Zu beachten ist, dass bei der Absetzung konkreter berufsbedingter Aufwendungen diese auch belegt werden müssen, sofern der Abzugsbetrag der Aufwendungen den Betrag der 5 % - Pauschale übersteigen.
Die Fahrtkosten können Sie ebenfalls geltend machen. Für die von Ihnen angegebenen Fahrten zur Arbeitsstelle können Sie pro gefahrenen Kilometer 0,30 Euro ansetzen. Hier ist jedoch auch zu beachten, dass bei längeren Strecken, wie bei Ihnen, es möglich sein könnte, dass ab einer bestimmten Kilometerzahl der Betrag pro Kilometer verringert werden könnte. In Bezug auf die für Sie geltenden Unterhaltsrechtlichen Leitlinien des OLG Kölnverringert sich ab dem 30. km der Betrag auf 0,20 Euro. Das bedeutet, dass Sie für die ersten 30 km je 0,30 Euro und für die weiteren je 0,20 Euro absetzen können.
Zu beachten ist weiterhin, dass bei der möglichen und zumutbaren Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel der Abzug der Fahrtkosten nur in Höhe des Fahrtickets als Fahrtkosten möglich ist.

Weitere abzugsfähige Kosten könnten sein:
Sonstige arbeitsbedingte Werbungskosten wie auf die Arbeit bezogene Fachliteratur, Arbeitskleidung, Fortbildungskosten oder auch Gewerkschaftsbeiträge. Hier ist jedoch zu beachten, dass solche Kosten nur absetzbar sind, soweit diese nicht vom Arbeitgeber ersetzt werden. Zudem müssen sie auch entsprechend belegt und nachgewiesen werden.
Sonstige Kosten für eine zusätzliche Altersvorsorge, wie zum Beispiel eine Riesterrente, wobei hier der bereits erwähnte 4 % Betrag des Vorjahresbrotteinkommens zu beachten ist.
Auch eine Unfallversicherung oder zusätzliche Versicherungen wie eine Zahnzusatzversicherung könnten abgezogen werden.

Ich hoffe nun, dass ich Ihre Fragen beantworten konnte und Ihnen auf diesem Weg behilflich sein konnte.
Sollten Sie weitere Fragen haben, können Sie mich über meine Kontaktdaten kontaktieren.
ich möchte Sie noch bitten die Bewertungsfunktion der Beratung zu nutzen, wofür ich mich vielmals bei Ihnen bedanke.


Rückfrage vom Fragesteller 13.06.2012 | 10:54

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Bitte erlauben Sie mir folgende Rückfragen:

- Die im Steuerbescheid ausgewiesenen Einnahmen durch Vermietung und Verpachtung verstehen sich als "Einnahmen - Ausgaben" -Rechnung, die mein Steuerberater so berechnet hat. Das Jugendamt teilte mir mit, dass dieser Betrag zur Bestimmung des Nettoeinkommen nicht genommen werden kann, sondern konkret geprüft werden muss,was tatsächlich eingenommen und tatsächlich ausgegeben wurde. Was stimmt hier ?

Vielen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.06.2012 | 11:15

Sehr geehrter Fragesteller,

die Antwort des Jugendamtes ist insofern stimmig als in der Tat genau geprüft werden muss, was Sie tatsächlich eingenommen und was Sie tatsächlich an Aufwendungen hatten.

Denn gewisse Aufwendungen in Bezug auf die Immobilien können nicht abgesetzt werden, wenn diese der Vermögensbildung dienen. Dies ist zum Beispiel bei Krediten der Fall. Die eigentliche Tilgung des Kredites kann nicht abgezogen werden, da diese der Vermögensbildung und somit dem Erwerb der Immobilie dient.
Auch können steuerliche Abschreibungen nicht einkommensmindernd berücksichtigt werden.
Auch der Reparaturaufwand oder die Rücklagenbildung kann nur in angemessener Verteilung absetzbar sein. Das bedeutet, dass nicht jede Reparatur, sondern nur notwendige Reparaturen, welche dem Erhalt der Immobilie dienen, abgesetzt werden können.

Insgesamt ist daher genau zu prüfen, was in Bezug auf die Absetzungen möglich ist. Der Antwort des Jugendamtes ist insofern zuzustimmen, dass genau geprüft werden muss was Sie an Einnahmen hatten und was unterhaltsrechtlich relevant abgezogen werden kann und auch entsprechend gezahlt worden ist im jeweiligen Jahr.
Insofern war meine vorherige Antwort etwas missverständlich, wofür ich mich entschuldigen möchte.

Ich bedauere Ihnen keine andere Antwort geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Bianca Vetter, Rechtsanwältin

ANTWORT VON

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