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Vereinsgelder aus der Kasse genommen

| 07.06.2012 19:12 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arwin Kieback


Ich habe über mehrer Jahre Vereinsgelder wie folgt aus der Kasse genommen, ich weiß nicht wie das hier heißt was ich getan habe. Ich habe mich beim Vorstand auch entschuldigt.
z.B. wir hatten ein Turnier, dabei habe eine Quittung ausgestellt für Helferessen und Richteressen. Dann habe ich mir das Geld genommen. Die nächsten Rechnung die ich bekommen habe, habe eingebucht und dann mit meinem Privatengeld bezahlt. Das gleiche habe ich mit Mitgliedsbeiträgen gemacht, die angeblich zuviel gezahlt haben.Also Quittung rein Geld ausgezahlt und bei der nächsten Möglichkeit habe ich wie eine Rechnung mit Privatemgeld bezahlt. "Offen" sind noch mehrere Monate. Jetzt beim Wechsel der Kassenwarte habe ich mich geautet und dem Verein als Ausgleich 3000€ auf das Konto eingezahlt. Ich bin nicht vorbestraft und habe auch sonst so was nie getan.Womit muß ich rechnen\\\\

Sehr geehrter Fragesteller,

die Beantwortung Ihrer Frage erfolgt auf der Grundlage, des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und der darin gemachten tatsächlichen Angaben. Sollten weitere Umstände hinzutreten, kann der Sachverhalt gegebenenfalls anders zu beurteilen sein.

Sollte gegen Sie Strafanzeige erstattet werden, so wird gegen Sie ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.

In Betracht kommen je nach dem Einzelfall, dass heißt je nachdem wie Sie bei den einzelnen Taten vorgegangen sind Betrug § 263 StGB, Untreue § 266 StGB (wenn Sie z.B. Kassenwart waren), Urkundenfälschung § 267 StGB (Erstellen falscher Quittungen) unter Umständen auch Unterschlagung § 246 StGB.

Diese Tatbestände sehen eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe vor. Die Höhe der Strafe hängt davon ab wie viele Taten Ihnen nachweisbar sind und wie hoch der Schaden ist. Dies kann anhand Ihres Sachverhaltes nicht abschließend beurteilt werden. Problematisch ist, dass ein Gericht zu dem Ergebnis kommen könnte, dass Sie „gewerbsmäßig" gehandelt haben. Gewerbsmäßig handelt jemand, wenn er in der Absicht, sich durch die wiederholte Begehung von Straftaten gleicher Art (wenn auch nicht notwendig für die Dauer, so doch für eine längere Zeit und nicht nur vorübergehend) eine Einkommensquelle erschließen möchte.

Da Sie offenbar über Jahre Gelder entnommen haben dürfte die Gewerbsmäßigkeit zu bejahen sein.

Dies würde bedeuten, dass ein besonders schwerer Fall vorliegt, so dass dann die Strafe eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wäre. Da Sie nicht vorbestraft sind würde diese jedoch mit Sicherheit zur Bewährung ausgesetzt werden.

Wenn ein Ermittlungsverfahren gegen Sie eingeleitet wird, Sie also Post von der Polizei oder Staatsanwaltschaft bekommen sollten Sie keine Angaben machen, sondern umgehend einen Rechtsanwalt aufsuchen. Dieser kann Akteneinsicht beantragen und nach der Einsicht kann ggf. vom Rechtsanwalt eine Stellungnahme gefertigt werden. Bereits im Ermittlungsverfahren können so die Weichen für das weitere Verfahren gestellt werden.


§ 263 Betrug
(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das
Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder
Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren
oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein
besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von
Urkundenfälschung oder Betrug verbunden hat,
2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder in der Absicht handelt, durch die fortgesetzte
Begehung von Betrug eine große Zahl von Menschen in die Gefahr des Verlustes von Vermögenswerten zu
bringen,
3. eine andere Person in wirtschaftliche Not bringt,
4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht oder
5. einen Versicherungsfall vortäuscht, nachdem er oder ein anderer zu diesem Zweck eine Sache von
bedeutendem Wert in Brand gesetzt oder durch eine Brandlegung ganz oder teilweise zerstört oder ein Schiff
zum Sinken oder Stranden gebracht hat.
(4) § 243 Abs. 2 sowie die §§ 247 und 248a gelten entsprechend.
(5) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von sechs
Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer den Betrug als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten
Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig begeht.
(6) Das Gericht kann Führungsaufsicht anordnen (§ 68 Abs. 1).
(7) Die §§ 43a und 73d sind anzuwenden, wenn der Täter als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur
fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat. § 73d ist auch
dann anzuwenden, wenn der Täter gewerbsmäßig handelt.


§ 266 Untreue
(1) Wer die ihm durch Gesetz, behördlichen Auftrag oder Rechtsgeschäft eingeräumte Befugnis, über fremdes
Vermögen zu verfügen oder einen anderen zu verpflichten, mißbraucht oder die ihm kraft Gesetzes, behördlichen
Auftrags, Rechtsgeschäfts oder eines Treueverhältnisses obliegende Pflicht, fremde Vermögensinteressen
wahrzunehmen, verletzt und dadurch dem, dessen Vermögensinteressen er zu betreuen hat, Nachteil zufügt,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) § 243 Abs. 2 und die §§ 247, 248a und 263 Abs. 3 gelten entsprechend.

§ 267 Urkundenfälschung
(1) Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder
eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.
(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein
besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter
1. gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung von Betrug oder
Urkundenfälschung verbunden hat,
2. einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt,
3. durch eine große Zahl von unechten oder verfälschten Urkunden die Sicherheit des Rechtsverkehrs erheblich
gefährdet oder
4. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger mißbraucht.
(4) Mit Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen mit Freiheitsstrafe von
sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer die Urkundenfälschung als Mitglied einer Bande, die sich zur
fortgesetzten Begehung von Straftaten nach den §§ 263 bis 264 oder 267 bis 269 verbunden hat, gewerbsmäßig
begeht.

§ 246 Unterschlagung
(1) Wer eine fremde bewegliche Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zueignet, wird mit Freiheitsstrafe
bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in anderen Vorschriften mit schwererer Strafe
bedroht ist.
(2) Ist in den Fällen des Absatzes 1 die Sache dem Täter anvertraut, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf
Jahren oder Geldstrafe.
(3) Der Versuch ist strafbar.


Ich hoffe Ihnen im Rahmen dieser Erstberatung einen ersten Überblick verschafft zu haben. Ich weise daraufhin, dass insbesondere wegen des kurzen Sachverhalts hier nur eine vorläufige Einschätzung gegeben werden kann, die eine weitere Beratung mit Kenntnis des Inhaltes der Ermittlungsakte nicht ersetzen kann.


Mit freundlichen Grüßen

Arwin Kieback
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.06.2012 | 22:13

Nun habe ich eine Frage, wie sieht es aus, der Vorstand zwei Personen, wollen sich mit mir zusammen setzen, kann ich denen schriftlich den Tatherrgang geben. Ich muß noch einige Ordner abgeben und jetzt habe ich gehört, dass ein Vorstandsmitglied behauptet ich hätte Ordner weggenommen, um Beweise zu vertuschen, das simmt nicht ich habe Zeugen dafür. Was soll ich tun.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.06.2012 | 09:55

Sehr geehrter Fragesteller,
da Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Strafverfahren droht würde ich Ihnen empfehlen nicht mit Dritten über die Angelegenheit zu sprechen, schon gar nicht etwas schriftlich zu verfassen. Fertigen Sie sich Kopien von den Unterlagen, die Sie an den Verein übergeben müssen. Wenn es noch Ansprüche des Vereins gegen Sie gibt (Geld) sollten Sie bereits jetzt einen Rechtsanwalt vor Ort beauftragen der den Sachverhalt prüft und mit dem Verein verhandelt. Der Rechtsanwalt kann Sie dann auch anhand der Unterlagen über das weitere Vorgehen beraten.

Mit freundlichen Grüßen
Arwin Kieback
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 08.06.2012 | 13:44

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