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Unterhalt / Kindergeld

03.05.2012 10:00 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


13:09

Sehr geehrte Damen und Herren,

bin seit einigen Jahren rechtskräftig geschieden.
Für unser Kind aus der geschiedenen Ehe zahle ich unterhalt. Meine EX-Frau arbeitet in Vollzeit und ist jetzt wieder verheiratet. Wir haben das gemeinsame Sorgerecht. Unser Kind "lebt" einige Tage in der Woche bei mir und einige Tage in der Woche bei meiner Ex-Frau, also 50% beim Vater und 50% bei der Mutter. Meine Ex-Frau erhält das volle Kindergeld. Muß ich für 100% Unterhalt zahlen, wenn doch unser Kind mindestens zu 50% bei mir lebt und hat meine EX-Frau dann überhaupt Anschspruch auf das volle Kindergeld ?

03.05.2012 | 10:30

Antwort

von


(1293)
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33609 Bielefeld
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Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der von Ihnen dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Wenn es sich tatsächlich um ein Wechselmodell handelt, also wirklich das Kind zu 50 % bei Ihnen und zu 50 % bei Ihrer geschiedenen Frau lebt, ist es nicht gerechtfertigt, dass Sie vollen Unterhalt zahlen. Dies hat der BGH in seinem Urteil vom 21.12.2005, Aktenzeichen <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=XII%20ZR%20126/03" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 21.12.2005 - XII ZR 126/03: Barunterhaltspflicht von sich in der Betreuung eines Kindes ab...">XII ZR 126/03</a> klargestellt.

Bleibt Ihr Anteil unter diesen 50 %, sind Sie in vollem Umfang war unterhaltspflichtig.

Das Kindergeld ist auf jeden Fall zur Hälfte auf den Unterhalt anzurechnen, wenn Ihre Exfrau es zu 100 % erhält.

Mit freundlichen Grüßen


Rückfrage vom Fragesteller 03.05.2012 | 13:02

Guten Tag,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Meinen Sie mit:"ist auf den Unterhalt anzurechnen",
dass ich die nun noch verbleibenden 50% Unterhalt an meine EX-Frau (die inzwischen ein deutlich höheres Einkommen hat als ich), nochmals um die Hälfte des Kindergeldes kürzen kann ?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 03.05.2012 | 13:09

Nach § 1612b BGB: Deckung des Barbedarfs durch Kindergeld ist das Kindergeld bei demjenigen, der es nicht erhält, zur Hälfte anzurechnen. Um diese 92.- € mindert sich der Tabellenbetrag nach der Düsseldorfer Tabelle.

Dies gilt auch im echten Wechselmodell.

Ob Sie es von den 50 % abziehen können, ist abhängig davon, dass es noch nicht abgezogen wurde.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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