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Umgangsrecht bei einem Säugling

13.04.2012 11:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


13:15

Hallo,
ich habe vor ca. 3,5 Monaten einen Sohn alleine zur Welt gebracht. Mit dem Vater des Kindes habe ich nie zusammen gewohnt, sondern eine ca. 1 Jährige On/Off Beziehung geführt. Es ist mir relativ schnell klar geworden, dass es sich um einen cholerischen, aggressiven Blender handelt.
In den ersten drei Monaten wollte er mich massiv zur Abtreibung zwingen (Psychoterror ohne Ende), dann habe ich mich schweren Herzens getrennt. Danach begann regelrechtes Stalking und Verfolgsungsjagden. Freunden/Kollegen teilte er mit, er wolle mit dem Kind nichts zu tun haben, wenn er mich nicht haben kann. Angebote, das Kind in Freundschaft gemeinsam aufzuziehen lehnte er vehement ab. Plötzlich tauchte er komplett unter. Monatelang bis zum Ende der Schwangerschaft habe ich gar nichts von ihm gehört. Angeblich war er im Ausland. Eine Woche vor Geburt tauchte er plötzlich wieder auf !!! Mit einem abstrusen Email "das Kind wäre sein Wunschkind...". Seitdem kämpft er beim Jugendamt und vor den Gerichten um möglichst viel Umgang.

Das Kind ist nun 3.5 Monate alt und man will es mir 3mal die Woche für 1.5 Stunden vom Busen reissen! So der einstweilige Beschluss basierend auf dem Gutachten einer Verfahrenspflegerin, die sich sehr für den Vater engagiert (als extrem geübter Blender versteht er es den armen, gebeutelten Vater zu geben). Ich hatte in der ersten Anhörung überhaupt keine Chance - alles was vorher war zählt nicht. Man will mir das Kind so oft nehmen, auch wenn es gestillt wird. Ein so kleines Kind würde noch nicht viel schreien und ist einfach zu beruhigen.

Nun wurde ein nicht beschwerdefähiger Zwischenbeschluss generiert. Ich muss das Kind 5mal betreut für 1.5 Stunden abgeben ! Ohne vorher eine Testphase zu durchlaufen. Erster Termin gleich 1.5 Stunden. Di, Mi, Do. Drei hintereinander folgende Tage.
Das ist die Höchststrafe für eine Mutter ! Ich kann nachts nicht mehr schlafen.

Meine Frage: Basiert dies wirklich auf Neuesten Bindungserkenntnissen ? Ist das normal, was mir hier wiederfährt ? Kann man Empfehlungen zum Umgangsrecht bei Säiglingen googeln ?

13.04.2012 | 12:23

Antwort

von


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Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der von Ihnen dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Aus Ihrer Schilderung ergibt sich, dass Sie derzeit sehr emotionsgeladen sind, was möglicherweise einen objektiven Blick auf die Sachlage verhindert.

In rechtlicher Hinsicht ist es nun einmal so, dass das Kind Mutter UND Vater hat, und dass beide Elternteile gemäß § 1684 BGB ein Umgangsrecht mit dem Kind haben.

Sie sollten tunlichst vermeiden, persönliche Aversionen gegen den Kindesvater auf das Kind zu projizieren oder daraus schlussfolgern, dass der Kindesvater mit dem Kind nicht gut umgehen würde. Selbst dann, wenn er ursprünglich gegen das Kind eingestellt war, kann sich dies durchaus geändert haben.

Der Umfang des Umgangsrechtes bei einem Säugling muss naturgemäß anders ausgestaltet sein, als der eines älteren Kindes.

Hier steht die Häufigkeit von Umgangskontakten im Vordergrund, die Dauer des einzelnen Kontaktes ist von nachrangiger Bedeutung.

In dem von Ihnen erwähnten Beschluss ist angeordnet worden, dass der Kindesvater insgesamt fünfmal das Kind für jeweils 1,5 h unter Aufsicht sehen darf. Diese Anordnung ist sicherlich nicht zu beanstanden, wenn sie dient erkennbar der Eingewöhnung von Vater und Kind an die neue Situation. Durch die angeordnete Aufsicht, wahrscheinlich durch das Jugendamt, ist zudem gewährleistet, dass das Kind keinen Schaden nehmen kann.

Wenn es Ihnen gelingen würde, den Sachverhalt unter den von mir dargestellten Gesichtspunkten objektiv zu beurteilen, werden Sie auch dazu kommen, dass diese Anordnung nicht so außergewöhnlich ist, erst recht nicht gegen das Kindeswohl ist, wie Sie es jetzt in Ihrer Erregung niedergeschrieben haben.

Im übrigen empfehle ich Ihnen dringend, sich in dem Verfahren anwaltlich vertreten zu lassen. Ich entnehme Ihrer Schilderung, dass dies bislang wohl nicht der Fall war.


Mit freundlichen Grüßen





Rückfrage vom Fragesteller 13.04.2012 | 12:48

Hallo,

vielen Dank !

Allerdings hilft mir diese Antwort nicht weiter. Ich benötige folgende Antwort:

Es geht generell um dreimal wöchentlich für 1.5 h. Ist dies normal ?

Gibt es dazu irgendwelche Unterlagen zur Häufigkeit des Umgangs beim Säugling ?

Danke und Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.04.2012 | 13:15

Da Sie ja vor Beantwortung dieser Nachfrage schon eine durchwachsene Bewertung abgegeben haben, möchte ich die Nachfrage kurz dahingehend beantworten, dass es immer auf den Einzelfall ankommt, und dass einmalig! dreimal hintereinander (nicht wöchtenlich!)durchaus normal sein können.

Sicher gibt es dazu auch Unterlagen.

Schönes Wochenende

ANTWORT VON

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