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Führungszeugnis für die Zulassung der Heilpraktikerprüfung (Psychotherapie)

| 20.03.2012 21:06 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahre 1997 wurde ich wegen Unterschlagung bzw. Untreue zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten und der Ableistung von 200 Sozialstunden verurteilt. Ich habe damals als Verkäufer mehrfach in die Kasse meines Arbeitgebers gegriffen und so ca. 12.000 DM abgegriffen. Der Schaden wurde durch mich vollumfänglich getilgt.
Seit dem habe ich mir nichts mehr zu Schulden kommen lassen.

Nun beabsichtige ich im Mai 2013 die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie abzulegen.
Für deren Zulassung sowie zur späteren Ausübung des Berufes muss ein Führungszeugnis vorgelegt werden.
Wird meine Vorstrafe darin aufgeführt sein und wenn ja, wird diese dann eine Zulassung zur Prüfung bzw. zur Berufsausübung verhindern ?

Vielen Dank und freundliche Grüße,

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Das Führungszeugnis stellt einen Auszug aus dem Bundeszentralregister dar, in welches unter anderem alle rechtskräftigen Entscheidungen eines deutschen Gerichts wegen einer rechtswidrigen Tat einzutragen sind, aufgrund derer jemand zu einer Strafe verurteilt wurde, §§ 3 , 4 BZRG .

Welche Registereintragungen dann in das Führungszeugnis aufgenommen werden, ist in § 32 BZRG geregelt. Danach werden zunächst alle Verurteilungen, Maßregeln, Verwarnungen aufgenommen, also auch Ihre Bewährungsstrafe.

1. Nach einer bestimmten Frist werden Verurteilungen jedoch nicht mehr in das Führungszeugnis aufgenommen, § 33 Abs. 1 BZRG . Diese Frist beträgt gem. § 34 Abs. 1 Nr. 3 BZRG in Ihrem Fall 5 Jahre. Hierbei gehe ich davon aus, dass die zur Bewährung ausgesetzte Strafe 18 Monate betrug und nicht die Bewährungszeit an sich. Betrug die Freiheitsstrafe hingegen maximal ein Jahr und wurde zur Bewährung über 18 Monate ausgesetzt, beträgt die Frist zur Aufnahme in das Führungszeugnis sogar nur 3 Jahre.
Im Führungszeugnis sollte die Verurteilung entsprechend nicht mehr auftauchen.


2. Zusätzlich gibt es auch bestimmte Fristen zur kompletten Löschung aus dem Bundeszentralregister. Diese richtet sich ebenfalls nach der ausgeurteilten Strafe: War die Freiheitsstrafe maximal ein Jahr mit Bewährungszeit von 18 Monaten, beträgt die Tilgungsfrist 10 Jahre. Betrug die Freiheitsstrafe bereits 18 Monate, läuft die Tilgungsfrist insgesamt 15 Jahre. Die Tilgung selbst erfolgt ein Jahr nach Eintritt der Tilgungsreife. Die Frist beginnt mit dem Tag des Urteils. Da Sie die Prüfung erst 2013 ablegen wollen, sollte dann also (je nach Datum des Urteils) ihr gesamtes Register ohne Eintragungen sein.


3. Sie können aber, um sicher zu gehen, jederzeit Antrag auf Einsicht in das Bundeszentralregister stellen. Die schriftliche Auskunft wird an das Amtsgericht Ihres Wohnortes übersandt und darf nur von Ihnen persönlich dort eingesehen werden. Nach der Einsichtnahme wird die Mitteilung vernichtet. Sie hätten damit die Sicherheit, dass tatsächlich nichts Unliebsames (oder auch Unrichtiges) im Register vermerkt ist. Sofern fehlerhafte Eintragungen vorhanden sind, haben Sie natürlich auch einen Löschungs- oder Berichtigungsanspruch.


Nach dem Vorgenannten sollte die Strafe nicht mehr im Führungszeugnis gelistet sein, ich empfehle aber dringend die Einsichtnahme in das Bundeszentralregister, da die Datensätze nicht immer aktuell sind. Eine Ungeeignetheit für die Zulassung zum Beruf ergäbe sich somit hieraus nicht.
Sofern ich Ihre Ausführungen zur Strafe falsch verstanden habe, bitte ich im Rahmen der Nachfrageoption nochmals um einen Hinweis.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben. Bitte beachten Sie jedoch, dass dieses Forum keine persönliche Rechtsberatung ersetzen kann und dass durch Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen die rechtliche Bewertung anders ausfallen kann.

Bei Verständnisfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.


Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!

Mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 20.03.2012 | 22:40

Zur Präziosion der Angaben:
die damalige Freiheitsstrafe betrug 18 Monate und wurde mit einer Bewährungszeit von 24 Monaten verhängt.

Ich werde Ihrem Rat in jedem Falle befolgen und die Einsichtnahme beantragen.

Vielen lieben Dank für die sehr schnelle und umfangreiche Antwort.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.03.2012 | 22:46

Sehr geehrter Fragesteller,

dann beträgt die Frist für die Aufnahme in das Führungszeugnis tatsächlich die oben genannten 5 Jahre und für die komplette Löschung aus dem Zentralregister 15 Jahre (zzgl. der Tilgungsfrist von einem Jahr).

Der Antrag auf Auskunft ist in jedem Fall eine sinnvolle Sache, die ich Ihnen wirklich empfehle.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg in der Angelegenheit (und natürlich bei der weiteren Ausbildung)!

Mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 21.03.2012 | 10:38

Sehr geehrter Fragesteller,

mir ist gerade noch aufgefallen, dass es jeweils für Führungszeugnis und Bundeszentralregister eine Verlängerung der Fristen um die Dauer der Freiheitsstrafe (hier 18 Monate) gem. §§ 34 Abs. 3 BZRG , 46 Abs. 3 BZRG gibt.
Hinsichtlich des Führungszeugnisses (welches Sie ja nur vorlegen müssen) ergibt sich zwar insgesamt keine Änderung und die Strafe sollte je nach Datum des Urteils spätestens seit 2004 nicht mehr aufgeführt werden.
Hinsichtlich des Zentralregisters wird die Tilgung aber entsprechend ebenfalls frühestens etwa 2014 (je nach Datum des Urteils) erfolgen.

Aus der Auskunft ergibt sich aber, welche Daten in ein Führungszeugnis aufgenommen werden, so dass Sie diese trotzdem einholen sollten.

Mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 20.03.2012 | 22:43

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