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Scheidung und Unterhalt, Partner sind sich vorwiegend einig

| 18.03.2012 08:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Hallo,

meine noch Frau möchte sich nach 2 Jahren Ehe von mir Scheiden lassen. Wir haben eine gemeinsame 3 jährige Tochter.

Wieviel Unterhalt bin ich verpflichtet Ihr im Trennungsjahr zu zahlen, und muss ich Ihr auch nach der Scheidung Unterhalt zahlen?

Mein Nettoeinkommen schwankt monantlich zwischen 2100 und 2800 Euro. Meine Frau hat kein Einkommen.
Die Miete unserer Wohnung in der ich wohnen bleibe beträgt Kalt 350 und Warm 520 Euro, dazu kommt das ich noch 3 Kreditraten zahlen muss, welche alle vor der Ehe abgeschlossen wurden, Die Höhe beträgt insgesamt 420 Euro. Kosten für die Wege zur Arbeit betragen ca. 80 Euro im Monat.



Meine Frau nimmt bei der Trennung leider auch unsere Tochter mit. Nun möchte ich gern, das meine Tochter bei mir bleibt. In wie weit kann ich dies geltend machen, bzw. auch gerichtlich durchsetzen?

Meine Frau und ich verstehen uns trotz Krise noch gut, und haben uns in fast allen Punkten schon geeinigt. Kann man sich in so einer Situation auch relativ "einfach" Scheiden lassen?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Beim Einkommen ist das Jahreseinkommen zu berücksichtigen. Ich habe hier vereinfacht einen Mittelwert von 2450 Euro zugrunde gelegt.

Für die beruflichen Aufwendungen ist eine pauschale von 5% aubzuziehen, hier also 122,50 €. Die Miete ist i.d.R. nicht abzugsfähig. Schulden sind regelmäßig zu berücksichtigen wenn Sie bis zum Zeitpunkt der Trennung entstanden sind.

Das maßgebliche Einkommen für den Kindesunterhalt beläuft sich damit auf 1.907,50€.

Nach der Düsseldorfer Tabelle ergibt sich somit ein Kindesunterhalt von 349. Hierauf ist die Hälfte des Kindergeldes anzurechnen wenn ein Elternteil das Kind betreut (was hier ja zunächst vorgesehen ist). Es ergibt sich ein ANspruch von 257 €.

Dieser ist für die Berechnung des Ehegattenunterhalts abzuziehen. So dass sich ein Einkommen von 1907,50 €
- 257 € = 1.650,50 € ergibt.

Der nichterwerbstätige Ehegatte erhält hiervon 3/7. Im Ergbnis ergibt sich ein ANspruch in Höhe von 707,35 € für Ihre Ehefrau.

Sie haben aber einen Selbstbehalt von 1.050 €. Ihre Frau hat also einen Anspruch von maximal 600,30 €.

Es ist auch Unterhalt nach der Scheidung zu gewähren, wenn Ihre Frau das Kind betreut oder diese mit Ihren finanziellen Mitteln nicht den ehelichen Lebensstandard erreichen kann. Grundsätzlich ist sie jedoch gehalten selbst für ihren Unterhalt zu sorgen. Bei einem jährigen Kind ist wenigstens eine Halbtagstätigkeit zumutbar, dies gilt auch für die Trennungsphase.

Der Unterhalt kann zeitlich befristet werden.

2.
Sie haben gemeinsames Sorgerecht. Hier muss eine Regelung getroffen werden bei wem die Tochter lebt. Dies kann mit Hilfe des Jugendamtes geschehen oder im Rahmen des Scheidungsverfahrens. Erfahrungsgemäß müssen gewichtige Gründe dafürsprechen warum das Kind bei Ihnen bleiben soll. Ggf. kann hier eine Umgangsregelung (jedes 2. Wochende, jeder 2. Feiertag, Ostern und Weihnachten halbteilig) getroffen werden. Insbeosndere wird es hier schwierig mit einer vollen Stelle und der Erziehung einer 3 jährigen zu argumentieren.

3.
Eine unkomlpizierte Scheidung ist nach Ablauf des Trennungsjahres möglich. Der Versorgungsausgleich kann bei einer Ehe unter 3 Jahren ausgeschlossen werden.

Regelungen über das Sorge und Umgangsrecht können vor der Scheidung getroffen werden. Ebenso Regelungen zum nachehelichen Unterhalt. Diese bedarf der notariellen Beurkundung.

4.
Da hier nur eine erste Einschätzung erfolgen kann, rate ich Ihnen dringend einen Anwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren um mit diesem das Thema noch einmal ausführlich zu erörtern. Ich verweise hierzu insbesondere auf Nachfolgendes:

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andre Stämmler, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 19.03.2012 | 15:00

Zu Punkt 1 noch eine Nachfrage.

Kann man den Unterhalt auch "variabel" auszahlen?

Zum Beispiel in Monaten mit wenig Einkommen nur 400 Euro zahlen, und in Monaten mit mehr Einkommen z.B. 800 Euro?

Bei den oben angegebenen Werten würde ich in Monaten mit schwachen Einkommen für mich selbst nur 33 Euo zur Verfügung haben, was leider nicht ausreicht, um sich 30 Tage davon zu ernähren.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.03.2012 | 08:43

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Unterhalt ist grundsätzlich als "feste Größe" zu berechnen. Um bei schwankenden EInkommen jedoch eine genauere Zahl zu bekommen ist es möglich das druchschnittliche Einkommen der letzten 3 Jahre zu betrachten und hieraus das relevante EInkommen zu ermitteln.

Bei starken Schwankungen im Einkommen ist eine Anpassung der Unterhaltszahlungen möglich. Nicht jedoch bei nur vorübergehenden Schwankungen (z.B. wegen Krankheit).

Es steht aber nichts entgegen mit Ihrer Frau auch variable Zahlungen zu vereinbaren, z.B. nach Vorlage der monatlichen Gehaltsabrechnungen. Lediglich bei einer streitigen Auseinandersetzung halte ich dies für praktisch schwierig.

Ich darf Ihnen nochmals raten einen ANwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A.Stämmler

Bewertung des Fragestellers 22.03.2012 | 07:06

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 22.03.2012 4,6/5,0
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