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Kindesunterhalt, wenn Frau gleichviel oder etwas mehr verdient

| 16.03.2012 10:46 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich halte meine Frage weitgehend allgemein:

Ein Paar hat 3 minderjährige Kinder. Es kommt zur Trennung. Die Kinder werden der Frau zugesprochen. Da die Kinder alt genug sind, kann die Frau Teilzeit arbeiten, verdient 2.000 Euro anrechenbares Netto-Einkommen.

Der Mann arbeitet Vollzeit, verdient aber ebenfalls nur 2000 Euro anrechenbares Netto-Einkommen. (Die Frau hat also den besseren Job).

Für die Kinder wird nach Düsseldorfer Tabelle ein Unterhalt von ca. 900 Euro fällig.

Die Frage ist nun, muß allein der Mann an die Frau für die Kinder Unterhalt zahlen oder ist hier auch ein Teil des Unterhalts der Frau für den Kindesunterhalt heranzuziehen?

(Würde allein der Mann Unterhalt zahlen müssen, hätte der ja nur noch 1.100 Euro übrig, während die Frau noch ihr gesamte Netto von 2.000 Euro übrig hätte, weil der Mann ja den Kindesunterhalt allein bezahlen würde. Dies scheint irgendwie ungerecht).

Macht es einen Unterschied, ob die beiden verheiratet sind oder nicht?

Was würde sich ändern, wenn die Frau später mehr arbeiten und z.B. 2.500 Euro anrechenbares Netto verdienen würde, das Einkommen des Mannes aber gleich bliebe?

Wie gesagt, es geht hier nicht um die ganz exakte Berechnung der Sätze, sondern welche grundsätzlichen Prinzipien zugrundeliegen (also ob und in welcher ungefähren Höhe das Einkommen der Frau zu berücksichtigen wäre).

Vielen Dank und viele Grüße

Guten Tag,

Ihre Anfrage beantwortet im Grunde § 1606 Abs.3 Satz 2 BGB:

"Der Elternteil, der ein minderjähriges unverheiratetes Kind betreut, erfüllt seine Verpflichtung, zum Unterhalt des Kindes beizutragen, in der Regel durch die Pflege und die Erziehung des Kindes."

Eine Ausnahme hiervon kann nur dann erfolgen, wenn der betreuende Elternteil wesentlich mehr verdient als der andere. Das ist hier aber nicht im Ansatz gegeben.

Ihre Annahme, dass Ihre Frau 2.000.- € übrig hätte, ist zudem unrealistisch, da drei minderjährige Kinder nicht allein durch den von Ihnen zu zahlenden Barunterhalt versorgt werden können. Natürlich wird Ihre Frau zwangsläufig von "ihren" 2.000.- € auch zum Leben der Kinder beisteuern müssen. Insoweit ist diese Regelung keineswegs ungerecht.

Im Hinblick auf den Unterhalt für minderjährige Kinder spielt keine Rolle, ob Sie verheiratet sind oder nicht.


Mit freundlichen Grüßen




Nachfrage vom Fragesteller 20.03.2012 | 10:32

Wie verhält es sich denn in diesem Fall mit dem Ehegattenunterhalt?

Die Frau hätte ja 2.000€ oder sogar 2.500€ verwertbares Einkommen, dem Mann blieben aber nach Zahlung des Kindesunterhalts nur noch 1.100€.

Müßte die Frau dem Mann in diesem Fall Unterhalt zahlen, vorausgesetzt die beiden waren verheiratet?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.03.2012 | 16:22

Guten Tag,

bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich Ihre Nachfrage nicht beantworte, denn es handelt sich nicht um eine Nachfrage zum Kindesunterhalt, sondern um eine neue Anfrage zum Thema Ehegattenunterhalt.

Ich bin gerne bereit, Ihne im Rahmen einer Direktanfrage entsprechende Auskunft zu erteilen.


Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 21.03.2012 | 10:28

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"Die Antwort des Anwalts fiel ein wenig kurz aus."
Stellungnahme vom Anwalt:
Die gerügte angebliche Kürze basiert wohl eher darauf, dass die als Nachfrage getarnte Zusatzfrage nicht beantwortet worden ist.
FRAGESTELLER 21.03.2012 3,4/5,0
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