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Betruegerischer Autoverkauf ohne Rechnung

06.03.2012 00:16 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


Hintergrund:

Nachdem ich im Ausland fuer mein Auto keine Verwendung mehr hatte, ueberfuehrte ich den Wagen an einem Wochenende im Jahre 2008/9 zu einem befreundeten Autohaendler nach Frankfurt. Der mir sehr gut bekannte Haendler und ehemalige Nachbar hatte sich angeboten, den Wagen in Frankfurt abzumelden und ihn kostenfrei abzustellen und eventuellen Kunden vorzufuehren. Nach 6-9 Monaten ohne spezifisches Angebot wurde der Wagen schliesslich fuer 3900 Euro in Raten an einen Angestellten der Firma verkauft, der den Wagen wieder 'hochruesten' wollte.

Etwa gleichzeitig gerieht mein Bekannter in grosse finanzielle und operative Schwierigkeiten und ich erklaerte mich daher bereit, ihm das Geld zu stunden. Meiner Aufforderung, mir eine Rechnung fuer den Verkauf und einen Beweis fuer die Schulden zukommen zu lassen, wurde allerdings nie nachgekommen.

Aus dem Ausland wurde es dann immer schwieriger, meinen Bekannten zu erreichen - auf Emails oder Telefonanrufe wurde nicht geantwortet. Das letzte Mal trafen wir uns auf einer Dienstreise im Jahre 2010/11 in Eschborn, um die Angelegenheit direkt zu besprechen. Ich erneuerte meine Aufforderung, einen schriftlichen Kaufvertrag zu erhalten. Seit diesem Gespraech waren saemtliche Versuche, mit dem Haendler Kontakt aufzunehmen oder Teilzahlungen zu erhalten, vergeblich.

Gestern erfuhr ich zufaellig, dass der Bekannte mit seiner Firma im Dez 2011 einen Insolvenzantrag gestellt hat.

Es ist mir natuerlich mittlerweile klar, dass 1. mich mein Bekannter, fuer den ich damals viel Sympathie hatte, relativ kaltbluetig ueber's Ohr gehauen hat, und 2., dass ich natuerlich niemals einem Verkauf des Autos ohne schriftliche Bestaetigungen etc haette vornehmen duerfen.

Meine Fragen sind nun folgende:

ad 1: Sind meine Ansprueche verjaehrt oder ohnehin ohne schriftliche Beweismittel nicht vollstreckbar
ad 2: ist der Verkauf an die Drittperson rechtsgueltig, auch wenn der Haendler niemals im Besitz meines Wagens war; und gibt es nach der vergangenen Zeit noch eine Moeglichkeit, mein Eigentumsrecht geltend zu machen.
ad 3: handelt es sich hier strafrechtlich um einen Betrug und kann ich meinen Bekannten strafrechtlich belangen
ad 4: habe ich ohne schriftliche Kaufbelege (aber reichliche Indizienbeweise und Zeugenaussagen) eine Moeglichkeit mein Recht gegenueber der Insolvenzmasse oder gegenueber dem Firmeninhaber als Privatperson geltend zu machen?

Ich habe keine wirkliche Hoffnung, jemals den Erloes aus diesem Autoverkauf zu erhalten, aber ich will ich es auch nicht ohne Weiteres auf sich beruhen lassen, dass jemand meine Gutmuetigkeit so schamlos und betruegerisch missbraucht.

Mit allerbestem Dank fuer eine praezise Auskunft.

Sehr geehrter Fragesteller,

in Anbetracht Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

1)Der Anspruch auf Auszahlung ist dann nicht verjährt, wenn der Anspruch frühestens 2009 entstanden ist. Dies scheint nach Ihrer Schilderung der Fall zu sein. Um zu vollstrecken benötigen Sie zunächst einen Titel.

2)Da der Händler das Fahrzeug in Ihrem Namen verkaufen sollte ist der Vertrag grundsätzlich wirksam.

3)Ich sehe keinen Anhaltspunkt für strafrechtlich relevantes Handeln.

4)Im Zweifel werden Sie beweisen müssen, dass der Anspruch in Höhe des Kaufpreises gegenüber dem Händler besteht. Ob dies durch Zeugen gelingen wird, kann von hier nicht beurteilt werden. Grundsätzlich ist dies jedoch möglich.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

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