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Erbanspruch - Testamenteinsicht - Pflichtteilanspruch

20.08.2011 11:37 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Maike Domke


Ich wurde am 1962 unehelich geboren. Vater unbekannt!!

Meine Mutter hat 1963 geheiratet und mich unehelich in eine Ehe gebracht. Ich war immer der Meinung, dass ich von meinem Stiefvater adoptiert wurde, da ich mal im Familienstammbuch meiner Eltern einen Eintrag gelesen hatte.

In dieser Ehe wurde 1964 wurde noch ein gemeinsamer Sohn geboren.

Unser Verhältnis war nie das Allerbeste außerdem bin ich vor ein paar Jahren ins Ausland verzogen und habe somit auch nicht mehr alles mitbekommen und erfahren. Aber er hat schon immer gedroht er würde seine Kinder enterben.

Nun ist mein Stiefvater im Juli 2009 verstorben und hat anscheinend meine Mutter schon vorab das Haus überschrieben (so zu sagen sie als Alleinerbin eingesetzt). Das Haus dürfte etwa zwischen 150 – 180.000 Euro Wert haben. Genaue Angaben liegen mir leider nicht vor!

Da ich davon ausging, dass ich adoptiert bin, würde mir genauso mein Erbteil zu stehen, beziehungsweise im Falle einer Enterbung der Pflichtteil. Deshalb habe ich eigentlich die letzten Monate auf ein Schreiben vom Amtsgericht Augsburg gewartet, was leider bis heute nicht gekommen ist.

Nun erhalte ich von meiner Mutter einen Anruf mit der Frage: Was ich mir als Erbe vorstelle?

Sie erklärte mir, dass ich nicht adoptiert sei, sondern ich nur den Namen Ihres Ehemannes erhalten habe nach § 1706 BGB und zwar am 08.02.1966 im Standesamt Schwabmünchen Nr. 1881962 und mir somit gesetzlich nichts zustehen würde. Allerdings habe ich bis zu meinem 17. Lebensjahr in dieser Familiegemeinschaft gelebt.

So wie meine Mutter mir erklärte, soll das Haus meinem (Halb)Bruder überschrieben werden und sie möchte mich schon vorab abfinden. Aber dann auch wieder, dass angeblich in einem Testament von 1989 mein Halbbruder und Mutter je zur Hälfte erben sollen, anscheindend erzählt sie immer wieder was anderes. Allerdings habe ich beim Gespräch herausgehört, dass sie bereits einen Anwalt eingeschaltet hat und dieser ihr geraten hat, das so zu machen (anscheinend auch mich zu befragen was ich mir vorstelle). Was mich allerdings sehr verwundert, warum braucht Sie einen Anwalt, wenn doch angeblich alles so klar auf der Hand liegt?

Nun meine Fragen:

* Wie kann ich Einsicht in ein angebliches Testament bekommen, dass mein Stiefvater 1989 verfaßt haben soll. hat Die Einsicht durch meine Mutter wurde mir verweigert. Ich vermute allerdings, daß meine Mutter als Alleinerbin eingesetzt wurde.

* Wie sieht es mit meinem Anspruch auf einen Erbteil bzw. Pflichtteil durch den § 1706 BGB aus?

* Ist es dann nicht so, dass wir beide zu gleichen Teilen erbberechtigt sind, da sie unserer beider leibliche Mutter ist?

* Wie muß ich weiter vorgehen, um mein rechtlichen Anspruch zu erhalten, oder ich gerne vorab meinen Anteil ausbezahlt haben möchte?



Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt im Rahmen einer Erstberatung beantworten möchte:

Wie kann ich Einsicht in ein angebliches Testament bekommen, dass mein Stiefvater 1989 verfaßt haben soll. hat Die Einsicht durch meine Mutter wurde mir verweigert. Ich vermute allerdings, daß meine Mutter als Alleinerbin eingesetzt wurde

Wenn Ihr verstorbener Stiefvater Sie nicht adoptiert hat, haben Sie keine keine Rolle, ob sich der Erblasser als Elternteil des Stiefkindes fühlte. Emotionale Bindungen sind im Erbrecht nicht von Belang. Deshalb sieht die gesetzliche Erbfolge nicht vor, dass Stiefkinder berücksichtigt werden. Das gesetzliche Erbrecht ist ausschließlich Verwandten des Verstorbenen vorbehalten.Der § 1706 BGB in der alten Fassung bis 1970 sah vor, dass Sie den Namen Ihres Stiefvaters annehmen konnten ohne von ihm adoptiert zu werden. Dies diente dem Zusammengehörigkeitsgefühl als Familie und hat keine Auswirkungen auf die Erbfolge.

Ihr Stiefbruder und Sie sind allerdings zu gleichen Teilen erbberechtigt, wenn Ihre Mutter versterben sollte. Sie sind der leibliche Sohn, insofern steht Ihnen hier zumindest der Pflichtteil zu.

Bis 2009 galt der § 2264 BGB, nach dem man ein berechtigtes rechtliches Interesse glaubhaft machen musste, um Einsicht in ein Testament zu nehmen, dieser wurde nun ersetzt durch § 357 FamFG gleichen Inhalts. Sie müssen also „ein rechtliches Interesse glaubhaft" machen und erhalten Einsicht in das Testament. Diese rechtliche Interesse könnte in Ihrem Fall zB die Frage sein, ob Ihre Mutter Alleinerbin Ihres verstorbenen Steifvaters ist, da ja eine Auszahlung angedacht ist.

Um die weiteren Schritte in Ihrem Fall für Sie bestmöglich zu planen, bedarf es weiterer Informationen von Ihnen. Außerdem handelt es sich bei einer solchen Rechtsberatung nicht um eine Erstberatung und kann daher hier nicht erläutert werden.
Gern bin ich bereit, im Rahmen eines weiteren Mandants Ihre Interessen zu vertreten. Es wäre ohnehin sinnvoll, einen Anwalt einzuschalten, da Ihre Mutter auch anwaltlich vertreten ist. Ohne eine solche Vertretung wird es Ihnen kaum möglich sein, Ihre Interessen adäquat durchzusetzen.

Nachfrage vom Fragesteller 20.08.2011 | 14:49

Herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Wenn ich Sie richtig verstehe, habe ich keinerlei Erbanspruch, falls mein Stiefvater im Testament meine Mutter und Halbbruder je zur Hälfte eingesetzt hat. Sollte allerdings meine Mutter versterben, hätte ich Anspruch auf einen Pflichtteil aus Ihrer Hälfte, oder?

Um weiter vorgehen zu können müsste ich nun wissen, wie das Testament wirklich lautet. Somit hätte ich noch gerne gewußt, wie es gemeint ist mit dem "rechtliches Interesse glaubhaft" machen und an welche Stelle muß ich mich diesbezüglich wenden um Einsicht in das Testament zu bekommen. Ist nicht auch meine Mutter dazu verpflichtet evtl. mir eine Kopie zukommen zu lassen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.08.2011 | 20:59

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Teil 1 Ihrer Nachfrage: Das haben Sie völlig richtig verstanden.

Zu Teil 2. § 357 Abs. 2 FamFG besagt: "Wer ein rechtliches Interesse glaubhaft macht, kann verlangen, dass ihm von dem Gericht eine Ausfertigung des Erbscheins erteilt wird." Sie müssen sich also an das zuständige Nachlassgericht wenden oder aber, was ich vorschlagen würde, über einen Anwalt Ihre Mutter kontaktieren und es erst enmal so versuchen.

Mit freundlichen Grüßen
Maike Domke
- Rechtsanwältin -

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