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Sorgerecht - notarielle Verfügung für den Notfall

04.08.2011 20:44 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe für meinen Sohn (2 Jahre) das alleinige Sorgerecht in einem Gerichtsverfahren erwirkt. Der Kindsvater nimmt dem Umgang seit drei Monaten gar nicht mehr wahr; zuvor fanden die Besuche eher sporadisch statt. Eine Regelmäßigkeit und eine tiefe Bindung zum Kind bestehen und bestanden nicht.

Falls mir etwas zustoßen sollte und ich die Sorge für meinen Sohn nicht mehr ausüben kann, möchte ich nicht, dass er zu seinem Vater kommt.
Der Kindsvater ist nicht in der Lage die Personensorge mit der nötigen Sorgfalt und Verantwortung auszuüben. Er ist nicht erziehungsfähig.

Besteht für diesen Fall die Möglichkeit eine notariell beglaubigte Verfügung zur Übertragung des Sorgerechts (Sorgerechtsverfügung) abzugeben. Ich möchte meine Eltern und im Ersatzfalle meine Schwester mit der Ausübung des Sorgerechts bevollmächtigen.

Da ich und der Kindsvater nicht das gemeinsame Sorgerecht haben, bin ich der Meinung, dass vor Übergabe des Kindes an den Kindsvater das Wohl des Kindes Vorrang haben und eine solche Verfügung Berücksichtigung finden sollte.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Mit besten Grüßen

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Das Gesetz regelt Ihren Fall in § 1680 BGB .

Bei Tod des Elternteils dem die elterliche Sorge allein übertragen war, ist diese durch das Familiengericht dem überlebenden Elternteil zu übertragen, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht vgl. § 1680 II S. 1 BGB .

Das Gesetz und die Rechtsprechung gehen also vom Grundsatz aus, dass der überlebende Elternteil geeignet ist und die Übertragung auf diesen dem Wohl des Kindes entspricht.


Die Nichtübertragung auf den Vater ist also immer der Ausnahmefall und müsste besonders begründet werden.

Es macht aber trotzdem Sinn, wenn Sie eine notarielle Vollmacht für Ihre Eltern bzw. Schwester errichten. Eine solche Vollmacht, in der Sie auch begründen können, warum Sie den Kindesvater für ungeeingnet halten, führt nicht automatich dazu, dass Ihren Eltern oder der Schwester die elterliche Sorge zugesprochen würde. Allerdings würde man, wenn es darauf ankommt, berücksichtigen, wer das Kind bisher betreuut hat. Würde etwa Ihr Sohn mit den Eltern in einem Haushalt leben, hätte diese die Möglichkeit bei Gericht eine Verbleibensanordnung zu erwirken um zu verhindern, dass Ihr Sohn zum Kindesvater kommt. Dies ergibt sich aus § 1682 BGB . Hier soll geschützt werden, wenn das Kind mit einer Vertrauensperson in einem Haushalt zusammen gelebt hat.
Die Vollmacht wäre also ein Kriterium bei einer späteren Entscheidung.

Letztlich kann man heute nicht genau vorhersehen, wie die Lage irgenwann in der Zukunft sein wird.

Wenn der Kindesvater auch in der Zukunft keinen Kontakt zum Sohn pflegt, würde dies bei einer späteren Entscheidung stark gegen ihn sprechen.

Im übrigen macht die Vollmacht auch Sinn, falls Sie etwa aus Krankheitsgründen gehindert sein sollten.
Auch hier gelten die Grundätze wie beim Tod eines Elternteils. Eine Entscheidung wird später immer vor den dann aktuellen Gegebenheiten getroffen werden müssen. Je länger kein Kontakt besteht, desto geringer die Chance für den Vater in der Zukunft.





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