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Beleidigung/Bedrohung

| 10.07.2011 15:21 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


17:38
Guten Tag.
Folgendes Problem beschäftigt mich gerade:

Ich wurde zusammen mit zwei weiteren Leuten wegen gemeinschaftlicher Beileidigung und mehrfacher Bedrohung von zwei "Opfern" bei der Polizei angezeigt.
Diese "Straftaten" fanden an zwei unterschiedlichen Tagen statt.
An einem Abend unter der Woche war ich mit diesen anderen Leuten (Person A und Person B) in einem Auto auf einem Parkplatz.
Ich saß bloß hinten passiv im Auto und die beiden anderen meinten plötzlich, sie müssten irgendwelche Personen per Telefon "verarschen".
Person A stiftete Person B an, wahllos Nummern auf seinem Handy anzurufen und diese zu "verarschen". Person B war einverstanden und rief wahllos Nummern, die er von Person A bekam, an.
Ich saß bloß passiv hinten im Auto und machte nichts.
Person B rief mehrere Nummern an, bis dann jemand (Opfer A) hinging.
Zuerst lief das Gespräch harmlos ab, doch dann beleidigte und bedrohte er das Opfer A plötzlich.
Jedoch beleidigte das Opfer A die Person B ebenfalls.
Als die Situation eskalierte, sagte ich zu Person B um schlimmeres zu verhindern: "Leg auf!".
Er hörte nicht direkt auf mich, aber das Gespräch endete bald.

Drei Tage später war ich mit den beiden Personen A und B und weiteren nochmals verabredet.
Es war jedoch nicht ausgemacht, weitere Leute per Telefon zu "verarschen".
Jedoch fing Person A plötzlich an, dass ich eine bestimmte Nummer hergeben soll.
Ich verneinte dies mehrmals und hoffte, dass er jetzt Ruhe gibt.
Dann saßen wir wieder ins Auto und es fing leider wieder an.
Vor allem er, aber auch noch Person B und eine weitere Person C wollten von mir die Nummer. Ich sagte die ganze Zeit, dass ich die Nummer nicht hergebe, weil mit der Person (Opfer B) nicht zu spaßen sei.
Doch dann schrien mich die drei Personen an, ich solle sofort die Nummer hergeben. Ich fühlte mich in Panik versetzt und gab die Nummer leider doch her. Ich fühlte mich eben bedroht und sagte dann auch, dass ich jetzt gehe und mir das nicht antuen will.
Doch dann hörte ich schon wie sich Opfer B meldete und ich versuchte Person B, welcher wieder anrief, von weiteren "Taten" abzuhalten und förderte ihn mehrmals auf, er solle sofort auflegen. Die Situation eskalierte zu meinem Erschrecken wieder, jedoch endete das Gespräch bald.
Ich habe bei beiden Fällen Person B aufgefordert aufzulegen, jedoch konnte ich ihm ja nicht einfach das Handy gewaltvoll entreißen.
Anscheinend wird mir hier die Mittäterschaft vorgeworfen, obwohl kein gemeinsamer Tatplan vorlag und es nicht meine Absicht war, die Opfer zu beleidigen oder zu bedrohen.
Ich habe lediglich leider die Nummer aus Panik heraus hergegeben.
Ich war zur Tatzeit Schüler und 19 Jahre alt.
Ich habe gehofft, dass das Verfahren eingestellt wird, jedoch kam jetzt ein Schrieb des Jugendamtes zur "Erstellung eines Jugendgerichtshilfeberichtes für Ihre bevorstehende Hauptverhandlung".
Ich habe bereits meine Aussage bei der Polizei gemacht, jedoch noch nicht dafür unterschrieben.

Folgende Fragen:
Was soll ich jetzt machen?
Wie groß ist die Chance freigesprochen zu werden?
Liegt hier überhaupt eine Mittäterschaft vor?
Wieso ist Person C nur Zeuge und nicht auch Mittäter?
10.07.2011 | 16:50

Antwort

von


(265)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Im Moment werden Sie selbst nicht viel tun können. Als Beschuldigter einer Straftat hätten Sie bei der Polizei gar keine Angaben machen müssen, daraus hätte Ihnen kein Nachteil entstehen dürfen. Als Anwalt bin ich verpflichtet, Ihnen zum sichersten Weg zu raten. Dieser bestünde hier in jedem Fall darin, sofort einen Anwalt vor Ort zu beauftragen, der Akteneinsicht beantragt und darauf basierend die beste Verteidigungsstrategie mit Ihnen gemeinsam erarbeitet.

Wie groß die Chance ist freigesprochen zu werden, hängt maßgeblich von dem ab, was man Ihnen konkret vorwirft. Ohne Akteneinsicht kann dies nicht seriös beurteilt werden, da auch unklar bleibt, inwiefern genau die Opfer beleidigt und bedroht worden sind und welche Aussagen die vermutlich anderen Angeklagten gemacht haben, auch dazu, was Sie angeblich getan haben.

Auch die Frage, ob eine MIttäterschaft vorliegt, wird in diesem Rahmen nicht abschließend beantwortet werden können. Damit eine Mittäterschaft vorliegt, müsste im Wesentlichen ein gemeinsamer Tatplan und eine gemeinsame Tatausführung anzunehmen sein. Dies vermag ich aus Ihrer Schilderung so auch nicht zu erkennen. Zu prüfen wäre nach einer Akteneinsicht, ob man Ihnen vorwerfen könnte, einen Tatbeitrag geleistet zu haben, indem Sie die Telefonnummer herausgegeben haben. Ich persönlich würde dies anch Ihrer Schilderung nach verneinen, da Sie ja selbst von den anderen bedroht worden sind. Ein Richter könnte dies aber natürlich anders sehen - dies könnte insbesondere dann der Fall sein, wenn die anderen Beteiligten Ihr Verhalten vielleicht anders dargestellt haben, wenn sie also zum Beispiel bei der Polizei ausgesagt haben sollten, dass Sie selbst bereitwillig die Nummer herausgegeben haben oder es gar Ihre Idee gewesen sei.

Grundsätzlich sehe ich hier, je nach Verlauf der Hauptverhandlung, durchaus Chancen für einen Freispruch, sofern der Richter Ihrer Darstellung des Sachverhalts Glauben schenkt. Ich rate Ihnen aber nochmals dazu, einen Anwalt vor Ort einzuschalten, der nach Akteneinsicht genau prüfen wird, wie Sie sich am besten in der Hauptverhandlung verhalten sollten. Ein Anwalt kann Sie erfahrungsgemäß besser verteidigen als Sie dies selbst tun können. Sofern Sie nicht vorbestraft sind, ist aber realistischerweise meiner Einschätzung nach nicht von einer Freiheitsstrafe, noch dazu ohne Bewährung, auszugehen. Sollten Sie nach Jugendstrafrecht verurteilt werden, kämen wohl die einschlägigen Maßregeln in Betracht, somit der Jugendarrest oder Sozialstunden. Sollten Sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden, käme ggf. eine Geldstrafe in Betracht.

Warum Person C offenbar nicht angeklagt wird, kann ich von hieraus nicht beurteilen und verweise nochmals auf die Notwendigkeit einer Akteneinsicht. Ich kann bestenfalls vermuten, dass der Staatsanwalt nach der Zeugenaussage von C, auch unter Berücksichtigung der übrigen Aussagen, nicht von einer Täterschaft des C ausgeht. Sofern sich in der Hauptverhandlung anderes herausstellen würde, wäre aber ein gesonderes Verfahren gegen C durchaus möglich. Für Ihre eigene Hauptverhandlung sehe ich das aber zunächst als bedeutungslos an.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wichtige Angaben hinzugefügt oder weggelassen worden sein, kann die rechtliche Beurteilung völlig anders aussehen. Diese Plattform kann und will den Gang zu einem Berufskollegen nicht ersetzen. Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Über eine Bewertung würde ich mich sehr freuen.

Rein vorsorglich erlaube ich mir aufgrund entsprechender Vorkommnisse in der jüngsten Vergangenheit auf dieser Plattform den allgemeinen, aber eindringlichen Hinweis, dass der für die Beantwortung dieser Frage ausgelobte Einsatz unbedingt sofort zu entrichten ist. Eine Rücklastschrift bzw. eine Nichtzahlung wird strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, denn der Tatbestand des Eigehungsbetrugs wäre durch bewusstes Inkaufnehmen von Rücklastschriften erfüllt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2011 | 17:26

Vielen Dank für die umfassende Antwort!

Folgendes ist mir noch unklar:

1. Wenn ich jetzt dem Tatbeitrag der Handynummer beschuldigt werde, reicht dies dann aus, mich als Mittäter zu verurteilen, obwohl kein Tatplan vorlag und keine Absicht von meiner Seite aus?

2. Wenn die anderen Angeklagten meiner Aussage widersprechen, glaubt der Richter eher den anderen? (ich wurde noch nie verurteilt, die anderen aber schon)

3. Kann ich z.b. der Mittäterschaft der Bedrohung verurteilt werden, der der Beleidigung jedoch freigesprochen? (bei Opfer A Beleidigung u. Bedrohung und bei Opfer B nur Bedrohung)

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2011 | 17:38

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

1. In diesem Fall könnten Sie wegen Beihilfe verurteilt werden. Was das Strafmaß angeht, würde dies keinen wesentlichen Unterschied ausmachen. Wenn der Richter nach der Hauptverhandlung davon überzeugt ist, dass es einen gemeinsamen Tatplan gab, können Sie auch als MIttäter verurteilt werden, auch wenn Sie in Sachen Tatplan eine andere Auffassung vertreten. Maßgeblich ist die Überzeugung des Richters und nicht Ihre eigene.

2. Dass die anderen Angeklagten schonmal verurteilt worden sind, muss keinesfalls bedeuten, dass diese grundsätzlich weniger glaubwürdig sind. Auch weil Sie noch niemals in Erscheinung getreten sind, bedeutet das nicht, dass man Ihnen deswegen Glauben schenken muss. Ein solcher Grundsatz, dass die Glaubwürdigkeit von anderen Verurteilungen abhängt, gibt es keinesfalls. Maßgeblich ist wie gesagt, wovon der Richter am Ende der Hauptverhandlung überzeugt ist. Dies wird vom Auftreten in der Hauptverhandlung und von der logischen Schlüssigkeit der Aussagen, die Sie machen, abhängen. Sie werden keinesfalls grundsätzlich verurteilt, weil andere einer Aussage von Ihnen widersprechen.

3. Ja, das ist möglich.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Über eine Bewertung würde ich mich freuen. Alles Gute für Sie!

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.07.2011 | 17:26

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