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Zugewinn bei Scheidung oder nicht

| 04.07.2011 12:28 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Ausgangslage:
- verheiratet seit 1998.
- Drei Kinder (zwischen 12 und 17)
Zum Bau unseres Hauses im Jahr 1999 (also nach der Hochzeit) wurde mir von meinen Eltern mein Erbe vorab ausbezahlt (300.000,- DM, hiervon flossen von meinen Eltern 150.000,- direkt an den Grundstücksverkäufer zum Grundstückskauf, der Rest auf unser gemeinsames Konto). Von der Schwiegereltern- Seite wurde statt Bargeld durch Mitarbeit beim Bau des Hauses ein Anteil von max. 50.000,- DM beigesteuert.
Mein damals noch lebender Bruder (gestorben 2004) sollte als Ausgleich im Gegenzug das Wohnhaus meiner Eltern erben.
Inzwischen ist auch meine Mutter (2010) verstorben.
Ich stehe alleine im Grundbuch.

Frage:
Kann ich z.B. durch ein nachträglich aufgesetztes Schreiben meines Vaters den von meinen Eltern beigesteuerten Anteil zum Hausbau im Trennungs-, bzw. Scheidungsfalle retten, bzw. als meinen alleinigen Anteil deklarieren?
Ich würde das Haus trotz irgendwann unvermeidlicher Trennung gerne halten, kann meinen Ehepartner aber nicht hälftig auszahlen.
Für einen Hinweis ob dies möglich ist und was in diesem Schreiben enthalten sein müsste wäre ich sehr dankbar.

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte. Dieses Forum dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls die Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt, gehe ich auf Ihre Fragen wie folgt ein:

Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass Sie als alleinige Eigentümerin im Grundbuch für die Immobilie, die Sie mit Ihrem Ehemann gebaut haben, eingetragen sind. Sollte dies nicht der Fall sein, teilen Sie mir dies bitte mittels der Nachfragefunktion mit.

Ausgehend von Alleineigentum hätte Ihr Ehemann im Falle der Trennung bzw. Scheidung einen Anspruch auf Zugewinnausgleich.

Bei der Ermittlung des Zugewinnausgleichs wird auf das Vermögen, bereinigt um die aktuellen Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt der Zustellung Scheidungsantrag für das Endvermögen abgestellt. Hier wird also der Wert der Immobilie abzüglich bestehender Kreditverbindlichkeiten in Ansatz zu bringen sein.

Daneben wird das Anfangsvermögen zum Zeitpunkt der Eheschließung ermittelt. Schenkungen und Erbschaften eines Ehegatten wähernd der Ehe zählen ebenfalls zum Anfangsvermögen, so dass die von Ihren Eltern zugewandten Geldbeträge in das Anfangsvermögen eingestellt werden. Um den Kaufkraftschwund dieser Schenkungen/Erbschaften abzufangen, wird das Anfangsvermögen dann noch mit dem allgemeinen Lebenshaltungsindex indexiert, so dass das Anfangsvermögen in der Berechnung des Zugewinnausgleichs tatsächlich weit höher ist, als die Schenkung seinerseits.

Im nächsten Schritt wird vom Endvermögen das Anfangsvermögen abgezogen. Der sich ergebende Betrag stellt den Zugewinn dar. Derjenige Ehegatte, der den höheren Zugewinn erwirtschaftet hat, muss dann dem anderen Ehegatten die Hälfte des Mehrbetrages als Zugewinnausgleich leisten.

Da die Immobilie im Wesentlichen mit dem vorweggenommenen Erbe/Schenkung finanziert wurde, dürfte der tatsächliche Zugewinnausgleich nicht die Hälfte des Immobilienwertes betragen, sondern deutlich darunter liegen.

Da Sie Ihr Anfangsvermögen im Falle der Trennung/Scheidung nachweisen müssen, sollten Sie sich in jedem Fall eine Bestätigung und einen Nachweis von Ihrem Vater über die Zuwendung in 1999 geben lassen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen, sollte etwas unklar geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion des Portals.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 06.07.2011 | 07:31

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