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PkW Kauf

15.06.2011 06:55 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten jetzt ein Fahrzeug kaufen.
Der Verkäufer ist der Sohn der Besitzerin.
Um sicher zu gehen, das mit dem Auto nichts ist, haben wir sicherheitshalber bei der Polizei das Kennzeichen und die Fahrgestellnummer durchgegeben. Es liegt nichts negatives vor.
Sämtliche Unterlagen, Schlüssel und Neukaufrechnung liegt vor.
Was könnte passieren, wenn die Mutter im Urlaub ist und der Sohn das Auto ohne ihr wissen veräußert hat.
Vollmacht könnte ja gefälscht sein Beispielsweise.
Was passiert, wenn das Auto auf unseren Namen umgemeldet ist, und 1 Woche später die Mutter das Auto als gestohlen meldet? Wir müssten doch dann doch schon rechtlicher Eigentümer sein?
Vielen Dank im Voraus, aber in der heutigen Internetzeit muss man vorsichtig sein.

Vielen Dank

MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen gestellte Frage beantworte ich Ihnen anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes sowie des gebotenen Einsatzes wie folgt:

Die Frage, ob Sie Eigentum erwerben an dem PKW oder nicht, richtet sich gem. § 932 BGB danach, ob Sie in gutem Glauben beim Erwerb des Fahrzeugs handeln oder nicht.

Sollte der Verkäufer tatsächlich nicht bevollmächtigt sein, Sie davon aber keine Kenntnis haben, erwerben Sie trotzdem das Eigentum an dem PKW, auch wenn er im nachhinein als gestohlen gemeldet wird.

Gemäß § 932 Abs. 2 BGB ist ein Erwerber nicht gutgläubig, wenn ihm bekannt oder infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt ist, daß die Sache nicht dem Veräußerer gehört.

Ob Sie als Käufer des PKW tatsächlich in gutem Glauben handeln, ist unter Berücksichtigung der Gesamtumstände zu beurteilen. Sofern Sie begründete Zweifel an der Bevollmächtigung des Sohnes der Verkäuferin haben, kann es zweifelhaft sein, ob Sie noch in gutem Glauben handeln.

Die Beweislast für die Frage, ob Sie beim Erwerb des PKW`S in gutem Glauben gehandelt haben oder nicht, obliegt der Verkäuferin, sollte Sie behaupten, Sie müßten von der Unwirksamkeit der Vollmacht gewußt haben. Dafür liegen nach Ihren Sachverhaltsschilderungen jedoch keinerlei Anhaltspunkte vor.

Ich hoffe, Ihnen damit eine erste Einschätzung der Sach- und Rechtslage gegeben zu haben, darf Sie allerdings darauf hinweisen, daß dieses Portal keine umfangreiche (und kostenintensivere) anwaltliche Beratung vor Ort ersetzen kann.

Sofern Sie wesentliche Details bei der Sachverhaltsschilderung weggelassen oder verändert haben, kann sich eine ganz andere Beurteilung der Rechtslage ergeben.

Sollten Sie noch eine Frage haben, können Sie gern das kostenlose Nachfrageportal benutzen. Bitte kontaktieren Sie mich dann über meine im Profil angegebene E-Mail-Adresse.

Über eine positive Bewertung meiner Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Bertram

Rückfrage vom Fragesteller 15.06.2011 | 14:49

Sehr geehrte Frau Bertram,

abhanden oder gestohlen kann ja eigentlich vom Sohn nicht sein. Sämtliche Unterlagen, 2 Schlüssel mit Cod, EG Bescheinigung, Neuwagenrechnung waren dabei und die Winterreifen lagen noch im Kofferraum. Somit konnte man als Käufer doch nichts falsch machen und hat im guten Glauben gehandelt. Was ist wenn das Auto dann auf uns umgemeldet ist? Es liegt ja noch nichts negatives bei der Polizei vor.

MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15.06.2011 | 21:51

Sehr geehrter Fragesteller,

so, wie Sie die Situation jetzt schildern, besteht meines Erachtens wenig Anlaß daran zu zweifeln, daß die von seiten des Sohnes vorgelegte Vollmacht echt ist.

Die von Ihnen geschilderten Indizien )(sämtliche Unterlagen waren vorhanden, zwei Schlüssel, Neuwagenrechnung, Winterreifen) sprechen vielmehr dafür, daß seine Mutter ihn tatsächlich beauftragt hat, das Fahrzeug für ihn zu verkaufen.

Nach dieser ergänzenden Schilderung ist es eher verwunderlich, daß Sie überhaupt irgendwelche Zweifel an der Echtheit der Vollmacht gehabt haben. Der Kaufvertrag ist daher aus der Sicht eines objektiven Betrachter als wirksam zustande gekommen zu einzustufen.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Bertram

Ergänzung vom Anwalt 15.06.2011 | 09:49

Sehr geehrter Fragesteller,

ergänzend möchte ich noch auf § 935 BGB hinweisen, wonach ein gutgläubiger Erwerb an abhanden gekommenen Gegenständen nicht möglich ist. Das ist dann der Fall, wenn die Sache dem Eigentümer gestohlen wurde, verloren gegangen ist oder sonst abhanden gekommen ist.

Das Gesetzt hält in diesem Fall den Eigentümer für schutzwürdiger als den Erwerber, Palandt, § 935, RN 1. Das würde bedeuten, daß die Mutter den PKW von Ihnen herausverlangen kann, ohne Ihnen den Kaufpreis erstatten zu müssen.

Um ganz sicherzugehen, daß der Sohn tatsächlich von seiner Mutter beauftragt wurde, den PKW zu verkaufen, könnten Sie ihn bitten, Ihnen eine Kopie des Personalausweises seiner Mutter vorzulegen oder Sie müßten warten, bis die Mutter wieder erreichbar ist und direkt mit ihr Kontakt aufnehmen bezüglich eines möglichen Kaufs des Fahrzeugs, damit sie ihnen gegenüber ihr Einverständnis mit dem Verkauf ausdrüklich erklärt.

Allerdings kann es Ihnen immer passieren, daß Sie im schlimmsten Fall an einen Betrüger geraten, der Ihnen ein Fahrzeug mit gefälschten Papieren anbietet, das dem tatsächlichen Eigentümer abhanden gekommen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Claudia Bertram

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