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Wasserschaden Garage Nachbar

| 10.06.2011 17:34 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Eine Stemmmauer unserer Abfahrt grenzt direkt an die Garage unseres Nachbarn. Nach über 30 Jahren kommt jetzt der Nachbar und behauptet, die Firma, die damals die Stemmmauer gesetzt hat, hat vergessen eine Isolierung zwischen Garage und Stemmmauer anzubringen. Dadurch wäre Wasser in die Wand der Garage gedrungen und die Wand jetzt feucht. Nun soll über eine Zinkabdeckung mit einer Versiegelung dieser Mangel behoben werden. Die Kosten sollen wir als Nachbarn tragen. Frage: Müssen wir zahlen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage!


Nachfolgend möchte ich gerne unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung sowie Ihres Einsatzes Ihre Frage wie folgt beantworten:

1. Als Grundlage für den Anspruch des Nachbarn kommt § 1004 BGB in Betracht.

Danach ist derjenige, der als Störer fremdes Eigentum beeinträchtigt zur Beseitigung und künftiger Unterlassung verpflichtet.

Es handelt sich dabei um eine Haftung, die kein Verschulden voraussetzt, sondern um eine sog. Störerhaftung. Das bedeutet im Wesentlichen, die bloße Mitverursachung einer Beeinträchtigung/eines Schadens reicht aus.

Der Begriff des Störers ist dabei weit auszulegen. Daher kommt es nicht darauf an, dass die Garage von einer Fremd-Firma errichtet wurde.

Ausreichend für die Störerhaftung ist -wie oben angedeutet- vielmehr bereits eine mittelbare Verursachung der Beeinträchtigung (BGH NJW 2005, 1366). Die Beauftragung der Firma, die die ggf. erforderliche Abdeckung gegen Regenabfluss vergessen hat, würde daher leider für die Einstufung als Störer schon genügen.

Anders wäre es, wenn der Voreigentümer Ihres Grundstückes die Firma beauftragt hat. Dies wäre Ihnen nicht mehr zuzurechnen.

2. Jedoch ist der Nachbar als Anspruchssteller in der Beweispflicht dafür, dass die Beeinträchtigung auf seinem Grundstück (nasse Wand) auf die unzureichend isolierte Mauer auf Ihrem Grundstück zurückzuführen ist.

Dazu muss er den Nachweis eines solchen Ursachenzusammenhanges führen können und vor allem auch andere Ursachen (wie etwa ein undichtes Dach der Garage im Bereich des Nässeschadens) ausschließen können.

Gerade bei einem so langen Zeitraum ohne Schaden wird sich kaum ohne Weiteres feststellen lassen, wo die genaue Schadenursache liegt.

Hier würde ich Ihnen raten, sich die Stellungnahme eines Fachbetriebes zur Schadenursache vorlegen zu lassen oder sich selbst vorsorglich an einen Fachbetrieb zu wenden. Ohne den Nachweis, dass die Mauer schadenursächlich ist, sollten Sie keine Zahlungsverpflichtung eingehen.

3. Dass der Bau der Stemmauer schon 30 Jahre zurückliegt, ermöglicht in diesem Fall leider nicht die Verjährungseinrede. Denn die Verjährung beginnt gemäß § 199 Abs. 1 BGB mit der Entstehung des Anspruches, also mit der Beeinträchtigung des Nachbargrundstückes (erstmalig nasse Wand). Die Verjährungsfrist beträgt dabei drei Jahre.


Ich hoffe Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!



Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen:

Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann.


Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können natürlich gerne über die Nachfrageoption mit mir Verbindung aufnehmen, wenn noch Unklarheiten bestehen.



Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.06.2011 | 19:34

Sie schreiben in Ihrer Antwort: Anders wäre es, wenn der Voreigentümer Ihres Grundstückes die Firma beauftragt hat. Dies wäre Ihnen nicht mehr zuzurechnen. Verstehe ich es richtig, dass wir als Käufer und heutiger Eigentümer somit nicht in der Pflicht sind nach § ???

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.06.2011 | 18:36

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich gern wie folgt:

Wenn der Bau der Mauer seinerzeit vom Voreigentümer und nicht von Ihnen beauftragt worden ist, dann haften Sie nicht gegenüber dem Nachbarn, da Sie keine Ursache für die ggf. schadhafte Mauer gesetzt haben.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Nachfrage hiermit beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Driftmeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.06.2011 | 19:35

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