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Ordentliche Kündigung nach 8 Jahren

31.05.2011 17:24 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Lohnt sich eine Klage in meinem Fall:
Ich war 6 Jahre Fulltime bei Kunden eingesetzt, danach fast 2 Jahre Kurzarbeit.
Beim letzten Mitarbeitergespräch wurde ein Gespräch zum Ende der Kurzarbeit mündlich vereinbart.
Am 19.05., während meines Urlaubs (Beginn 17.05) habe ich überraschend die Kündigung zum 30.06. erhalten. Grund: keine Arbeit für meine Qualifikation, damit Streichung der Stelle.
Der Betrieb hat 70 Mitarbeiter in der IT-Branche.
Im März noch wurden Aufträge für nicht abgelehnt, weil die Kunden nicht den geforderten Stundensatz zahlen wollten. Ich selbst wurde nicht gefragt, ob ich mit Gehaltskürzungen einverstanden bin.
Bin 62 Jahre alt und mit Diplom in Mathematiker/Informatiken als Systemingeneur tätig.
Ziel der Klage ist ein Abfindung.
Mfg Dirk

31.05.2011 | 18:41

Antwort

von


(458)
Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
Tel: 07121 128221
Web: http://www.anwalt-vogt.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne darf ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Zunächst muss darauf hingewiesen werden, dass es grundsätzlich keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung bei Kündigung des Arbeitsverhältnisses gibt. Eine solche muss vielmehr zwischen den Parteien ausgehandelt werden, wobei sich nach bereits ausgesprochener Kündigung ein arbeitsgerichtlicher Vergleich im Rahmen einer Kündigungsschutzklage anbietet.

Wie hoch die Abfindung hierbei ausfällt, hängt letztendlich natürlich von den jeweiligen Prozessaussichten ab. Je wahrscheinlicher der Erfolg einer Kündigungsschutzklage ist, desto eher lässt sich der Arbeitgeber auf die Zahlung einer Abnfindung ein. Hierbei ist zwingend zu berücksichtigen, dass eine Kündigungsschutzklage zwingend binnen einer Frist von 21 Tagen ab Zugang der Kündigungserklärung zu erheben ist. In Ihrem Fall müsste die Klage daher bis zum 09.06.2011 beim Arbeitsgericht eingegangen sein.

Hinsichtlich der Erfolgsaussichten einer Klage ist in Ihrem Fall zunächst festzuhalten, dass Ihr Arbeitgeber nicht die gesetzliche Kündigungsfrist des § 622 Abs. 2 BGB eingehalten hat. Diese würde nach 6 Jahren Betriebszugehörigkeit 2 Monate zum Ende eines Kalendermonats betragen. Falls auf Ihr Arbeitvserhältnis daher kein Tarifvertrag Anwendung findet, in dem kürzere Fristen vereinbart sind, würden Sie mit einer Klage somit zumindest einen Monat Lohn gewinnen.

Daneben findet auf Ihr Arbeitsverhältnis das Kündigungsschutzgesetz Anwendung. Das bedeutet, dass Ihr Arbeitgeber für die Kündigung einen gesetzlich vorgesehenen Kündigungsgrund benötigt, den er im Rahmen einer gerichtlichen Auseinandersetzung auch beweisen müsste.

In Ihrem Fall will sich Ihr Arbeitgeber offensichtlich auf eine betriebsbedingte Kündigung stützen. Er müsste also im Falle eines Prozesses darlegen und beweisen können, dass Ihr Arbeitsplatz weggefallen ist, dass sie im Betrieb nicht anderweitig eingesetzt werden können und dass er angesichts Ihrer Sozialdaten (Alter, Betriebszugehörigkeit, Familienstand, Unterhaltsverpflichtungen) bei mehreren für die Kündigung in Betracht kommenden Arbeitnehmern die richtige Sozialauswahl getroffen hat. Da dieser Beweis oftmals nur sehr schwer zu führen ist, kann bei betriebsbedingten Kündigungen mittlerer bis grösserer Unternehmen erfahrungsgemäß vor Gericht immer eine Abfindungsvereinbarung getroffen werden. Sie sollten sich daher aus meiner Sicht gegen die Kündigung zu Wehr setzen.

Abschließend hoffe ich, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Vogt

ANTWORT VON

(458)

Mauerstrasse 36
72764 Reutlingen
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