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Abwerbung von Mitarbeitern/Kandidaten

23.05.2011 14:52 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


16:48

Guten Tag,

ich bin freiberuflicher Headhunter/Personalberater.
Nun meine Frage bezieht sich auf die rechtliche Situation für das Abwerben von potenziellen Kandidaten.

Mir ist klar dass die "Erstansprache" also kurz per Telefon rechtlich in Ordnung und zugelassen ist insofern man sich kurz fasst und die Mitarbeiter nicht zu sehr stört. Meine Frage bezieht sich auf das Abwerben per E-mail. Ich habe teilweise die Mailadressen von den Zielpersonen auf der Firmenseite gefunden und möchte diese per E-Mail anschreiben. Das ist insbesondere bei Ärzten der Fall, da diese meist in den Kliniken nicht telefonisch erreichbar sind.

a) Ist die erstansprache per Mail rechtlich geduldet?
b) Wenn nicht, womit muss man im schlimmsten Fall rechnen? (Abmahnung, Unterlassungserklärung)

23.05.2011 | 15:33

Antwort

von


(2423)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

wie Sie richtig erkannt haben, ist die kurze telefonische Kontaktaufnahme für zulässig erachtet worden.

Hinsichtlich der Zulässigkeit von Emails fehlt es an höchstrichterlicher Rechtsprechung.

Hier wird man abwägen müssen. Dabei wird entscheidend sein, ob der abzuwerbende Mitarbeiter das Emailsystem auch privat nutzen darf. Aber wie wollen sie diese Kenntnis erlangen? Die Unkenntnis schützt sie dabei nicht.

Ist dieses nicht der Fall, wird man die Rechtsprechung zur Emailwerbung hier heranziehen müssen. Dann aber wird es wettbewerbswidrig sein.

Zu beachten wäre dann auch, dass das System des jetzigen Arbeitgebers des Abzuwerbenden benutzt wird. Das wird dann als unzulässige Ausnutzung zum Zwecke der Abwerbung bewertet werden müssen.

Ausgehend von einer Unzulässigkeit ist dann mit einer Unterlassungsklage mit einer Bußgeldandrohung von bis zu 250.000 Euro zu rechnen. Auch werden Sie sich dann Schadensersatzansprüche aussetzen, falls ein Schaden messbar nachgewiesen werden kann.

Haben Sie also keine positive Kenntnis, dass der Bewerber das Email-System auch privat nutzen darf, kann man Ihnen letztlich nur davon abraten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


Rückfrage vom Fragesteller 23.05.2011 | 15:43

Ist dass denn die Regel dass man bei noch keiner rechlichen Auffälligkeit gleich mit 250.000 EUR belangt werden kann? Ich denke eher sind Abmahnschreiben realistischer.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.05.2011 | 16:48

Sehr geehrter Ratsuchender,

hier muss etwas klargestellt werden:

Sicherlich gibt es eine Abmahnung in Form einer Unterlassungserklärung.

Und bei diesen Unterlassungserklärungen wird das Ordnungsgeld bis zu 250.000 Euro ausgesprochen. Das bedeutet aber nicht, dass dieser Betrag auch beim ersten und einmaligen Vorfall zu zahlen ist.

Sondern dieses Ordnungsgeld wird dann fällig, wenn wiederholt das abgemahnte Verhalten begangen wird. Dann wird das Gericht das Ordnungsgeld nach billigem Ermessen festsetzen. Wenn Sie als gewerblicher Headhunter tätig sind, kann es auch durchaus in dieser Größenordnung ausgesprochen werden. So ungewöhnlich ist das nicht.

Das ganze ist also kein Kinderspiel und das Kosten/Nutzen Verhältnis kann sehr schnell in einen großen negativen Bereich fallen.

Auch wenn es keinen Wiederholungsfall geben sollte und Sie das Ordnungsgeld nicht zahlen müssen, müssen Sie aber die Kosten der Abmahnung tragen.

Bei einem Gegenstandswert von 100.000 Euro, den die Gerichte immer häufiger in solchen Fällen annehmen, sind dass auch schnell bis zu 3.000,00 Euro; ohne Gerichtsverfahren: Dort wird es dann schnell ein fünfstelliger Betrag.

Daher kann man Ihnen wirklich nur davon abraten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

ANTWORT VON

(2423)

Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
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