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Ärger bei ebay mit dem Käufer des Autos, Käufer droht mehrmals, hat nicht bezahlt.

11.03.2011 15:53 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

am 27.02.2011 habe ich den Alfa Romeo meiner Mutter mit ihrem Einverständnis und auf ihren Wunsch hin bei ebay zum Verkauf geboten. Verkauft wurde der Wagen für € 1.755,--.

Gelistet hatte ich alle mir/uns zu dem Zeitpunkt bekannten Mängel, sowie die Tatsache dass der Wagen erst kürzlich abgemeldet wurde und in der Garage steht, da ich demnächst ein anderes Fahrzeug von meiner Mutter bekommen werde.

Das Auto ist absolut fahr- und verkehrstüchtig, hat noch TÜV bis 03/2012 und auch die grüne Plakette. Kleinere Gebrauchsspuren habe ich gelistet, sowie einen Unfall, den der Vorbesitzer hatte, aber die Schäden hat alle beheben lassen. Quittungen und Wartungsbelege haben wir auch noch vom Vorbesitzer und diese würde ich dem Käufer natürlich mitgeben.

Der Höchstbietende Herr, kam nicht vor Ende der Auktion (wie normalerweise üblich) zur Besichtigung des Fahrzeugs, sondern meldete sich danach und meinte er arbeite im Ausland und könne deshalb erst am folgenden Wochenende (05.03.11) kommen zur Bezahlung & Vertragsunterzeichnung.
Er würde eine Anzahlung leisten und wenn wir die Endsumme auf etwas höher setzen könnten im Vertrag, dadurch würde er sich Gebühren für ein Überführungskennzeichen sparen!?
So etwas hat meine Mutter abgelehnt und sie meinte, der Wagen muss komplett bezahlt und abgeholt werden, oder er kann nach Bezahlung dann noch max. 1 Woche stehen bleiben und dann abgeholt werden.

Der Käufer kam am vereinbarten Samstag und sah sich den Wagen ca. 30 Min. an (Zeugen vorhanden) und meinte dann, der Wagen habe ja noch einige weitere Unfälle gehabt und die Achse ist schief und der rostet überall etc etc etc. Er meinte er sei ehem. KfZ Mechaniker und sehe so etwas sofort.
Er war zudem stinksauer und meinte er wäre stundenlang Zug gefahren (kam aus Gera) und kann jetzt denn Wagen so nicht kaufen und entweder wir gingen mit dem Preis runter (fast €1.000,--) oder wir müssten alle seine gelisteten Mängel beheben lassen (er hat eine Email mit einer ewig langen sogennaten Mängelliste gesendet und uns eine Frist zur Reperatur oder Preisreduzierung gesandt) oder er würde dann zum Anwalt gehen müssen.

Wir haben daraufhin gesagt, das wir all seine gelisteten Mängel nicht akzeptieren aber, da wir an dem Verkauf interessiert waren und der autom. Türöffner nicht richtig funktionierte (brauchten wohl beide neue Batterien), haben wir im einen letzten Preis von € 1.500,-- angeboten, immerhin € 255,-- weniger. Dies lehnte er wiederum ab.

Hierzu sei gesagt, der Wagen war nach 10 Tagen von ihm immer noch nicht bezahlt worden (muss ein Käufer aber laut ebay Regeln) und deshalb meldete ich den Käufer bei ebay.

Daraufhin sendete der Käufer mir eine total negative Bewertung mit falschen Behauptungen (der Wagen sei nicht verkehrtüchtig und in einem katastrophalem Zustand etc) und behauptete ich wolle Geld, aber den Wagen anderweitig verkaufen.

Auch diese Verleumdung meldete ich ebay und die sagten mir, er habe als Käufer sehr schlechte Chancen, da er eine Abmahnung zur Zahlung bekommen hätte, aber immer noch nicht gezahlt habe und ich deswegen auch meine Verkaufsprovision wieder zurückbekäme von ebay.

Kurz nach meiner Meldung bei ebay, markierte der Käufer den Wagen von sich aus als bezahlt, dies ist jedoch gelogen. Bis dato gibt es keinerlei Geldeingang.

Bei ebay meinte man, ich solle ihm nun eine erneute kurze frist von einigen Tagen zur endgültigen Zahlung setzen und sollte er trotzdem nicht zahlen, dürfte ich laut ebay den Wagen wieder einstellen zum Verkauf anbieten oder einem unterlegenen Bieter anbieten.

Nun möchte ich aber wirklich sichergehen, dass ich mir selber keinen Strick drehe in dieser Sache und alles richtig mache, denn bei ebay hat man als Verkäufer generell leider nur wenig zu lachen.

Ich habe die Angaben zum Auto nach bestem Wissen & Gewissen gemacht und nichts an Mängeln oder Schäden vorsätzlich verschwiegen.

Der Käufer ist hochgradig unverschämt und droht in seinen emails. Der gesamte Schriftverkehr ist vorhanden!

Ich habe den Wagen bis Dezember regelmässig mit meinem kleinen behinderten Sohn gefahren und er funktioniert einwandfrei. Wir brauchen einen grösseren Wagen (für seinen Reha-Buggy) und nur deshalb wollen wir ihn verkaufen.

Wie soll ich bzw. darf ich nun weiter verfahren.

Bitte um baldige Antwort, denn ich muss das Fahrzeug dann bald wieder einstellen und verkaufen.

Besten Dank im Voraus.

MfG


Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Dies vorausgeschickt möchte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes gerne wie folgt beantworten:

Rechtlich gesehen ist ein Kaufvertrag zwischen Ihnen und dem Höchstbietenden zustande gekommen. Daher könnten Sie auf Abnahme und Zahlung des Kaufpreises klagen.

Allerdings scheint hier Ärger vorprogrammiert, wenn der Käufer den Wagen nicht haben will und falls Sie nicht absolut sicher sind, daß der PKW nicht zusätzliche in der Anzeige nicht gelistete Mängel besitzt.
Zudem kann natürlich ein Rechtsstreit langwierig sein und ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet.

Daher würde ich Ihnen Folgendes vorschlagen: Sie sollten den Käufer nachweisbar – per Einschreiben/Rückschein- zur Abnahme und Zahlung des PKW auffordern. Hierzu setzten Sie eine kurze Frist – eine Woche sollte genügen.

Wenn der Käufer die Zahlung verweigert, oder nicht reagiert, sollten Sie in einem weiteren Schreiben –per Einschreiben/Rückschein - von dem Vertrag zurück treten. Dann sind Sie berechtigt den PKW über E-Bay an eine andere Person zu verkaufen.

Dieses Prozedere verhindert, daß der Käufer es sich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt anders überlegt und Lieferung des PKW verlangt.

In diesem Fall könnte er Schadensersatz von Ihnen verlangen, wenn Sie den PKW bereits an einen Dritten verkauft haben.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung auch über die Direktanfrage gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de



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