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Bankruptcy

| 09.03.2011 10:55 |
Preis: ***,00 € |

Insolvenzrecht


Einen schönen guten Morgen!
Ich lebe in Schottland und habe einen Insolvenzanwalt aufgesucht, der meinte, ich wäre bankrupt. Nach meiner Unterschrift würde er den/die Gläubiger in Deutschland anschreiben. Diese hätten 5 Wochen Zeit, Ansprüche von dem verbleibenden Geld, nach Abzug meines Selbsterhaltes, zu stellen. Bediene bis zum heutigen Tage den Kredit ohne Zwischenfälle. Ich bin selbständig (keine Ltd.) und arbeite über das Internet für Deutschland.
Nun meine Frage: Kann die Bank in Deutschland an meinen Kunden in Deutschland herantreten und dort pfänden? Oder entsteht durch das Einschalten des Insolvenzanwaltes ausschließlich die Möglichkeit, an diesen heranzutreten? Habe verschiedene Infos erhalten, was mich verunsichert, diesen Schritt zu gehen. Wie ist der Werdegang von Schottland aus?

Herzlichen Dank

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Fragen beantworte ich auf der Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Sofern die Bank sich einen Vollstreckungstitel holt, z. B. Vollstreckungsbescheid, kann sie die dann fälligen Beträge bei Ihren Kunden pfänden.
Ihren Angaben muss ich allerdings entnehmen, dass ein laufender Kredit bislang stets ordnungsgemäß bezahlt worden ist. Dann ist die Bank weiterhin an den Vertrag gebunden und kann diesen erst aufkündigen, wenn Sie in Schottland Insolvenz angemeldet haben, weil erst dann Ihre Zahlungsfähigkeit in Frage gestellt ist.
Erst ab diesem Zeitpunkt besteht ein fälliger Rückzahlungsanspruch des gesamten Restdarlehens. Auch dieser Anspruch müsste zunächst tituliert werden, bevor eine Pfändung erfolgen darf.

Zu beachten ist aber, dass auch ein Insolvenzverfahren in Schottland als interterritoriales Verfahren ein Vollstreckungsverbot in Deutschland beinhaltet. Die Bank dürfte dann also hier ebenfalls nicht pfänden, selbst wenn sie im Besitz eines Titels wäre. Sie müsste die Forderung in Schottland anmelden.

Sofern die Bank, die Ihnen den Kredit gegeben hat, zugleich auch Ihr Geschäftskonto führt, über welches die Zahlungen Ihrer Kunden in Deutschland laufen, könnte die Bank auf die Idee kommen, ihre Forderungen im Wege der Aufrechnung mit einem Guthaben auf dem Konto realisieren. Wenn allerdings, was zu erwarten ist, die Bank die Fälligkeit des Anspruches auf Rückzahlung des Darlehens erst in dem Zeitraum zwischen Beantragung des Insolvenzverfahrens und dessen Eröffnung herbeiführt und Kenntnis von der Zahlungsunfähigkeit hatte, darf sie zwar aufrechnen. Der Insolvenzverwalter hat aber das Recht, die Aufrechnung anzufechten und das Geld zur Insolvenzmasse zu holen. Für Sie persönlich wäre das Geld aber auch dann verloren.

Sie können also an dieser Stelle einigermaßen beruhigt sein, müssen aber damit rechnen, dass die Bank im Falle einer Insolvenz alle Konten kündigen wird. Sie müssten sich spätestens dann eine weitere Bankverbindung besorgen.

Ich hoffe, Ihnen damit eine hinreichend klare Antwort gegeben zu haben. Bitte beachten Sie, dass dies nur eine erste Einschätzung auf der Grundlage Ihrer Angaben ist, und eine eingehende Beratung und Prüfung nicht ersetzen kann.
Über Ihre Bewertung, falls Sie mögen, würde ich mich freuen.
Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 09.03.2011 | 12:41

Ganz herzlichen Dank für Ihre schnelle Info!

Ich möchte nur noch einmal - vereinfacht für mich - kurz zusammenfassen:

- Banktrupcy in Schottland, Einleitung durch Anwalt in Schottland.
- Infos an Gläubiger in Deutschland
- Mein Einkommen geht ab sofort auf britisches Konto.
- Gläubiger dürfen nicht pfänden, es darf nur Kontakt zum Insolvenzverwalter aufgenommen werden.
- Sichere Position für mich als Schuldner.

Hab ich das so richtig verstanden?

Herzliche Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.03.2011 | 13:08

Sehr geehrte Fragestellerin,

Sie haben das richtig verstanden, nur an einer Stelle nochmals klarstellend: AB DEM ZEITPUNKT DER ERÖFFNUNG des Insolvenzverfahrens darf nicht mehr gepfändet werden. Die Gläubiger erhalten dann eine Quote aus der Insolvenzmasse durch den Insolvenzverwalter. Als Schuldnerin sind sie soweit sicher, dass Ihnen aus Ihren Einkünften jeweils der pfändungsfreie Satz verbleiben muss.
Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 09.03.2011 | 13:19

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