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Anwaltshaftung wegen falscher Beratung

04.03.2011 18:05 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


20:54
Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich habe meine Vollmacht einem Anwalt gegeben, der meine Interessen vertreten soll. Allerdings wird sein Honorar von jemand anderem bezahlt, würde Ich die Vollmacht jedoch zurückziehen, so könnte der Anwalt weder mich weiterhin vertreten, noch den Honorarzahlenden. Der Anwalt informiert mich jedoch nicht richtig über die Sachlage und den Stand der Dinge, geht auf meine Wünsche nicht ein und hat uns falsch beraten.
D.h. er hat uns prognostiziert, dass die Gegenseite nicht klagen wird, sondern es sich nur um Drohgebärden handelt. Jetzt kam es allerdings zu einer Klage der Gegenseite. Ich habe dem Anwalt vorher ausdrücklich gesagt, dass er der Gegenseite eine Frist setzen soll, bevor die Gegenseite SChritte einleitet. Diesem Wunsch ist er nicht nachgegangen, da er meint, Ich sei nicht Mandant sondern derjenige, der sein Honorar zahlt. Aber in der Vollmacht steht mein Name und wenn er Schreiben an die Gegenseite aufsetzt, steht dort auch nur mein Name.
Nun können wir auch keine Frist mehr setzen und haben eine Klage am Hals.
Der Streitwert ist recht hoch und bewegt sich im 5- stelligen Raum.
Ich bin mit diesem Anwalt nicht zufrieden und möchte gerne wissen, ob er in die Anwaltshaftung genommen werden kann. abgesehen davon schickt er mir die Unterlagen entweder nie zu oder zu spät oder adressiert sie total falsch (irgendwelche Adressen, die es nicht gibt).

Ich würde gerne wissen, ob die Anwaltshaftung mögich ist oder nicht, wenn Ich falsch beraten werde, der Anwalt meinen Interessen nicht nachgeht, er mir damit droht, dass Ich dem Honorarzahlenden Schadensersatz leisten müsste, obwohl hierfür keine Beweise und keine Gründe vorliegen, er meine Adresse nicht mal kennt und mir keine Kopien seiner Schreiben zuschickt, obwohl in der Vollmacht dies ausdrücklich genannt ist.

Ich würde mich über eine Antwort freuen.

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
Ich habe die Schreiben von mir und ihm in meinen Unterlagen.
04.03.2011 | 18:48

Antwort

von


(265)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich unter Berücksichtung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Zunächst sei festgestellt, dass derjenige Vertretener ist, dessen Name in der Vollmacht steht. Dies sind offenbar Sie. Damit ist der Anwalt auch verpflichtet, Ihnen an Ihre korrekte Adresse- die dem Anwalt auch vorliegen sollte?- sämtliche notwendige Unterlagen usw. zu schicken. Wer das Honorar zahlt, ist insofern völlig irrelevant. Nochmals: Vertretener sind Sie, weil Ihr Name in der Vollmacht eingetragen worden ist.

Mir ist unklar, inwiefern der Anwalt Ihnen mit Schadensersatzforderungen droht, die Sie an den Honorarzahlenden leisten sollen. Hier müsste ja auch erstmal ein Schaden entstanden sein, den Sie zu vertreten hätten. Mir erschließt sich aus Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht, worin dieser Schaden bestehen soll. Zudem dürfte es sich hier um rein zivilrechtliche Ansprüche handeln, die der Honorarzahlende Ihnen gegenüber geltend machen müsste. Damit dürfte aber dann der Anwalt nichts zu tun haben.

Was eine mögliche Anwaltshaftung angeht, sehe ich nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung zunächst keinen wirklichen Ansatzpunkt, hier Forderungen geltend zu machen. Voraussetzung dafür wäre zunächst, dass hier ein bezifferbarer Schaden entstanden ist, der von Ihrem Anwalt durch dessen fehlerhaftes Handeln zu vertreten wäre. Dies ist aber nichts zwangsläufig der Fall, weil der Anwalt nicht das tut, was Ihnen persönlich geboten erscheint. Durch Ihre Vollmacht haben Sie den Anwalt ja wortwörtlich bevollmächtigt, rechtlich zu handeln, was den Sachverhalt angeht. Damit ist aber keinesfalls gemeint, dass der Anwalt das tun muss, was der Mandant möchte oder auch konkret verlangt. Es ist vielmehr so, dass der Anwalt so handeln muss bzw darf, wie es ihm nach Prüfung der Rechtslage geboten scheint. Der Anwalt muss stets den sichersten Weg beschreiten. Natürlich können Sie Ihren Anwalt darum bitten, der Gegenseite eine Frist zu setzen, wenn Ihnen dies sinnvoll erscheint. Der Anwalt ist deswegen aber nicht dazu verpflichtet, wenn dies nach seiner Prüfung der Rechtslage nicht geboten ist. Deswegen können Sie aber keine Schadensersatzansprüche gegen den Anwalt geltend machen. Dies wäre nur der Fall, wenn der Anwalt Fristen versäumt, die er hätte einhalten müssen und Ihnen nun durch das konkrete Versäumnis ein Schaden entstanden ist, der nachweisbar nicht eingetreten wäre, wenn der Anwalt die Frist nicht versäumt hätte.

Natürlich mag es für Sie persönlich ärgerlich sein, wenn die Gegenseite Klage erhebt, obwohl dies vielleicht so nicht vorhersehbar war und auch der Anwalt nicht mit einer Klage gerechnet hatte. Bedenken Sie aber bitte: Dass die Gegenseite Klage erhebt, können Sie nicht dem Anwalt anlasten. Denn dieser kann ja nicht verhindern, dass die Gegenseite Klage erhebt! Sofern eine Klage begründet und zulässig ist, kann kein Anwalt der Welt verhindern, dass sich die Gegenseite zu einer Klage entschließt, auch wenn dies zunächst vielleicht so nicht zu erwarten war. Der Verlauf eines Rechtsstreits kann in vielen Fällen nicht eindeutig prognostiziert werden. Dies ist aber kein Fall für eine Anwaltshaftung.

Um Ansprüche gegen den Anwalt geltend zu machen, müssten Sie diese Ansprüche, also den Ihnen entstandenen Schaden, zunächst einmal genau beziffern. Dann müssen Sie die entsprechende Kausalität nachweisen. Sie müssen also objektiv nachprüfbar nachweisen, dass der Schaden nicht entstanden wäre, wenn der Anwalt anders gehandelt hätte, der Schaden also durch juristisch angemessenes Handeln von ihm hätte verhindert werden können. Bedenken Sie hierbei bitte auch, dass entsprechend hohe Maßstäbe anzusetzen sind; Ihre persönliche Unzufriedenheit wird also nicht ausreichen, sofern man dem Anwalt keinen konkreten Fehler nachweisen kann. Es ist aber wie bereits erwähnt nicht unbedingt ein Fehler des Anwalts, wenn er nicht so handelt, wie der Mandant dies wünscht. Der Anwalt handelt, bevollmächtigt durch den Vertretenen, eigenverantwortlich und kann nur in Haftung genommen werden, wenn sein Handeln als Rechtsanwalt nach objektiven Maßstäben nicht korrekt war. Dafür vermag ich in Ihrer Sachverhaltsdarstellung aber zunächst keinen Anhaltspunkt zu erkennen.

Um dies rechtsverbindlich beurteilen zu können, müsste man aber natürlich Akteneinsicht haben und den gesamten Sachverhalt und das Handeln des Anwalts nachprüfen können. Diese Möglichkeit besteht im Rahmen dieser Plattform nicht. Wenn Sie Ihr Anliegen einer möglichen Anwaltshaftung weiter verfolgen möchten, sollten Sie einen Rechtsanwalt vor Ort kontaktieren, der die entsprechende Akteneinsicht vornehmen kann und Ihnen dann auch abschließend erläutern kann, ob es Sinn macht, hier gegen den Anwalt vorzugehen.

Ich bedaure, Ihnen keine günstigere Auskunft geben zu können.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wichtige Angaben hinzugefügt oder weggelassen worden sein, kann die rechtliche Beurteilung völlig anders aussehen. Diese Plattform kann und will den Gang zu einem Berufskollegen nicht ersetzen.

Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Rein vorsorglich erlaube ich mir aufgrund entsprechender Vorkommnisse in der jüngsten Vergangenheit auf dieser Plattform den allgemeinen, aber eindringlichen Hinweis, dass der für die Beantwortung dieser Frage ausgelobte Einsatz unbedingt zu entrichten ist. Eine Rücklastschrift bzw. eine Nichtzahlung wird strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, denn der Tatbestand des Eigehungsbetrugs wäre durch bewusstes Inkaufnehmen von Rücklastschriften erfüllt.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 04.03.2011 | 19:15

Sehr geehrter Herr Zimmlinghaus,

da Ich hier alles nicht offen darlegen wollte, habe Ich mich mit den Formulierungen des Sachverhaltes zurückgehalten.
Es geht um eine Mietminderung in einem Ladenlokal, dessen Mieter Ich bin.

Dieses Ladenlokal ist in einer Galerie belegen, welches vor 8 Jahren erbaut wurde. Damals lief das Gewerbe auf einen Bekannten und der Mietvertrag auf mich (läuft immernoch). Da es Probleme mit der Lüftung gab (Essensgerüche in einem Textilgeschäft), haben wir nach rechtmäßiger Fristsetzung zur Mängelbeseitigung, eine Mietminderung vorgenommen (durch eine Anwältin des Einzelhandelverbandes). Die Mängel wurden nicht beseitigt.
Vor 6 Jahren ist dann ein neuer Mieter in das Ladenlokal eingezogen, der aber vom Center Management nicht akzeptiert wurde. Besser gesagt läuft das Gewerbe auf ihn und der Mietvertrag auf mich.

Dieser neue Nachmieter hat diesen besagten Anwalt engagiert und sein Honorar bezahlt, da das Management der Galerie die Mietminderungen ab seinem Einzug in das Ladenlokal nicht mehr anerkannt hat.
Ich habe dem Anwalt vorgetragen, dass es schon mal geklappt hat mit der Mietminderung und es diesmal auch klappen müsste, wenn man eine Frist setzt. Allerdings hat der Anwalt damit argumentiert, dass Ich es nicht zu bestimmen habe, ob er eine Frist setzt oder nicht bzw. eine Umschreibung des Mietvertrags auf den neuen "Untermieter" nur dann ginge, wenn dieser dem zustimme oder er ihn damit beauftrage.

Des weiteren hat er damit argumentiert, wie ich eingangs erwähnt habe, dass Ich nicht sein Mandant wäre sondern der Untermieter, weil er ihn ja bezahle.
Ich bin der Meinung, dass dieser Anwalt unfähig ist und nicht unterscheiden kann zwischen seinem Mandanten und Nicht-Mandanten.

Da er meiner Bitte nicht nachgegangen ist (Frisetzung), mit der Argumentation es seien nur Drohgebärden, fühle Ich mich nicht in meinen Interessen vertreten. Dies habe Ich ihm auch geschrieben.

Das Center-Management mahnt seit Jahren wegen der Mietminderung. Daher verstehe Ich das Handeln des Anwalts nicht. Wir haben daraufhin einen anderen Anwalt konsultiert und dieser meinte ebenso wie Ich, dass man eine Frist setzen müssen zur Mängelbeseitigung, damit fristlos gekündigt werden kann, bevor die Gegenseite uns verklagt. Jedoch ging der andere Anwalt darauf nicht ein und legte mir ein Gerichtsurteil vor, in dem steht, dass der Vermieter der Mietminderung zustimmt, wenn er längere Zeit keine Reaktion zeigt. Dies ist aber nicht der Fall! Die Gegenseite hat uns letztes Jahr öfter angemahnt und seit 2007 sowieso regelmäßig. Sind Sie immernoch der Meinung, es handelt sich um keine Anwaltshaftung?

Letztes Jahr im Oktober wurde Ich verklagt und habe seltsamerweise erst gestern davon erfahren. Der Anwalt hat mir die Unterlagen erst gestern zukommen lassen (endlich unter der richtigen Adresse). Vor 2 Wochen hat er die Unterlagen jedoch an eine mir völlig unbekannte Adresse geschickt.

Der Streitwert liegt zwischen 50.000 - 70.000 €.
Hätte der Anwalt von Anfang an die Geruchsbelästigung durch einen Sachverständigen klarstellen lassen und nicht nur durch ein Buch was geführt wird, in dem die Kunden unterschreiben, dann wären wir nun auf der sicheren Seite. Dem ist aber nicht so.
Ausserdem hielt er die Mahnungen nur für Drohgebärden, trotz meiner Hinweise. Hätten wir eine Frist gesetzt, dann wären wir im Recht.

Wenn Ich nun die Klage verliere, dann bleibe Ich auf den Kosten sitzen, weil der Anwalt die Sachlage total falsch eingeschätzt hat und meinte, wir hätten nichts zu befürchten.

Für eine Antwort wäre Ich Ihnen dankbar.

Mit freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.03.2011 | 20:54

Sehr geehrter Ratsuchender,

vor diesem Hintergrund bin ich auch der Meinung, dass eine Fristsetzung zur Mängelbeseitigung hätte erfolgen müssen.

Dennoch bleibt der Aspekt der Anwaltshaftung problematisch. Wenn Sie schreiben, dass der Untermieter den Anwalt engagiert hat, so verstehe ich das so, dass er den Anwalt beauftragt hat und die Vollmacht unterzeichnet hat.

Dann haftet dieser Anwalt aber nur gegenüber dem Untermieter, nicht Ihnen gegenüber. Dem Untermieter entsteht jedoch kein Schaden, so dass nach erster Einschätzung keine Haftung durchsetzbar wäre.

Sie wären verpflichtet gewesen, eine Durchsetzung Ihrer Rechte zu bewirken und hätten demzufolge selbst einen Rechtsanwalt mit der Wahrung Ihrer Interessen beauftragen müssen.

Wie gesagt, dabei handelt es sich um eine erste Einschätzung. Es kommt hier auf die Details an, vor allem, welche Vertragsverhältnisse exakt existieren (Mietvertrag, Dienstvertrag mit dem Rechtsanwalt). Vor dem Hintergrund der komplexen Sachlage sollten Sie sich dringend anwaltlich vertreten lassen, da dieses Forum nur eine erste Einschätzung liefern kann.

Ich wünsche Ihnen Alles Gute in dieser Angelegenheit!

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(265)

Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
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