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Deutscher in der Schweiz lebend: Depot in Deutschland oder besser in der Schweiz?

21.02.2011 12:35 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich bin Deutscher und lebe/arbeite seit 10/2010 in der Schweiz (Kanton Zürich). Mein Fondsdepot habe ich noch bei einer Bank in Deutschland und zahle regelmässig ein.

Meine Frage:
Ist es steuerlich besser, das Depot in die Schweiz zu verlegen? Welche Nachteile/Vorteile hat es das Depot in Deutschland zu belassen? Danke.

Sehr geehrter Fragesteller,
ich gehe davon aus, dass Sie Ihren Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt haben, weil Sie mitteilen, dass Sie in der Schweiz leben. Personen, die in Deutschland weder ihren Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, sind i. d. R. vom Steuerabzug der Abgeltungssteuer befreit. Ausnahmen von dieser Steuerbefreiung gelten für Dividenden, Erträge aus Genussrechten und stillen Beteiligungen, wenn der Schuldner Wohnsitz, Geschäftsleitung oder Sitz im Inland hat oder die Auszahlung „über die Tafel" (Bargeschäft am
Schalter) erfolgt. Sollten Sie damit in Deutschland nicht unbeschränkt steuerpflichtig sein, so sind Sie beschränkt steuerpflichtig mit bestimmten inländischen Einkünften.

Nach § 49 EStG werden folgende Erträge in Deutschland besteuert:
Einkünfte aus Kapitalvermögen im Sinne des

*

a)§ 20 Absatz 1 Nummer 1 mit Ausnahme der Erträge aus Investmentanteilen im Sinne des § 2 des Investmentsteuergesetzes, Nummer 2, 4, 6 und 9, wenn der Schuldner Wohnsitz, Geschäftsleitung oder Sitz im Inland hat oder wenn es sich um Fälle des § 44 Absatz 1 Satz 4 Nummer 1 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb dieses Gesetzes handelt; dies gilt auch für Erträge aus Wandelanleihen und Gewinnobligationen,
*

b)§ 20 Absatz 1 Nummer 1 in Verbindung mit den §§ 2 und 7 des Investmentsteuergesetzes
o

aa)bei Erträgen im Sinne des § 7 Absatz 3 des Investmentsteuergesetzes,
o

bb)bei Erträgen im Sinne des § 7 Absatz 1, 2 und 4 des Investmentsteuergesetzes, wenn es sich um Fälle des § 44 Absatz 1 Satz 4 Nummer 1 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb dieses Gesetzes handelt,
*

c)§ 20 Absatz 1 Nummer 5 und 7, wenn
o

aa)das Kapitalvermögen durch inländischen Grundbesitz, durch inländische Rechte, die den Vorschriften des bürgerlichen Rechts über Grundstücke unterliegen, oder durch Schiffe, die in ein inländisches Schiffsregister eingetragen sind, unmittelbar oder mittelbar gesichert ist. 2Ausgenommen sind Zinsen aus Anleihen und Forderungen, die in ein öffentliches Schuldbuch eingetragen oder über die Sammelurkunden im Sinne des § 9a des Depotgesetzes oder Teilschuldverschreibungen ausgegeben sind, oder
o

bb)das Kapitalvermögen aus Genussrechten besteht, die nicht in § 20 Absatz 1 Nummer 1 genannt sind,
*

d)§ 43 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7 Buchstabe a, Nummer 9 und 10 sowie Satz 2, wenn sie von einem Schuldner oder von einem inländischen Kreditinstitut oder einem inländischen Finanzdienstleistungsinstitut im Sinne des § 43 Absatz 1 Satz 1 Nummer 7 Buchstabe b einem anderen als einem ausländischen Kreditinstitut oder einem ausländischen Finanzdienstleistungsinstitut
o

aa)gegen Aushändigung der Zinsscheine ausgezahlt oder gutgeschrieben werden und die Teilschuldverschreibungen nicht von dem Schuldner, dem inländischen Kreditinstitut oder dem inländischen Finanzdienstleistungsinstitut verwahrt werden oder
o

bb)gegen Übergabe der Wertpapiere ausgezahlt oder gutgeschrieben werden und diese vom Kreditinstitut weder verwahrt noch verwaltet werden.

2§ 20 Absatz 3 gilt entsprechend;

Interessant wäre auch noch, um was es sich für ein Fonds handelt, also theausaurierend oder ausschüttend und wo der Fonds seinen Sitz hat. Um Ihre Frage endgültig beurteilen zu können, hängt es davon ab, wie hoch Ihr Fondsvermögen ist.
In der Schweiz existiert nämlich eine Vermögenssteuer und in Deutschland nicht. Allerdings sind die Kursgewinne in der Schweiz grundsätzlich steuerfrei. Dies ist in Deutschland seit der Einführung der Abgeltungssteuer nicht mehr der Fall für grundsätzlich neu angeschaffte Fondsanteile.
Sie sollten somit per se Ihre Fondsanteile in Deutschland belassen und Ihrer Bank eine Bescheinigung als Steuerausländer vorlegen. Das Besteuerungsrecht richtet sich sodann nach dem DBG in der Schweiz.


Mit besten Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 22.02.2011 | 08:07

Guten Morgen

Vielen Dank für Ihre Antwort und Rückfrage. Das Depot besteht aus Fonds, die in DE, FR, GB und LU aufgelegt sind und umfasst ca. 50.000 Euro. Monatlich wächst es um 2.000 Euro. Es sind sowohl thesaurierende als auch ausschüttende Fonds, die ausgeschütteten Anteile verbleiben auf dem Konto und werden wieder angelegt. Eine Bescheinigung, dass ich Steuerausländer bin liegt der Bank vor.

Ändert Fondsverteilung und Volumen etwas an Ihrer Empfehlung das Depot in Deutschland zu belassen? Verstehe ich Sie richtig, dass ich auch auf neu gekaufte Fondsanteile keine Abgeltungssteuer zahlen muss als Steuerausländer? Wann würde es Sinn machen das Depot umzuziehen?

Bestsen Dank.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 22.02.2011 | 17:16

Für vor der Einführung der Abgeltungssteuer gekaufte Fondsanteile können Sie nach deutscher Rechtslage die Anteile nach einer über Haltefrist von einem Jahr verkaufen. Bei neu gekauften Anteilen unterliegen Sie als Steuerausländer nicht der deutschen Besteuerung.

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