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Auftragsverlust wegen Gewichtsüberschreitung

11.02.2011 14:07 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind ein Transportunternehmen und erhalten regelmäßig Transportaufträge über Spediteure. Manche Auträge erhalten wir auch über Internet-Frachtenbörsen, so wie in diesem Fall auch.
Der Spediteur bat eine Sendung aus dem Raum Bad Oyenhausen nach Regensburg an. Als Brutto-Gewicht wurden 3,4t angegeben. Unsere Dispo rief den Spediteur aufgrund dieses Angebots an. Nach entsprechenden Preisverhandlungen und der Bekanntgabe der genauen Termine waren sich beide Parteien einig, wodurch es zum Frachtvertrag kam. Der Spediteur übersandte seinen Auftrag. Entgegen des Angebots, welches wir ausgedruckt haben, wurde auf dem Auftrag statt 3,4t nun 4,3t angegeben. Auch war im Telefonat nichts über ein höheres Gewicht mitgeteilt worden. Die maximale Nutzlast des eingesetzten Lastwagens beträgt jedoch genau 4,3t. Eine weitere Teilpartie mit einem Gewicht von 600kg, die parallel zu dieser Ladung hinzudisponiert wurde, konnte demzufolge nicht mehr geladen werden. Folglich musste der Auftrag über die zusätzliche Teilpartie dem Dritten Auftraggeber abgesagt werden, da sonst eine Überladung stattgefunden hätte. Hierdurch ist uns der entsprechende Umsatz verloren gegangen. Wir haben den Spediteur für den Ausfall der Teilpartie haftbar gehalten. Auch war der ursprüngliche Frachtpreis für ein Gewicht von 3,4t kalkuliert worden. Aufgrund des höheren Gewichts und den Ausfall der zusätzlichen Teilpartie ist unserer Ansicht nach ein Schaden entstanden. Wir haben dem Spediteur vorerst eine Schadenersatzrechnung über den Auftrag gesendet, den wir wegen der Gewichtsdifferenz absagen mussten. Wir erhielten diese Rechnung natürlich zurück mit der Begründung, dass ausschließlich der übermittelte Frachtauftrag Vertragsgrundlage sei. Der Spediteur versucht sich mit dem Argument herauszureden, dass er die Sendung nicht splitten konnte und deswegen die gesamte Sendung zur Verladung gebracht wurde. Wir haben hierauf umgehend geantwortet und dem Spediteur mitgeteilt, dass dieses Argument aus der Luft gegriffen ist. Diese Tatsache war weder vor, noch kurz nach der Beauftragung über den Transport der Sendung erwähnt worden.

Für uns stellen sich nun grundlegende vertragsrechtliche Fragen:

1) Kann Schadenersatz für den abgesagten Frachtauftrag verlangt werden ? Falls ja: Welche Anspruchsgrundlagen sind nach BGB oder HGB hinsichtlich Schadenersatz und Vertragsrecht zu nennen ?

ODER!!

2) Macht es eher Sinn darauf zu klagen, dass mehr Gewicht befördert wurde und der ursprünglich vereinbarte Frachtpreis für 3,4t kalkuliert war und nicht für 4,3t und somit ein höherer Frachtpreis zu zahlen ist. Im Sinne von 430 I HGB ?

Für Ihre Antwort(en) bedanken wir uns bereits im Voraus.

MfG.

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf Grundlage Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Nach erster Einschätzung haben Sie gegen die Spedition aus mehreren Anspruchsgrundlagen einen Schadensersatzanspruch


1. Schadensersatzanspruch aus Vertrag

Für die Gewichtsüberschreitung haben Sie einen vertragsrechtlichen Schadensersatzanspruch gegen die Spedition aus Ziff. 13 Ihrer AGB. Voraussetzung hierfür ist die wirksame Einbeziehung Ihrer AGB in das Frachtvertragsverhältnis.


2. Schadensersatzanspruch aus Gesetz

Die Änderung des Bruttogewichts von 3,4 t auf 4,3 t könnte eine nachträgliche Weisung der Spedition gewesen sei, die Sie gemäß § 418 HGB: Nachträgliche Weisungen befolgen mussten.
Dass sie dadurch den Auftrag über die weitere Teilpartie gegenüber dem Dritten Auftraggeber absagen mussten, ist eine Maßnahme, die im Interesse des Spediteurs gewesen und für erforderlich hielten. Durch die Ausführung der nachträglichen Weisung ist Ihnen also ein Vermögensschaden (Ausfall des Umsatzes für die weitere Teilpartie) entstanden, dessen Ersatz Sie nach § 418 HGB: Nachträgliche Weisungen verlangen können.

3. Frachtbrief

Sollte für den Frachtvertrag ein Frachtbrief nach <a href="http://dejure.org/gesetze/HGB/408.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 408 HGB: Frachtbrief. Verordnungsermächtigung">§ 408 HGB</a> vorhanden und hierin ein Gewicht von 4,3 t eingetragen worden sein, könnte es in einem gerichtlichen Verfahren zu Beweislastproblemen kommen, wenn Sie gegen das Gewicht keinen begründeten Vorbehalt eingetragen haben. Der Frachtbrief hat eine gesetzliche Beweiskraft, vgl. § 409 HGB: Beweiskraft des Frachtbriefs .

4.
Ihren Vorschlag, den höheren Frachtpreis einzuklagen, sehe ich als eine zusätzliche Begründung für Ihren Zahlungsanspruch gegen die Spedition.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage vermittelt zu haben und bedanke mich für eine positive Bewertung.

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