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Antrag auf Erwerbsminderungsrente oder nicht???

| 25.01.2011 22:09 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin 50 Jahre alt und leide seit ca 10 Jahren unter starkem Rheuma und einem Lypolymphödem beider Arme und Beine. Das Rheuma hat sich sehr stark verschlimmert als vor 2 Jahren innerhalb weniger Wochen, meine beste Freundin und meine Eltern starben. Ich habe 50% Schwerbehinderung und wurde aus meiner letzten Kur Okt 2009 als nicht arbeitsfähig entlassen. Daraufhin wurde leider mein Arbeitsvertrag nicht verlängert und ich beziehe seit dieser Zeit Krankengeld. Dieses läuft nun Anfang Feb aus und da mir eigentlich noch 1 Jahr lang Arbeitslosengeld zusteht, weiß ich nun nicht, was ich machen soll. Meine Ärzte halten mich für weiterhin nicht arbeitsfähig, weil hauptsächlich meine Hände und Füße betroffen sind. (Ich kann nicht lange laufen,da meine Füße Verformungen haben, ich habe keinen Faustschluß und Schwierigkeiten die Hände hinter dem Rücken zu benutzen zB. beim Toilettengang und beim Anziehen, die Finger haben Schwanenhalsförmige Veränderungen, hoher Blutdruck, trockene Netzhaut...) Ich soll nächste Woche nun noch einmal in eine Spezialklinik, aber vorher muss ich mich beim Arbeitsamt melden. Was tue ich nun? soll ich, um Arbeitslosengeld zu bekommen nun sagen ich sei vermittelbar, oder soll ich ehrlich sein und sagen, dass ich es mir nicht vorstellen kann in nächster Zeit, arbeiten zu gehen und einen Rentenantrag stellen?
Ich würde nur 500€ Erwerbsminderungsrente bekommen, aber da ich nur halbe Tage gearbeitet habe hatte ich auch nur 600€ Krankengeld und würde ähnliches Arbeitslosengeld bekommen.
Mit diesem Geld komme ich natürlich nicht aus, aber ich möchte nur im äußersten Fall zum Amt.
Durch den Tod meiner Eltern habe ich ein kleines bischen geerbt und möchte dieses Geld für meine Altersicherung anlegen. Vielleicht als Anzahlung für eine kleine behindertengerechte Wohnung.
Was mache ich nun beim Arbeitsamt? Ich verwirke doch meinen Rentenanspruch, wenn ich behaupte arbeitsfähig zu sein. Wenn ich Rente bekomme ist doch das Erbe, wenn überhaupt was überbleibt, weil ich ja davon immer was abzweigen muss, sicherer als wenn ich zum Amt müßte, oder? Kann man nicht eine Rente auf Zeit bekommen? vielleicht geht es mir ja in ein paar Jahren, doch wieder etwas besser.
Reiche ich beim Arbeitsamt dann weiterhin immer eine Krankmeldung ein, oder stellen die gleich einen Rentenantrag?
Ich lebe alleine und kann kaum meinen Haushalt und das normale Leben erledigen. Ich habe 2 Kinder die außerhalb studieren.
Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie mir möglichst schnell einen Rat geben würden.

Herzlichen Dank

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage.

Es ist sinnvoll zu versuchen den Anspruch auf ALG I auszunutzen. Sie müssen beim Arbeitsamt einen Antrag auf Arbeitslosengeld bei Minderung der Leistungsfähigkeit nach § 125 SGB III stellen. Diese Nahtlosigkeitsregelung ist für Fälle wie Ihre geschaffen, bei denen nach Ende des Krankengeldbezuges noch Arbeitsunfähigkeit vorliegt. Sie müssen beim Antrag angeben, dass Sie dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, also vermittelbar sind. Anhand der gesundheitlichen Angaben, wird in der Regel der Amtsarzt prüfen, ob Sie dem Arbeitsmarkt mindestens 15 Wochenstunden zur Verfügung stehen. Dies kann auch nach Aktenlage geschehen. Sie verwirken keinesfalls Ihren Rentenanspruch, den Antrag stellen Sie nur später auf Aufforderung des Arbeitsamtes.

Die Bundesagentur für Arbeit wird dann nach § 125 SGB III von Ihnen verlangen das ein Antrag auf Rente wegen Erwerbsminderung oder auf medizinische Rehabilitation gestellt wird. Nach Ihren Angaben muss man wohl von der Rente ausgehen. Es wird dann im Rentenverfahren geprüft, ob die Voraussetzungen einer vollen oder teilweisen Erwerbsminderung vorliegen. Häufig wird diese Rente beim ersten Mal zunächst auf Zeit gewährt.
Sie solltrn also den Rentenantrag nicht vorher stellen, sondern wenn Sie vom Arbeitsamt aufgefordert werden.
Wenn die Rente bewilligt wird, dann entfällt der Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Bei einer Rente spielt Ihr Erbe keine Rolle, allerdings dann, wenn Sie ergänzend Grundsicherung beantragen, weil Ihre Rente zu gering ist. Sie hätten wahrscheinlich ergänzend einen Anspruch. Sie sollten auch die Beantragung von Wohngeld in Erwägung ziehen. Ob hier die Freibeträge überschritten sind, kann ich nicht beurteilen. Hier wäre es sinnvoll, ggf. in eine eigene Wohnung zu investieren, weil das selbstgenutzte Eigentum in der Regel Schonvermögen darstellt.




Nachfrage vom Fragesteller 26.01.2011 | 09:54

Herzlichen Dank, für Ihre schnelle und hilfreiche Antwort. Ich hab nur noch eine Frage zu einer kleinen Eigentumswohnung. Was ist in meinem Fall, wenn ich sie durch mein Erbe zu ca. 70% anzahlen könnte, aber den Rest finanzieren müßte? Würde ich überhaupt einen Kredit bekommen, bzw könnte ich mit ergänzender Grundsicherung den verbleibenden Rest bezahlen, oder wie sollte ich vorgehen?
Ich würde gerne in eine behindertengerechte vielleicht 50m² große Wohnung in die Nähe meiner Tochter ziehen, damit sie mir bei einigen Sachen behilflich sein kann.

Vielen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.01.2011 | 11:07

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne komme ich auf die Nachfrage zurück.

Ob eine Finanzierung möglich wäre, müsste man mit einer Bank klären. Diese wäre sicher erst realistisch, wenn die Rente bewilligt wäre, denn eine Finanzierung werden Sie nur erhalten, wenn ein festes Einkommen über einen bestimmten Zeitraum sicher ist. Wenn eine Finanzierung besteht, würde die Grundsicherung nur Zins- nicht aber Tilgungsleistungen erbringen, weil dies Vermögensbildung darstellt. Auf die ergänzende Grundsicherung eine Finanzierung zu stützen, halte ich für ziemlich ausgeschlossen.

Lassen Sie sich von einer Bank beraten, ob es hier eine Möglichkeit gibt.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Wöhler, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 26.01.2011 | 11:26

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